Ausritt am Faschingsdienstag
Ausritt am Faschingsdienstag

01.03.2022

 

Auch am Faschingsdienstag haben wir tolles Wetter mit viel Sonnenschein. Ich nutze meinen freien Nachmittag und genieße die Sonnenstrahlen bei der Stallarbeit, die heute ja eigentlich gar nicht meine Aufgabe ist. Außerdem mache ich Willi und Amor abrittfertig. Sarah kann daher gleich in den Sattel steigen. 

 

Wir sind knappe 1,5 Stunden auf fast 7 km unterwegs und reiten eine unserer Kutschstrecken ab um zu sehen, ob diese frei befahrbar ist. Wir träbeln zwei längere Strecken und galoppieren auch einmal kurz - und genießen die Zeit mit den Pferden. ❤️

Abendspaziergang
Abendspaziergang

02.03.2022

 

Am frühen Abend gehen wir mit den Jungs eine Stunde spazieren inkl. einer kurzen Vesperpause zum Grasen. 

 

Willi läßt sein Winterfell noch nicht so sehr los. Amor verliert hier deutlich mehr, aber der hat ja auch wesentlich mehr Pelz. 

 

Ansonsten sieht der Senior weiterhin sehr gut aus. Man fühlt keine Rippen, und er hat ein kleines Bäuchlein. Ich breche heute auch den letzten 5l-Kanister Leinöl für ihn an. Wenn dieser verbraucht ist, hat Amor über den Winter 15 l Leinöl verfuttert. Zusätzlich zu den Heucobs und mit der täglichen Ration Soja-Schrot ist er wirklich sehr gut über den Winter gekommen. 

 

Von Paula entferne ich heute die erste Zecke. 😳

 

 

03.03.2022

 

Heute Morgen ist es mit -5° am Stall recht frisch.

 

Am Nachmittag warte ich in meiner Mittagspause auf den Tierarzt, der Willis Huf röntgen soll. Willi und ich vertreiben uns die Zeit mit etwas Handarbeit im Paddock. Er läßt sich artig aufnehmen, anhalten, rückwärtswiegen. Dann gehts ans Übertreten, Schulterherein und Travers. Linke Hand fällt dem Schwarztier das Schulterherein wieder etwas schwerer. Das ist mir in den letzten Wochen schön häufiger aufgefallen. Was sehr schön auf jeder Hand klappt, ist eine Kurzkehrt mit aktiver weitertretender Hinterhand. 

 

Als der Tierarzt da ist, gehen wir zum Röntgen in die Box, weil es dort dunkler ist. Ich assistiere und halte die teure Phosphorplatte, damit der Tierarzt die Bilder schießen kann. Dabei erkläre ich Willi, daß er bitteschön sehr vorsichtig sein und ruhig stehen soll, weil die Phosphorplatte gut 17x teurer ist wie er... ;-) Aber wenn mein Schwarzer etwas kann, dann artig stehenbleiben - sogar bei der Oxspring-Aufnahme, für die sein Huf 90° angewinkelt bleiben muß. 

 

Das Ergebnis ist in Ordnung: es gibt keinerlei Auffälligkeiten am Huf. Das Hufbein verläuft parallel zur Hufwand, ebensowenig ist eine Hornsäule zu sehen. Als Nebenbefund tritt nur etwas Hufgelenksarthrose zu Tage, was für ein derart schweres Pferd aber normal ist. Außerdem zeigt Willi ja keine Anzeichen von Beeinträchtigungen. 

 

Der Tierarzt empfiehlt, den Hornspalt schön sauber zu halten, wozu ich diesen seit einigen Tagen schon 1x täglich mittels einer Spritze mit Desinfektionsmittel ausspüle. Außerdem trage ich rund um den Riß und auf der Sohle Hufhärter auf, womit sich die Rißbildung hoffentlich etwas eingrenzen läßt. Alles weitere sollte sich durch die regelmäßige, im 6-wöchigen Turnus stattfindende Hufpflege erledigen. 

Amor, Willi und ich
Amor, Willi und ich

04.03.2022

 

Am späteren Nachmittag gehen Gerret mit Amor am Strick und ich auf Willi im Fellsattel 1,5 Stunden auf Tour. Wir marschieren 5,5 km durch den Wald und machen mal wieder einen Abstecher zu den Mammutbäumen. Willi läuft heute ohne Hufschuhe, da wir weitgehend im Schritt unterwegs sind. Damit kommt er auch ganz gut zurecht.

