01.02.2024

 

Annika longiert das Mörchen am Vormittag 15 Minuten und geht anschließend mit Willi eine Dreiviertelstunde spazieren. 

Amor und Gerret beim Spaziergang.
Amor und Gerret beim Spaziergang.
Ein zufriedener Schwarzer nach seinem ersten fliegenden Galoppwechsel!
Ein zufriedener Schwarzer nach seinem ersten fliegenden Galoppwechsel!

02.02.2024

 

X

 

Ein Tag, der mit einem gaaaaanz großen Kreuzchen im Kalender markiert werden muß! :-) 

 

In der Mittagspause gehen Willi und ich in Begleitung von Gerret und dem Senior knapp 1,5 Stunden ins Gelände. Willi trägt vorne versuchsweise mal wieder die Old Mac 2. Mal schauen, ob sie heute taugen. 

 

Im Wald träbeln wir immer etwas voraus und nutzen die Zeit, die uns bleibt, bis Gerret und Amor gemütlich wieder zu uns aufgeholt haben, zu Übungen wie Vorhandwendungen oder Rückwärtsrichten. So aufgewärmt und vorbereitet frage ich einfache Galoppwechsel, einhändig geritten aus dem Schritt ab. Der Schwarze nimmt sich schön auf und springt artig links an. Rechts findet er das aber eeeecht schwer und lupft einmal sogar das Poppöchen, als ich dennoch auf einer korrekten Ausführung bestehe. So wechseln wir viermal hintereinander: Schritt - Linksgalopp - Schritt - Rechtsgalopp - Schritt - Linksgalopp - Schritt - Rechtsgalopp, immer nur für zwei, drei Sprünge. Ich bin überrascht, wie locker das heute gelingt und bin damit schon mehr als zufrieden. Nach einem Ausschnaufen am hingegebenen Zügel nehme ich diese auf der nächsten Geraden angekommen wieder auf und wiederhole die vier Wechsel, was wieder überraschend gut klappt, wenngleich auch jetzt beim Anfragen vom Rechtsgalopp das Hinterteil wieder etwas angehoben wird. Als Gerret und Amor wieder aufgeholt haben, setze ich zur dritten Sequenz an, und einer spontanen Eingebung folgend lege ich beim letzten Rechtsgalopp einfach die Schenkel zum von Willi bevorzugten Linksgalopp um --- und: WILLI SPRINGT SEINEN ERSTEN FLIEGENDEN WECHSEL! 🤩🤩🤩 Ich bin selbst total überrascht, quietsche freudig los, lobe das Schwarztier und springe ab und ihm nochmals um den Hals. Gerret ruft von weitem, daß ich doch den armen Willi nicht so erschrecken soll. ;-) Der nimmt das aber total gelassen und schaut zufrieden drein. Wow! Ich habe fast ein bißchen was Feuchtes in den Augenwinkeln. :-) 

 

So einfach kann es gehen: gut vorbereitet, leicht, locker, und es dem Pferd einfach gemacht. 

 

Ich steige später an der Grünen Hütte zwar wieder auf, lasse es aber ansonsten für heute gut sein und freue mich. 

 

Auf dem Heimweg schon fast wieder am Stall haben sich Willis Hufschuhe doch schon wieder gedreht... *Soifzt* 

Amor an seiner neuen Heucobs-Futterecke.
Amor an seiner neuen Heucobs-Futterecke.

03.02.2024

 

Willi geht am Vormittag mit Claudia 1,5 Stunden ins Gelände. 

 

Am Nachmittag nehmen Gerret und ich uns Amors Heucobs-Futterecke vor. Die ist mir in der bisherigen Konstellation mit der Eckraufe schon seit längerem ein Dorn im Auge, weil ein Sauberhalten gerade jetzt im Winter nur schwer möglich ist. Im Sommer können wir sie ja wenigstens einfach per Wasserstrahl abspritzen, aber jetzt... Das Mörchen schlabbert halt allzu gerne und eine Schnabeltasse für Pferde ist noch nicht erfunden. 

 

Amors Bottich mit den Heucobs einfach so hinzustellen klappt aber leider auch nicht, weil der Haferschlinger diesen dann nur allzu gerne umwirft und erst recht alles einsaut. Also haben wir eine Wildwanne (80 x 56 x 32 cm) gekauft, die wir in die Ecke stellen und heute mit einer Holzverschalung versehen, damit sie auch dort stehen bleibt. In die kommt dann der Bottich. Wenn der Senior dann sein Geschlabber trotzdem noch etwas in der Wildwanne verteilt, kann diese hin und wieder einfach herausgenommen und mit der Gießkanne abgespritzt werden. Tatsächlich verteilt Amor schon beim ersten Test deutlich weniger Heucobs außen herum als vorher. Vielleicht hat er ohne die hohe Verschalung der Eckraufe einfach eine bessere Rundumsicht. 