 

Einmal traben und galoppieren wir auch ein Stück - im Fellsattel fühle ich mich so wohl, daß das kein Problem ist. Nach 40 Minuten steige ich allerdings auch mal ab und führe den Schwarzen 20 Minuten bis zum nächsten Baumstamm, der hoch genug ist, um wieder aufzusteigen. Das ist im Gelände dann doch etwas  herausfordernd... ;-) Gott sei Dank ist Willi ja sowas von artig, daß er immer superlieb stehenbleibt, bis ich wieder auf seinen Rücke gekrabbelt bin. Unterwegs im Gelände lasse ich mich von Gerret überprüfen: Schulterherein und Travers zu. beiden Seiten klappt wunderbar. Was ausbaufähig ist, ist das komplette Übertreten der Hinterhand im Schenkelweichen. 

Tinker Avalon: mit Bärtchen ;-)
Tinker Avalon: mit Bärtchen ;-)

05.03.2022

 

Ein großer Tag: heute zieht Avalon mit seiner Besitzerin Sabine bei uns ein. 

 

Herzlich willkommen! 

 

Avalon ist ein Tinker und ca. 14 Jahr alt. Er wird unsere kleine Herde komplettieren, wenn uns Joe demnächst verläßt. Bis dorthin wird er im Paddock beim Weidezelt separiert bleiben, um sich in Ruhe einzugewöhnen. 

 

Der Einzug am Morgen verläuft komplett komplikationslos: Avalon steigt aus dem Hänger, wird in den Paddock gebracht, schaut sich ein wenig um, frißt recht schnell Heu und wird schon etwas von Amor begrüßt. 

 

Claudia auf Joe  und ich auf Willi gehen nämlich jetzt erst nochmals eine Runde ins Gelände. Wir sind heute in knapp 1,5 Stunden auf 7,3 km ausschließlich im Schritt unterwegs, genießen die wunderbare durch den Wald schimmernde Sonne und quasseln. ;-) 

Willi und Avalon
Willi und Avalon
Wir komplettieren die Totholzhecke
Wir komplettieren die Totholzhecke

Nachdem wir wieder am Stall angekommen sind, gibts erst einmal ein Kaffeekränzchen mit Sabine und ihrer Pflegebeteiligung nebst Tochter. 

 

Dann machen Gerret und ich uns noch daran, unsere Totholzhecke zu komplettieren. Beim Nachbarn wurden vorgestern die Obstbäume geschnitten, so daß ziemlich viele Äste vorhanden sind, die wir nun schön in das vorbereitete Gerüst schichten. Hin und wieder werden wir von Amor und Willi besucht, die sich gleich freudig über die Äste hermachen. 

 

Toll, daß das nun endlich geklappt hat. Nun haben wir einen Wind- und Sichtschutz, an dem die Pferde knabbern und in dem sich Insekten und kleine Tiere verstecken können. 

Am Abend gehen wir mit Amor und Avalon noch eine halbe Stunde spazieren und lassen die beiden grasen. Willi schaut uns wiehernd hinterher: wo geht seine Herde hin? Als wir nach nicht einmal 30 Minuten wieder zurück kommen, steht er jedoch gelassen an der Rundraufe und frißt Heu. 

Pferdewellness
Pferdewellness

06.03.2022

 

Avalon hat seine erste Nacht bei uns gut verbracht. Er hat ausreichend geäppelt und schaut uns munter bei der Stallarbeit zu, bei der wir gleich von Sabine unterstützt werden. 

 

Vanessa geht nachmittags mit Willi eine halbe Stunde spazieren. 

07.03.2022

 

Am Abend gehen Sarah mit Amor, Sabine mit Avalon und ich mit Willi eine halbe Stunde spazieren und lassen die drei dabei auch grasen. Erwartungsgemäß haben sich Amor und Avalon nicht so viel zu sagen. Der Schwarze und das Tinkertier diskutieren dafür schon noch über den Zaun im Paddock hinweg.

Fine an der Totholzhecke
Fine an der Totholzhecke

08.03.2022

 

Vanessa geht mit Willi morgens eine halbe Stunde spazieren. 

 

Ich habe abends Stalldienst und genieße nach den turbulenten letzten Tagen die Ruhe und die Gelegenheit, die Pferde mal ganz für mich zu haben. 

 

Nach der Stallarbeit enthaare ich den Senior etwas und nehme ihn aufgetrenst für die Handarbeit mit zur Reitwiese. Die ist zwar zwischenzeitlich leidlich trocken, aber noch immer etwas weich. Für Handarbeit im Schritt taugt das aber allemal. 

 

Amor und ich schritteln uns entlang der Bande warm. Ich lasse ihn immer mal zwischendurch dem Schenkel/der Gerte weichen, was er sehr routiniert absolviert. Daraus gehen wir dann ins Übertreten über, was ihm rechte Hand leichter fällt als links. Nach einer kurzen Pause wiederholen wir das nochmals und gehen hieraus fließend ins Schulterherein über. Amor versucht sich anfangs etwas mittels Tempo durch die Lektion zu mogeln. Ich bleibe beharrlich ruhig, atme immer wieder tief aus und setze meine Schritte bewußt deutlich auf die Fersen. 

 

Nach etwas Touchieren der Hinterhand entlang der langen Seite gehen wir nochmals an die Seitengänge an der Hand. Ich leite das Mörchen durch die Abfolge in die Ecke kehrt, hieraus entlang der langen Seite Travers, wieder in die Ecke kehrt und hieraus weiter im Schulterherein. Nach ein paar Wiederholungen nimmt Amor sich selbst mehr auf, beugt die Hinterhand etwas mehr, wird ruhiger und "erhabener". Das fühlt sich richtig gut an, weshalb es jeweils nach jeder Abfolge viel Lob gibt. 

Mit Willi auf einem alten Rückepfad
Mit Willi auf einem alten Rückepfad

09.03.2022

 

Es ist kalt, aber super-sonnig, so daß ich die Mittagspause für einen einstündigen Ausritt mit Willi nutze. Der ist heute auch ziemlich gut drauf. Wir stiefeln munter los, im Wald steht die erste längere Trabstrecke an, nach der wir auch gleich ein längeres Stück galoppieren. Der Schwarze ist fit! :-) 

 

Nach einer kurzen Pause am hingegebenen Zügel bin ich froh, den Zügel gerade wieder aufgenommen zu haben, denn kaum biegen wir in einen unserer bevorzugten Trampelpfade ein, schießt es unter mir mit einem freudigen Quietschen los. Schade, daß sich dabei ein Hufschuh verdreht. So bekommt Willi zwar trotzdem einen Klaps, weil so etwas nicht geht, aber insgeheim freue ich mich, daß er so munter ist. Der Hufschuh wird gerichtet und weiter gehts. 

 

Leider verdreht sich auf der nächsten Galoppstrecke der andere Hufschuh, weil sich eine Schraube gelockert hat und somit der Seilzug herausgezogen wurde. Also nehme ich beide Hufschuhe ab, binde sie an den Sattel und suche für uns einige Trampelpfade, um Willi den Schotter zu ersparen. Der findet das sogleich super gut und legt im Schritt auf einem alten, zwischenzeitlich aber auch als Reitweg ausgewiesenen Rückepfad durchs Unterholz mal wieder ein Tempo vor, daß ich Schnappatmung bekomme. Aber er weiß, wo er hintreten muß.

 

5,9 km in einer Stunde. Nicht schlecht!

Belohnung nach der Arbeit
Belohnung nach der Arbeit

Mit dem Mörchen gehe ich am Spätnachmittag nochmals auf die Reitwiese. Wir wiederholen im Prinzip das gestrige Programm nochmals. Heute baue ich auch das Wiegen auf der Stelle mal wieder mit ein: Amor soll sein Gewicht leicht nach hinten nehmen, ohne zurück zu treten. Das klappt nun schon deutlich reduzierten Hilfen. Ebenfalls zum Aufwärmen frage ich Schenkelweichen von der Mittellinie zum Hufschlag ab. 

 

Die Seitengänge, Schulterherein wie Travers, entwickeln wir auch wieder aus den gebogenen Linien heraus, entweder aus Volten oder In-die-Ecke-Kehrt. Ich bin ziemlich erstaunt, wie locker Amor mit macht, wie schön er kaut und nachgibt und sich auch selbst aufnimmt. Das Entziehen ins Vorwärts ist heute zwar auch noch hin und wieder da, aber lange nicht mehr so stark wie noch im letzten Herbst. 