Wieder unterwegs mit der Kutsche.
Wieder unterwegs mit der Kutsche.

04.02.2024

 

Gestern Abend habe ich mir die Mühe gemacht und an Willis alten, schon etwas zerfledderten Old Mac 2 die abgerissenen inneren Riemen wieder angenäht. Auffällig ist, daß bei den neu gekauften Old Mac 2, die sich ja plötzlich dauernd drehen, die äußeren Riemen wesentlich kürzer als bei den alten sind. Ich vermute, daß auch ansonsten irgendetwas anders zusammen genäht wurde. Heute gibt es daher mit den alten Old Mac 2 den Gegentest. 

 

Trotz recht starkem Wind spannen wir den Schwarzen an und nehmen Amor als Handpferd mit. Wir sind starke 9 km in gut 1 3/4 Stunden unterwegs. Willi zieht - auch am Hang. Selbst bei einer recht starken Steigung zeigt unser Geschwindigkeitsanzeiger mind. 4,7 km/h. Ich bin beeindruckt, toll! 

 

Heute traben wir auch endlich mal wieder recht viel, denn: DIE HUFSCHUHE HALTEN! 🙄🙄🙄 Es dreht sich nix. Gaaar nix! Aha. Also, stimmt doch was mit den neuen Hufschuhen nicht. Na, toll. Nun ist guter Rat teuer. Sollen wir nochmals welche bestellen? Ich werde die alten Old Mac 2 einmal genau vermessen und diese Maße beim nächsten Kauf übermitteln - und möchte dann bitteschön nur welche haben, wenn diese Maße übereinstimmen. 

 

Amors neue Heucobs-Futterecke ist ein voller Erfolg: er verschlabbert wenn, dann nur die Wildwanne, die sich einfach säubern läßt. Prima! 

 

Am Nachmittag geht der Senior mit Helena im Filzsattel nochmals eine Stunde an der Hand von Annika spazieren. 

Meine drei Männer.
Meine drei Männer.

05.02.2024

 

Heute mache ich nach einem intensiven Arbeitstag früh Schluß. Zusammen mit Gerret in Begleitung von Amor machen Willi und ich uns filzbesattelt für eine kurze Runde durch den Wald auf. Die erste Hälfte reite ich, die zweite Hälfte wird gelaufen. Mit Filzsattel komme ich rückenmäßig mit Rücksicht auf meine Bandscheibe doch noch nicht so langanhaltend gut zurecht wie vorher. Macht ja aber nix. 

 

Wir sind eine starke Stunde unterwegs und nehmen knapp 5 km unter die Hufe. Das ist schon ein ordentliches Tempo. :-) 

 

Natürlich dürfen die Jungs auf dem Heimweg auch schon wieder ein wenig grasen - 10 Minuten sind schon drin. 

Mal wieder bei einem Vortrag von den Abenteuerreitern.
Mal wieder bei einem Vortrag von den Abenteuerreitern.

06.02.2024

 

Zum vierten Mal besuchen wir heute einen Dia-Live-Vortrag von Günter Wamser und Sonja Endlweber:

 

www.abenteuerreiter.de

 

Seit 1994 ist Günter zunächst alleine, später dann in Begleitung seiner Freundin Sonja vom untersten Zipfel Südamerikas bis nach ganz oben auf der Landkarte nach Alaska geritten. Über die Jahre haben wir immer wieder die Touren verfolgt und die - zur Finanzierung dieser Reisen dienenden - Vorträge besucht. 

 

Heute nehmen sie uns mit auf ihre letzte Reise durch die USA, denn seit Dezember 2022 sind nun nicht nur Mensch und Hund, sondern auch die vier Mustangs dauerhaft in Deutschland heimisch. 

 

Mir machen diese Erzählungen immer wieder bewußt, mit wie wenig man eigentlich zufrieden sein kann, wenn man wochenlang ohne weiteren großen menschlichen Kontakt nur mit den Pferden und einem Hund in der Natur unterwegs ist. 