Senior Amor - bald 28 Jahre alt.
Senior Amor - bald 28 Jahre alt.
Willi, das Waldpferd
Willi, das Waldpferd

10.03.2022

 

Das erste Mal laufe ich in der Mittagspause mit Willi am Strick eine knappe Stunde durch den Wald und habe nur eine Fleece-Jacke an: es wird langsam Frühling. Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel und über uns schwebt der seit einiger Zeit in unserer Gegend offensichtlich neu beheimatete Rot-Milan. Der stolze Vogel gleitet immer recht tief über uns hinweg - toll anzusehen!  :-) 

 

Im Wald lasse ich das Schwarztier auf einer Lichtung einer wenig grasen, während ich ihn mit dem Furminator überputze. Viel Fell kommt derzeit aber nicht herunter. Da tut sich beim Mörchen wesentlich mehr. 

 

Willis Hornspalt, den ich seit einigen Tagen täglich mittels Spritze desinfiziere und mit Hufhärter einpinsle, hat sich nicht vergrößert. Bei der nächsten Hufbearbeitung nächste  Woche wird er schon ein gutes Stück heruntergewachsen sein. 

 

Sarah geht mit Amor am Abend spazieren. 

 

Am Abend nehme ich mal wieder an einem pferdischen Webinar teil: Homöopathie am Pferd: Wie kann ich den Bewegungsapparat unterstützen? mit Susanne Kleemann. Ich nehme noch einiges an Grundlagen zur Homöopathie mit und bekomme auch Anregungen, wie welche Mittel bei welchen unterschiedlichen Aspekten eingesetzt werden können. 

Mal wieder Fahrstunde mit Brigitte
Mal wieder Fahrstunde mit Brigitte

11.03.2022

 

Am späten Nachmittag steht endlich einmal wieder eine Fahrstunde mit Brigitte an. Die drei sind 1,5 Stunden im Gelände unterwegs und üben insbesondere das einhändige Fahren. 

 

Willi trägt heute vorne die Easyboot Hufschuhe in Gr. 6 mit Einlagen, hinten in Gr. 5. Es ist allerdings zum Mäusemelken: kaufe ich diese Hufschuhe in Gr. 6, passen sie die ersten paar Male, geben dann allerdings vom Kunststoff her so sehr nach, daß sie recht schnell zu groß sind und sich leicht am Huf drehen. Da helfen uns auch die Einlagen nicht weiter. Kaufe ich sie neu in Gr. 5, sind sie zu klein, passen nur gebraucht, wenn dann der Kunststoff etwas nachgegeben hat. 

 

Schöne Trampelpfade im Wald
Schöne Trampelpfade im Wald

12.03.2022

 

Langsam geht es schon ans Abschiednehmen. Heute gehen Claudia auf Joe und ich auf Willi das letzte Mal zusammen ins Gelände. Wir lassen uns ausgiebig Zeit und sind letztlich in 2,5 Stunden 11,5 km unterwegs - eine schöne große Runde um unser Reitgebiet herum. 

 

Willi trägt heute nochmals vorne die Easyboot Hufschuhe in Gr. 6, diesmal ohne Einlagen. Sie drehen sich zwar kaum, allerdings stolpert der Schwarze damit heute insgesamt viermal. Das kenne ich sonst gar nicht von ihm, so daß ich doch stark auf die Hufschuhe als Ursache tippe. *mrpf* Also müssen wir doch weiterhin auf die gebrauchten in Gr. 5 zurückgreifen. 

 

Ansonsten ist das Schwarztier aber munter und zuckelt trotz irgendwann schon 14° munter vor sich hin, trabt schön gleichmäßig und gibt nach der Aufwärmphase auch immer wieder schön im Genick nach, wenn ich ein wenig "gegensitze" und Druck mit dem Daumen auf den Zügel gebe. Ich habe dabei auch immer wieder Desmond im Ohr, daß ich Willi dabei nun auch ein wenig höher einstellen soll, wenn die Hinterhand aktiv untertritt. Das klappt nun immer besser und vor allem konstanter. 

 

Es ist sehr, sehr schade, daß Willi und ich mit Claudia, Joes Reitbeteiligung, eine patente Trainingspartnerin für Tagesritte verlieren. Das hat immer sehr viel Spaß gemacht. 

Letzter Ausritt mit Claudia auf Joe
Letzter Ausritt mit Claudia auf Joe

Gerret geht derweil mit Amor 1,5 Stunden spazieren. 