 

Noch vor dem Vortrag haben haben wir Gelegenheit zu einem kleinen Plausch mit Sonja und Günter und bekommen überraschend zu hören, daß es für sie tatsächlich herausfordernd ist, Touren durch Deutschland zu planen, weil hier eben durch die dichte Besiedelung und die immens vielen Vorschriften ganz andere Hürden zu meistern sind. Und außerdem ziehen sie den Hut vor Leuten, die ihre Pferde im eigenen Stall selbst versorgen - so aufwendig haben sie sich das nämlich nicht vorgestellt. *grins* Witzig, wie manches aus einer anderen Perspektive heraus erscheint. 

 

Amor darf derweil unter Aufsicht von Sarah auf den Balance Pads chillen. 

08.02.2024

 

Annika macht am Vormittag zunächst etwas Bodenarbeit mit dem Schwarzen und bricht dann zu einem Spaziergang auf. Weit kommt sie allerdings nicht. Als ich in der Mittagspause einen Abstecher zu Stall mache, erzählt sie mir, daß auf dem übernächsten Hof neuerdings wohl Esel stehen - und der Schwarze diese meeeega-aufregend findet. Echt jetzt, Esel? 

 

Ich schnappe mir das Mörchen und gemeinsam mit Annika und Willi wandern wir an besagtem Hof vorbei. Tatsächlich: da stehen auf der Weide, wo normalerweise sechs Schafe stehen, plötzlich ein weißer und ein brauner Esel. Daß Willi die beiden Equiden auf die Entfernung dennoch sofort ausgemacht hat, finde ich schon spannend. Ich tippe auf Geruch und die weiße Farbe. In Begleitung vom Senior ist er allerdings wesentlich entspannter, schaut zwar noch ein wenig aufmerksam in ihre Richtung, läßt sich dann aber ohne Probleme weiterführen, so daß wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Wald anhängen. Ich zeige Annika dort mit Amor, wie man Naturhindernisse wie umgefallene Bäume, Böschungen oder Baumstümpfe in so einen Spaziergang mit einbeziehen kann. 

Flotter Mittagspausenausritt.
Flotter Mittagspausenausritt.

09.02.2024

 

Heute trainieren das Schwarztier und ich mal ein wenig Kondition: nach dem Aufwärmen angekommen am Waldrand gehts im flotten Trab los, woran sich eine längere Galoppstrecke anschließt, an deren Ende wir nur kurz im Trab die Richtung wechseln und weiter galöppeln. Da der Linksgalopp heute ein wenig klemmt, gibts dazwischen ein paar Trab-Galopp-Übergänge. Nach einer kurzen Strecke im Schritt zum Verschnaufen traben und galoppieren wir wieder weiter, müssen aber nochmals kurz in den -Schritt wechseln, weil uns ein Fußgänger mit Hund entgegen kommt. Macht ja aber nix: das sind dann immer gute Gelegenheiten, um schöne, flüssige Übergänge zu üben. 

 

Insgesamt fällt mir heute mal wieder auf, wie schön und elastisch sich Willi zwischenzeitlich wieder durch Aktivierung der Hinterhand aufnehmen und auch aufrichten läßt, dann wieder bei entsprechendem Angebot die Dehnung sucht. 

 

Nach exakt einer Stunde und 6,3 km sind wir wieder am Stall. Mir ist gut warm, der Schwarze hat dafür richtig gut geschwitzt. Da es allerdings weder besonders kalt noch windig ist, verzichte ich auf eine Decke, zumal er sich ohnehin gleich zum Fressen in den Stall verkrümelt. Am Abend wird aber natürlich das Fell schön aufgebürstet, damit die Thermoregulierung, die durch schweißgetrocknetes Fell nicht funktionieren würde, ihren Dienst tun kann. 

10.02.2024

 

Claudia macht am Vormittag mit dem Mörchen 15 Minuten Equikinetic. 

 

Am späten Nachmittag geht der Senior dann nochmals für 45 Minuten auf einen Spaziergang mit Annika und trägt Helena im Sattel. 

Unterwegs.
Unterwegs.

11.02.2024

 

Sonntags ist wie meistens Kutschfahrtag. ;-) Wir haben am Stall erst einiges zu tun, so daß wir erst um 11.45 Uhr in Begleitung vom Senior als Handpferd loskommen. Es ist optimales Kutschfahr-Wetter: mit gerade mal 10° nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt und vor allem trocken. Hin und wieder pfeift der Wind doch mal ein wenig frischer. 

 

Wir sind knappe zwei Stunden unterwegs und nehmen dabei fast 10 km unter die Hufe. Der Schwarze ist fit und zieht auch am Berg zwischenzeitlich mit fast 5 km/h deutlicher besser an als früher. Wir peilen so langsam als Grundtempo die 5,5 km/h an. ;-) Außerdem bin ich mächtig stolz auf den besten Göttergatten von allen: der paßt nämlich mittlerweile selbständig in fast allen noch so kleinen Wendungen auf, daß Willi richtig gestellt und gebogen ist und schön durch die Wendungen geht. 🤩 ❤️

 

Heute galoppieren wir auch mal wieder eine längere Strecke, was beiden Pferden Spaß macht. Arg geschwitzt haben sie bei Ankunft am Stall allerdings nicht. 

12.02.2024

 

Am späten Nachmittag satteln wir kurz beide Jungs. Ich nehme das Mörchen mit Helena im Sattel an den Strick, Annika reitet den Schwarzen. So bummeln wir gemütlich eine knappe Stunde durch den Wald. 

Mittagspausenchilling.
Mittagspausenchilling.

13.02.2024

 

Eigentlich wollte ich in meiner heutigen Mittagspause mit dem Schwarzen ein wenig Handarbeit machen. Aber der legt sich erst mal gemächlich in den warmen Sand. Also räume ich ein wenig den Stall auf, schaue hin und wieder mal nach ihm und frage an, ob er gerne etwas machen würde. Nö. Da fällt der Willi dann doch lieber komplett zur Seite und schnarcht vor sich hin. Ich glaube, man nennt es Frühjahrsmüdigkeit. ;-) 

 

Am späten Nachmittag kommen dann wieder Annika und Helena, so daß das Mörchen auch heute zu einem einstündigen Ausflug aufbricht. 

 

Als sie zurück kommen, nehmen wir uns doch noch den Schwarzen vor und schauen uns an, was bei Annika so alles von der letzten Longeneinheit hängen geblieben ist. 

*schnaaaaaarch*
*schnaaaaaarch*
Willis Bärtchen.
Willis Bärtchen.

15.04.2024

 

Schwupp, hat es 15°! Puh, das ist ganz schön warm. Ich will heute eigentlich ein wenig in Vorbereitung auf das kommende Wochenende mit unserem Dressur-Trainings-Einstieg mal antesten, was so geht. Es reicht aber nur zu einem etwas verkorksten Mittagspausenausritt: 

 

Die Reitwiese: noch zu naß. 

Die Wiese neben dem Pferdeanhänger: doch etwas schmal. 

Die Wiesenrunde, da ich heute keine Hufschuhe aufziehen mag: gesperrt wegen Baumfällarbeiten. 

 

Jo mei! Also gehen wir letzten Endes vorsichtig über einige matschige bzw. auch geschotterte Wege eine kleine Runde. Willi steht sehr schön an den Hilfen, läßt sich aufnehmen und vorwärts reiten. Eine längere Strecke abwärts führe ich ihn und komme endlich dazu, auch mal sein neues "Schnauzbärtchen" abzulichten. Seit einigen Tagen trägt er nämlich nun neuerdings "Bart". Voll erwachsen, das kleine Pony. *grins* 

Wir sind dann mal wieder weg.
Wir sind dann mal wieder weg.

16.02.2024

 

Wir haben heute Urlaub und haben ein schönes, gemütliches verlängertes Wochenende vor uns. Am Vormittag packen wir die Ponys ins Pferdetaxi und fahren die überschaubare Strecke nach Weingarten-Sallenbusch zum Quellberghof. 

 

Die Jungs beziehen zwei nebeneinander liegende Boxen mit jeweils großem Auslauf und Heu satt. Wie immer muß Amor sich gleich nach der Ankunft erst einmal wälzen. Er hat aber auch ein wenig während der Hängerfahrt geschwitzt, denn es hat heute auch wieder deutlich über 10°, und er fängt gerade erst an, sein Winterfell ein wenig am Hals abzuwerfen. 

 

Nach einem gemütlichen Mittagessen auf der Terrasse des urigen Lokals Backhaus stehen die ersten Unterrichtseinheiten bei Petra an. Zunächst ist Gerret mit dem Senior an der Reihe. Der Trakehner der Voreinheit befindet sich noch in der Halle, aber Amor findet es trotzdem meeeeega-doof, daß der Schwarze nicht mit von der Partie ist. Schon beim Führen durch die erste Ecke macht er einen kleinen Luftsprung und echauffiert sich anschließend empört quieckend an der Longe. *augenroll* Ist ja nicht so, daß er die Umgebung nicht kennt, nicht schon öfters und vor allem auch alleine in dieser location war... Aber gut, wir wollen ja schließlich was vom Unterricht haben. Also mache ich mich auf den Weg, sattle den Schwarzen und komme mit ihm zur Halle. 