Fellwechsel - wenn die Reiterin anschließend dreckiger ist als das Pferd...
Fellwechsel - wenn die Reiterin anschließend dreckiger ist als das Pferd...

13.03.2022

 

Um 7 Uhr falle ich aus dem Bett, bin um 8 Uhr am Stall und nehme Vanessa die Hälfte des Stalldiensts ab.

 

Als Vanessa kommt, hole ich Willi und schere ihm derweil mal wieder die Fesseln an den Vorderbeinen frei. Er juckt sich in letzter Zeit wieder etwas. Ich kann allerdings nur eine winzig kleine offene Stelle finden, die ich mit Betaisadona versorge. Krusten sind nur leicht am linken Hinterbein zu finden. Die Fesselbeugen sehen gut aus. Aber so kommt nun wieder besser Luft überall hin. 

 

Um 10.30 Uhr gehts los: Vanessa sitzt auf Willi, ich führe das Mörchen zunächst einmal bis zum Waldrand und steige erst dort auf. Wir träbeln eine längere Strecke und fügen auch einen netten kurzen Galopp an. Amor ist fleißig dabei, der einfache Galoppwechsel klappt gut. Ich teste während des Ausritts auch immer mal ein wenig Schenkelweichen oder Schulterherein an, was er artig absolviert. Es freut mich ungemein, daß er immer noch so fit, munter und einigermaßen geschmeidig ist. Er gibt dann irgendwann auch immer wieder schön im Genick nach, wenngleich er etwas mehr kauen könnte. 

 

Ich sitze jeweils immer nur rund 10 Minuten im Sattel, steige dann wieder ab und führe 15 Minuten, bevor ich wieder aufsteige. Auf dem Heimweg gibts natürlich die obligatorische Pause zum Grasknabbern. Nach 1,5 Stunden und 6,4 km sind wir wieder am Stall. 

Willi vor der Wiesenegge
Willi vor der Wiesenegge

14.03.2022

 

Im Märzen die Tanja den Willi anspannt... ;-) 

 

Heute geht es wieder los mit der Weidepflege. Ich spanne Willi vor die Wiesenegge, und gemeinsam ziehen wir Weide Nr. 1 und 2 ab, striegeln, reißen das Moos etwas auf, ebnen die vielen Maulwurfshügel ein und regen so etwas die Bestockung an. 

 

Der Schwarze macht seine Sache klasse! Die Linienführung ist zwar noch nicht 100 %-ig akkurat, aber er weiß ganz genau, wo er schon gelaufen ist und wo er wieder abbiegen muß. Wahnsinn! :-) Nach ca. einer Stunde sind die beiden Weiden abgezogen. Willi hat etwas geschwitzt und bekommt viel, viel Lob. 

15.03.2022

 

Vanessa geht am Vormittag mit Willi in Begleitung von Sabine und Avalon ein wenig spazieren. Das klappt wohl auf Abstand recht gut. 

 

Willi hat leider zwischenzeitlich im Paddock richtig Streß, was sich in immer öfter angelegten Ohren und Drohen äußert - auch gegenüber Amor und Joe, wenngleich natürlich nicht so sehr, wie gegenüber Avalon. Er verteidigt seine Herde und versucht, Ordnung zu schaffen. :-( Hoffen wir mal, daß sich das am Wochenende, wo die Herdenzusammenführung eigentlich geplant ist, einigermaßen regelt. 

 

Heute gehen mal wieder Kotproben zwecks selektiver Entwurmung ans Labor. 

Abschleppen von Weide Nr. 3
Abschleppen von Weide Nr. 3

16.03.2022

 

Willi darf heute erneut in den Zug. Es hat zwar seit gestern Nachmittag 7 l/qm geregnet, aber der Boden hat das gleich aufgesaugt. So nehmen wir heute Weide Nr. 3 in Angriff und schleppen diese innerhalb einer guten halben Stunde ab, wobei ettliche Maulwufshügel eingeebnet werden. 

 

Anschließend gehen wir noch eine Stunde in Begleitung von Sarah und Amor spazieren, wobei die beiden auch wieder ausgiebig an der Hand grasen dürfen. 

 

Der Schwarze bekommt ab heute zur Unterstützung wegen des Streß im anstehenden Herdenwechsel Bachblüten. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. 