 

Dort hat sich das Mörchen weitgehend beruhigt und läßt sich nun schön von Gerret mit Unterstützung von Petra an der Longe arbeiten. 

 

Nach deren 40-minütiger Einheit sind Willi und ich dran. Wir fangen mit den Seitengängen an und intensivieren die Arbeit im Schulterherein. Petra korrigiert viel, damit ich das Schwarztier besser auf die Hinterhand gesetzt bekomme und er im Genick schön nachgibt. Dabei kommt es darauf an, daß ich den für jede Sekunde ausgewogenen Mittelweg zwischen Aufrichtung der Vorhand und Setzen der Hinterhand, Nachgeben im Genick und einem guten Vorwärts finde. Zwischendurch gibt mir Petra den Tipp, immer mal für kurze Sequenzen mit Willi an einer deutlichen Stellung zu arbeiten. Dabei muß das Pferd in sich wirklich aufgerichtet bleiben, darf nicht auf eine Schulter fallen und wird währenddessen durch eine deutlich nach innen weisende Hand dazu veranlaßt, den Hals deutlich abzustellen. Dabei dehnt es gem. Petra den äußeren Kopf-Arm-Muskel bei jedem zweiten Schritt deutlich auf. Tatsächlich fällt Willi danach das Schulterherein wesentlich leichter. 

 

Völlig begeistert bin ich anschließend vom Trab: das Schwarztier ist locker im Rücken, dehnt sich an die Hand heran, schließt die Hinterhand sehr gut und läßt sich teilweise schon etwas mehr beizäumen. Das kontrollieren wir auch immer wieder durch Überstreichen. Auch das immer wieder abgerufene Dehnen ins Vorwärts/Abwärts ist supi. 

Gerret und Amor.
Gerret und Amor.

17.02.2024

 

Die Jungs haben die Nacht jeweils im Strohbett verbracht. Beide haben sich abgelegt und sind guter Dinge. 

 

Am Vormittag steht für jeden von uns die zweite Einheit an. Zunächst ist wieder Gerret mit dem Senior an der Reihe. Heute sieht das alles schon wesentlich koordinierter und feiner aus. Toll! 

 

Bei Willi und mir ist das leider heute nicht der Fall. Der Schwarze ist heute Vormittag im Genick doch recht steif. Vielleicht waren die Übungen gestern schon etwas zu dolle, und evtl. spielt auch die ungewohnte Stehzeit in der Box, wenngleich mit wirklich sehr großem Auslauf, eine Rolle. Aber wir machen das Beste daraus und schauen was geht. 

 

Insgesamt ist jedoch so oder so eine Verbesserung zum letzten Jahr bemerkbar. Ich biete, zunächst im Stand, Willi mehrmals die Hand an und frage ein deutliches seitliches Beugen nach links und rechts ab, anfangs durch den ganzen Hals, später dann nur noch bezogen aufs Genick. Das lockert ihn und löst einige offensichtlich vorhandene Verspannungen. So können wir dann zum Schluß hin doch noch ein wenig das Schulterherein abfragen. 

Amor an der Doppellonge.
Amor an der Doppellonge.

Am Nachmittag wechseln wir dann die Pferde: ich übernehme Amor und arbeite ihn unter Petras Anleitung an der Doppellonge. Das Mörchen trägt hierzu den Longiergurt, durch den die Doppellonge auf recht hoher Einstellung zur Trense läuft, um eine ähnliche Führung wie am Zügel zu simulieren. 

 

Da ich das schon seit gefühlt ewigen Zeiten nicht mehr gemacht habe, muß ich mich erst ein wenig einfummeln, bis ich Doppellonge und Peitsche unter Kontrolle habe, vor allem beim ständigen Wechsel zwischen Fahren vom Boden aus mit der Arbeit im Schulterherein und Entlassen des Pferdes auf den großen Zirkel an die Doppellonge zum besseren Vorwärts im Trab. 