 

Ein Herdenwechsel ist nicht nur für das in einen neuen Stall ziehende Pferd extrem anspruchsvoll, sondern auch für die zurückbleibenden Kumpels. Insbesondere, wenn man ein sensibles Tier wie Willi hat. 

Unterwegs im Gelände
Unterwegs im Gelände

17.03.2022

 

In der Mittagspause gehts mit dem Schwarztier knappe 1,5 Stunden ins Gelände. Willi trägt heute die Easyboot Epic in Gr. 6, die in allen drei Gangarten gut halten. 

 

Unsere Strecke führt heute mehrmals bergauf und bergab - ein gutes Training für den Wanderritt. ;-) 

 

Mein großes Ross ist auch wieder mal die Verlässlichkeit in Person: als im Trab mein Steigbügelriehmen reißt, sage ich nur "Oh!" - und Willi steht. Keine 2 m hinter uns liegt der Steigbügel. Krass. Mal davon abgesehen, daß es mir noch nie passiert ist, daß ein Steigbügelriehmen Materialermüdung zeigt. Aber gut. 

Amor
Amor

18.03.2022

 

Am Abend gehen Sabine mit Avalon und ich mit Willi ein wenig spazieren. Amor darf derweil seine Extra-Portion Heucobs futtern. 

 

Willis Unausgeglichenheit hat in den letzten beiden Tagen ein wenig nachgelassen. Vielleicht schon eine erste Auswirkung der Bachblüten. Auch beim Spaziergang ist es überhaupt kein Problem, nebeneinander zu laufen oder am Waldrand zu grasen. 

 

Auf dem Heimweg schnuffelt der Schwarze dann auch neugierig an Avalons Hinterteil herum, der sich nur interessiert umschaut. Beim sodann ersten Köpfezusammenstecken quietschen beide kurz auf, sind aber sofort wieder ruhig und machen keinen gestressten, aufgeregten oder erhitzten Eindruck. Mir kommt der Gedanke, ob diese beiderseitigen Drohgebärden über den Zaun im Paddock hinweg nicht einfach auch durch die räumliche Trennung hinweg bedingt sind - da droht es sich halt ohne Konsequenz einfacher. 

Mal wieder mit dem Filzsattel im Gelände
Mal wieder mit dem Filzsattel im Gelände

19.03.2022

 

Heute zieht Joe aus. Wir sind schon früh am Stall und helfen Claudia beim letzten Stalldienst, trinken nochmals gemütlich im Gärtchen Tee und knabbern frische Croissants. Willi bekommt im Halbe-Stunden-Takt seine Bachblüten. 

 

Dann wirds Ernst: während Laura Joe abreisefertig macht, putze ich Willi zur Ablenkung, untersuche auch seine Fesseln, die sich wieder ein wenig schuppen, entferne die Schuppen mit dem Furminator und creme die Stellen mit unserer selbstgemischten Anti-Juck-Lotion ein. Gerret versorgt derweil den Hornspalt, der sich zum Glück seither nicht weiter verlängert hat. 

 

Nun heißt es Abschied nehmen. Mir tut es für den Schwarzen unheimlich leid, daß er nun einen sehr guten Kumpel verliert. Aber er bleibt ruhig und läßt sich von mir betüddeln, während Joe in den Hänger steigt und abfährt. Die Gabe der Bachblüten werden wir die nächsten Tage noch fortführen und sehen, wie er sie benötigt. Er nimmt sie jedenfalls freiwillig auf einen Löffel getropft ins Maul. 

 

Am Nachmittag kommen wir wieder recht früh zum Stall. Willi ist ruhig und gechillt. Trotzdem bekommt er wieder die Bachblüten. 

 

Wir gehen 1,5 Stunden mit beiden Jungs ins Gelände, Amor mit Gerret am Strick, ich auf Willi im Filzsattel. Gemütlich bummeln wir bei herrlichem Wetter 6 km durch den Wald und genießen die Sonne und das so langsam herausspießende Grün. Nach ca. 40 Minuten steige ich ab und führe Willi, tausche dann aber mit Gerret, denn Herr Hafi ist heute äußerst lauffreudig. Wohl in der Hoffnung auf eine baldige Pause zum Grasen stapft er mehr als zügig vorwärts. Ich konzentriere ihn auf mich, indem ich immer wieder kurz anhalte, ihn einen Schritt zurücktreten und dann wieder antreten lasse - alles auf Körpersprache. So ist er besser "bei" mir und unterläßt auch das dauernde Hapsen nach Grasbüscheln am Wegesrand. Ich brauche nur den Mund aufmachen und Luft holen, schon ist der Kopf wieder oben. ;-) Nachdem wir einen langen Grasweg bergab gegangen und schon fast wieder am Stall sind, gibts dafür dann natürlich auch endlich eine Belohnung: Gras.