 

Amor arbeitet toll mit, wenngleich man ihm anmerkt, daß es ihm ab und an schwer fällt und er dann doch ein wenig motzig wird. ;-) Darf es aber auch. Es gelingt mir während der Einheit immer besser, ihn im Genick zu lösen, zum Kauen zu bringen. Das Schulterherein verbessert sich zusehend, und er kann sich schon zeitweise richtig schön tragen und für wenige Schritte in Selbsthaltung gehen. Das Entlassen auf den Zirkel im Trab an der Doppellonge ist dann immer die Belohnung, und hier dehnt er sich dann immer wieder schön ins Vorwärts/Abwärts, wenn ich vorher eine gute Innenstellung abgefragt habe. 

 

Anschließend ist Gerret mit Willi dran. Ich glaube, dem Schwarzen tut es heute ganz gut, daß er am Nachmittag ein wenig locker an der Longe gehen kann. Da der Schwarze zwar größere, aber dadurch auch langsamere Bewegungen hat (wobei er es sich allzu oft schon seeehr bequem macht und oft von Gerret zu einem etwas adäquateren "Go" aufgefordert werden muß), kommt Gerret schön dazu, auf seine eigenen Bewegungen zu achten und kann das Schwarztier dadurch besser arbeiten. Supi! 

Am Abend treffen wir uns mit Birgit, Simone, Elke und Klaus im Backhaus zum Essen und klönen bis Lokalschluß über unsere Hoppas. Außerdem wird dabei endlich das Datum für unseren Wanderritt über die Schwäbische Alb festgezurrt. Ende Juli gehts los. 

Mit Amor durch die Dualgassen
Mit Amor durch die Dualgassen

18.02.2024

 

Am späten Vormittag haben Gerret mit Amor und ich mit Willi jeweils die letzte Trainingseinheit für dieses intensive Wochenende. 

 

Für Gerret und Amor steht nochmals eine Übung in den Dualgassen auf dem Programm, und Petra stellt fest, daß sich das Mörchen heute schon wesentlich leichter und flüssiger nach links (seine schlechtere Seite) stellen läßt. 

 

Ich sitze anschließend ein weiteres Mal im Sattel vom Schwarzen. Auch wir wiederholen nochmals die Erfahrungen der letzten Einheiten. Hauptsätzlich geht es nochmals darum, daß Willi wesentlich schneller und flüssiger auf eine angefragte Stellung nachgibt und nicht erst - wenn auch nur leicht, denn er ist ja grundsätzlich ein sehr kooperatives Hoppa - dagegen büffelt. So gehts dann auch nochmals an die Seitengänge, die gerade dann wesentlich besser funktionieren, wenn das Frauchen im Sattel auch mal richtig und vor allem losgelassen sitzt. ;-) Zur "Entspannung" gehts dann immer im lockeren Trab vorwärts (wobei ich scherzhaft bemerke, daß ich nicht glaube, daß Willi das als "Entspannung" sieht *grins*). 

Auf gehts nach Hause!
Auf gehts nach Hause!

Nach etwas Verschnaufen packen wir gemütlich unsere Sachen zusammen und alles ins Auto. Dann dürfen auch die Jungs in den Pferdeanhänger steigen - wie immer lassen sie sich von alleine hinein schicken. Und ich muß mal wieder bemerken, wieviel das wert ist, wenn ein Pferd so vertrauensvoll in einen Pferdeanhänger steigt. 

 

Die Heimfahrt verläuft problemlos. Am Stall wird kurz aufgeräumt, und dann haben alle erst mal Ruhe. 

 

Schön wars! 

 

Gerret konnte viele Tipps und Anregungen mitnehmen. Für mich waren die gefühlsmäßigen Eindrücke wichtig,  als ich jetzt nochmals besser nachvollziehen kann, wie es sich anfühlt, wenn Willi richtig und korrekt aufgenommen im Genick nachgibt und sich stellt. 

Home, sweet home!
Home, sweet home!
Sooo viel Schweif!
Sooo viel Schweif!

20.02.2024

 

Nachdem die Jungs gestern ihren wohlverdienten Pausentag genossen haben, geht Sarah auf Amor am Spätnachmittag eine starke Stunde ins Gelände. Der Senior ist lauffreudig und bietet auch selbständig Galopp an. :-) 

 

Gerret und ich gehen am Abend mit dem Schwarztier eine halbe Stunde spazieren und lassen ihn dabei auch grasen. 

21.02.2024

 

Sarah bietet Amor am Abend die Balance-Pads an. Er bleibt zehn Minuten darauf stehen. 

Unterwegs auf dem Mörchen.
Unterwegs auf dem Mörchen.