Erste Vergesellschaftung: Avalon mit Willi auf der Weide
Erste Vergesellschaftung: Avalon mit Willi auf der Weide

Als wir wieder zurück sind, bekommt Amor gleich seine Heucobs. Das gibt uns Gelegenheit, Willi und Avalon erstmals zusammen auf die Winterweide zu lassen. Dort haben sie am meisten Platz, sollte es zu Rangeleien kommen. 

 

Ich bringe Willi am Halfter in die eine Ecke der Weide, Sabine führt Avalon in die andere. Es passiert: nix. Beide sind sich der Anwesenheit des anderen zwar bewußt, aber das Gras ist wichtiger. Nach ca. 20 Minuten und einer nur kurzen Annäherung bringen wir sie auf das Viereck auf der Kuppe. Dort beschnuffeln sie sich ausgiebig und wandern dann den Trailweg hinunter. Dort wird ein Haufen von Willi von Avalon ausgiebig beschnuffelt. Als Willi dort hinzu kommt, quietscht Avalon ein paarmal, aber die Stimmung ist gechillt. 

 

Das ändert sich erst, als wir den Faktor "Amor" dazu lassen. Der möchte gerne gleich zu Avalon Kontakt aufnehmen und mal "Hallo" sagen, aber das Schwarztier geht leider sogleich ziemlich resolut dazwischen und stellt klar, zu wem hier der Haflinger gehört und daß das gar nicht geht. Rund um die Rundraufe kommt es zu einer Rangelei, so daß wir die drei nochmals auf die Winterweide entlassen. Da hat Willi ausgiebig zu tun: er paßt akribisch auf, daß Amor in der einen Ecke und Avalon in der gegenüberliegenden Ecke bleibt. Aber so entspannt sich die Stimmung zumindest wieder. 

 

Nach gut 30 Minuten sammeln wir die drei einzeln wieder ein und führen sie in den Paddock. Avalon wird erst noch separiert bleiben und eine weitere Vergesellschaftung kontrolliert unter unserer Aufsicht stattfinden, damit wir sehen, wie sich das entwickelt. Da haben wir ja Zeit. Nachdem Willi und Avalon aber ohne den Senior gut miteinander auskommen, dürfte sich das alsbald geben. 

Zu dritt
Zu dritt

20.03.2022

 

Eingliederung, zweiter Tag: am späten Nachmittag lassen wir zunächst Amor und Avalon auf die Winterweide. Das verläuft, wie gestern mit Willi, total gechillt - das noch spärliche Gras tut natürlich seinen Job und lenkt ab. 

 

Etwas später hole ich Willi dazu, der gleich wieder seine Position zwischen Amor und Avalon einnimmt und auch aufpasst, daß das so bleibt. 

Das erste Mal wieder auf der Wiese
Das erste Mal wieder auf der Wiese

21.03.2022

 

Heute gehts mit dem Schwarztier das erste Mal wieder reitenderweise auf die Reitwiese. Wie gehabt lasse ich ihn erst ein wenig übertreten (vorne von links nach rechts übertreten fällt ihm schwer), steige dann auf und lasse ihn sich mit vielen großen gebogenen Linien warmlaufen, nutze dabei auch gleich Schenkelweichen zum Lösen. 

 

Nach der ersten längeren Trabphase, an die ich auf jeder Hand zwei Zirkelrunden Galopp anhänge, ist Willi lockerer. Allerdings gelingt es mir heute nicht wirklich, ihn richtig zu schließen, also die Hinterhand zu aktivieren. Ich versuche es mittels Schritt-Halt-Rückwärts-Übergängen, Tempounterschieden im Trab (an den kurzen Seiten aufnehmen, an den langen Seiten verlängern) oder Antraben aus dem Schulterherein. Aber, ja mei, was will man so kurz nach der Winterpause schon erwarten. Der Schwarze ist jedenfalls artig und hat zumindest trotz tollem Sonnenschein kaum geschwitzt. 