22.02.2024

 

Am späten Vormittag mache ich eine lange Mittagspause und begleite Annika, die Willi reitet, auf dem Mörchen eine Stunde ins Gelände. Ich führe den Senior bis zum Waldrand den ersten Kilometer und sitze erst dort auf. Ohnehin sitze ich während des Ausritts nur zweimal für jeweils knapp 10 Minuten im Sattel. Amor ist, wie von Sarah schon erzählt, lauffreudig. Im Trab zuckelt er artig vorwärts - im Galopp gibt er Gas! *huch* Die ersten drei Galoppsprünge waren noch schön gesittet, dann bläst Amor zur Attacke und jagt dem Schwarzen hinterher. Und wenn ich ihn gelassen hätte, hätte er ihn auch bestimmt überholt. ;-) 

 

Danach sitze ich gleich ab, lobe viel und lasse ihn ruhig neben mir herbummeln. Zwischendurch erkläre ich Annika die Hilfen zum Schenkelweichen. 

 

Nach gut 2 km Führen kommen wir wieder am Waldrand an, wo ich nochmals für den letzten Kilometer aufsitze. Das Mörchen läßt sich schön aufnehmen, gibt im Genick nach, kaut und zeigt ein nettes Schenkelweichen. Es ist sooo schön, daß der liebe Haflinger noch so fit ist und Laune hat. ❤️

 

Abends stellte Claudia beide Jungs noch zum Chillen auf die Balance-Pads. Amor bleibt ganze 20 Minuten dort stehen, Willi sogar 30! 

23.02.2023

 

Annika nimmt am Abend den Senior mit auf einen 45 minütigen Spaziergang, währenddessen Helena im Sattel sitzt. 

Ein bißchen Knabbern auf der Trailwegerweiterung.
Ein bißchen Knabbern auf der Trailwegerweiterung.

24.02.2024

 

Claudia geht mit dem Schwarztier am Vormittag 1,5 Stunden ins Gelände. 

 

Am späten Nachmittag lasse ich beide Jungs während der Stallarbeit das erste Mal für 15 Minuten zum Grasen auf die Trailwegerweiterung. Da wächst zwar noch nicht wirklich was, aber zum Kopflüften und ein wenig Knabbern reichts. Als ich sie anschließend wieder einsammle, ist der Senior sogleich höchst empört und galöppelt von dannen... *grins*

 

Anschließend enthaare ich ihn und nehme ihn im Paddock an die Longe. Nach dem gut 10 minütigen Aufwärmen im Schritt lasse ich ihn ein wenig übertreten. Nach links ist das einwandfrei, nach rechts möchte er schummeln und knickt lieber im Hals weg. Ich verlange daher immer nur ein, zwei Schritte, während der er die Stellung schön halten kann. Dann gehts für acht Runden (vier im Schritt, vier im Trab) mit dem Timer in die Equikinetic. Im Schritt merke ich, daß er auch hier rechte Hand lieber in der Halsbasis abknicken möchte, als sich ordentlich zu stellen. Da ich aber recht nah mitlaufe und ihn so gut korrigieren kann, klappt es ganz gut. Im Trab schaut das wegen der Schwungphase dann gleich wesentlich besser aus. Danach frage ich nochmals das Übertreten ab: es klappt! 

Holzrücken mit Willi.
Holzrücken mit Willi.

25.02.2024

 

Letztes Wochenende hat während unseres Reit- und Longenunterricht direkt neben Petras Reithalle jemand herumgewerkelt, hat kräftig Bäume gesägt und mit seinem Traktor hin- und hergerückt. Als er irgendwann Willi entdeckt hat, kam Hansi zu uns und meinte, daß das doch eigentlich auch unser Roß machen könnte: aber klar doch!

 

Also haben wir ausgemacht, daß wir heute zum Holzrücken nochmals in den Weingartener Sallenbusch fahren.

 

Um 13 Uhr kommen wir an und laden den Schwarzen zunächst gemütlich aus und schirren an. Willi ist munter und sehr aufmerksam. Es geht ein Stück den Hang hinauf und nach links in den Weg, in dem Hansi für uns noch ettliche Baumstämme zum Verbringen bis an den Waldrand übrig gelassen hat. Ich laufe mit dem Schwarzen zunächst einige Male hin und her, damit er sich erst einmal alles anschauen kann. Das wiederholen wir dann mit dem angehängten Ortscheid. Als das Schwarztier auch dann artig ruhig bleibt, hängen wir den ersten recht dünnen Baumstamm an. Beim ersten Anziehen ist Willi noch etwas unsicher, weshalb Gerret vorne neben ihm herläuft, während ich an den Leinen hinter beiden herlaufe und den Fahrtweg des Baumstamms im Auge behalte. Beim Einbiegen nach rechts um eine 90°-Kurve wird es etwas knifflig, weil es dann auch gleich bergab geht. Es ist notwendig, daß der Schwarze erst geradeaus über den Weg läuft und erst dann nach rechts abbiegt, damit der Baumstamm genügend Platz hat, ebenfalls die Rechtskurve zu nehmen. Aber Willi wäre ja nicht Willi, wenn er schon bei der ersten Wiederholung zu erkennen gibt: kein Problem, ich weiß, was ich machen muß. 

Pause
Pause

So gehts dann munter voran. Gerret ist immer für das An- und Abhängen der Baumstämme verantwortlich, ich übernehme die Leinenführung, wobei ich mich hauptsächlich auf die Stimmkommandos beschränke. "Hischt" für links und "Hott" für rechts ist für Willi verständlich, und er kommt den Stimmhilfen immer artig nach. Interessanterweise weiß er dabei auch ganz genau, wann er abbiegen oder sogar gänzlich seitwärts nach links oder rechts übertreten soll. Das ist das, was mich beim Holzrücken immer so fasziniert: daß die Pferde absolut mitdenken und recht schnell wissen, wie und wo sie einen Baumstamm zu ziehen haben. 

 

Nach und nach trauen wir uns dann auch mal an dickere Stämme heran, müssen bei einem jedoch passen: der ist für den Schwarzen dann tatsächlich noch zu schwer. Und bevor er meint, sich ins Geschirr werfen zu müssen, nehmen wir lieber wieder einen etwas dünneren. 

 

Ebenso wichtig: bevor der Baumstämm abgehängt werden kann, darf kein Zug mehr auf der Rückekette vorhanden sein; das Pferd muß immer mindestens einen Schritt rückwärts machen, bevor jemand Hand an Kette und Haken legt. 

 

Zwischendurch kommt auch Hansi mit seiner Frau vorbei, da der Buschfunk im Sallenbusch ihm schon zugetragen hat, daß da jemand aus seinem Waldstück Holz herausholt. ;-) 

 

Nach elf Stämmen und stark zwei Stunden Arbeit gibts dann eine kurze Pause. Wir schirren Willi ab, der derweil grasen darf, während wir vespern. 

Nach gut drei Stunden Arbeit: 15 Holzstämme haben wir gerückt!
Nach gut drei Stunden Arbeit: 15 Holzstämme haben wir gerückt!

Dann wirds nochmals kurz anstrengend. Aber da wir merken, daß beim Schwarzen so langsam die Luft draußen ist, wir ihn nicht überanstrengen wollen, denn es soll ihm ja Spaß machen, hören wir nach vier weiteren Baumstämmen dann auch auf und lassen es gut sein. 

 

❤️ ❤️ ❤️ Willi hat die ihm heute gestellte Aufgabe erstklassig absolviert! ❤️ ❤️ ❤️ 

 

Wir schirren ab, verstauen wieder alles im Pferdeanhänger und fahren nach Hause, wo wir schon vom Senior erwartet werden. 

 

Das hat jede Menge Spaß gemacht, wenngleich es auch für uns anstrengend war. Das können wir gerne mal wiederholen. 

Unser Mirabellenbusch!
Unser Mirabellenbusch!

26.02.2024

 

Der Frühling ist so langsam da: unser Mirabellenbusch steht voller weißer Blüten und duftet himmlisch! 

 

Willi hat heute zwar seine wohlverdiente Pause, aber ein kleines Spaziergang am Abend beugt Muskelkater bestimmt sehr gut vor. So drehen wir abends eine kleine Runde mit beiden. 

Willi in der Equikinetic.
Willi in der Equikinetic.

27.02.2024

 

Während Sarah am Nachmittag mit dem Mörchen eine starke Stunde ins Gelände geht, bespaße ich das Schwarztier mit ein wenig Equikinetic im Paddock. Nach dem Aufwärmen an der Longe und etwas Übertretenlassen gehts los für acht Runden: vier im Schritt, zwei im Trab und nochmals zwei im Schritt. Willi stellt sich sehr schön und hält das auch selbständig, wenn ich die Longenverbindung des öfteren aufgebe. 

 

Anschließend dürfen beide Jungs wieder für 15 Minuten auf die Trailwegerweiterung.