 

Am Nachmittag überwachen Sabine und Sarah dann die erneut auf der Winterweide stattfindende Zusammenführung der drei Jungs, was offenbar weiterhin recht gechillt verläuft. 

Das Mörchen
Das Mörchen

22.03.2022

 

Am späten Nachmittag marschiere ich mit Amor an der Longe zur Reitwiese. Die ersten Longiereinheiten auf der Reitwiese in der Zeit des Anweidens sind ja immer recht eigen. Das Mörchen möchte natürlich nur grasen, ich will mit ihm arbeiten. Bis sich dieser Haps aufs Gras wieder gelegt hat, ist daher Fingerspitzengefühl gefragt. 

 

Ich versuche zunächst, ihn wie gewohnt ganze Bahn mit vielen wandernden Volten aufzuwärmen, habe die Longe sehr kurz gegriffen und laufe in max. 1,5 m Abstand neben Amor her, setze die Peitsche, die ich umgedreht in der Hand halte, mit dem Knauf an Amors Schulter ein, um diese besser kontrollieren zu können. Der Haflinger ist natürlich not amused: allein sein dunkler Blick... ;-) Er hapst immer wieder nach Gras, bleibt auch mal frech stehen oder trabt empört los und läßt sich dann nur schwer durchparieren. Nachdem er einmal im Galopp um mich herum zentrifugiert ist, verlege ich das ganze auf die große ausgetretene Volte, auf der kein Gras wächst, und die seit Jahren bei C unseren kleinen Zirkel für die Dualgassenarbeit markiert.

 

Dortige Aufgabe: ruhiges Schreiten in Stellung. Ich lobe viel. Amor kommt ein wenig runter und kann sich besser auf mich konzentrieren. Nachdem nach ettlichen Versuchen auf beiden Händen ohne Grashapsen auch die Handwechsel funktionieren, gehts an den Trab. Amor hat heute allerdings Schub - jede Menge Schubkraft und kaum Tragkraft. *augenroll* Trabt er einmal, schaltet er auch gleich den Tempomat ein und möchte sich wieder nur ungern durchparieren lassen. Soifzt. Aber ich bleibe beharrlich dran. Das Mörchen nimmt sich immer wieder selbst auf,  und bekomme so am Ende der ca. 30-minütigen Einheit sogar einige schöne Übergänge geschenkt, die Amor in Selbsthaltung zeigt. Uff...........

 

Anschließend kommen die drei Buben wieder für eine halbe Stunde auf die Winterweide. Willi ist schon wesentlicher ruhiger als beim ersten Mal. Er sortiert sich anfangs zwar noch zwischen Amor und Avalon, läßt zwischendurch aber auch zu, daß Avalon mal in der Mitte zwischen ihm und Amor steht - zumindest kurzweilig. ;-) 

Fahrstunde mit Brigitte
Fahrstunde mit Brigitte

23.03.2022

 

Am Nachmittag kommt die Vertretung unseres derzeit erkrankten Hufpflegers. Willis Hornspalt wird begutachtet, aber ebenso wie vom Tierarzt nicht als sonderlich problematisch beurteilt. Das sollte sich also peu à peu herunter wachsen. Bei Amor ist wie immer alles in Ordnung. 

 

Um 16.15 Uhr gehts dann mit Willi vor der Kutsche wieder auf zur Fahrstunde mit Brigitte. In einer starken Stunde sind die drei fast 7 km unterwegs, was ein ordentliches Tempo ist. Brigitte arbeitet mit Gerret insbesondere weiterhin an der einhändigen Leinenführung, damit der Schwarze weniger im Maul gestört wird. 

 

Amor und Avalon haben die Zeit während Willis Abwesenheit gemeinsam frei im Paddock und auf dem Trailweg verbracht, was völlig problemlos ist. Als das Schwarztier etwas angeschwitzt wieder zurück ist, lassen wir die drei Buben wieder auf die Winterweide, was heute wieder ganz gechillt erfolgt. Willi wälzt sich sogar in direkter Nachbarschaft zu Avalon und läßt auch zu, daß Avalon sich ein wenig näher an Amor orientiert. 

 

Den ohnehin schon schönen Tag lassen wir am Abend mit Sarah, Michi und Sabine am Lagerfeuer und einem ersten Grillen ausklingen. :-) 

Belohnung nach der Longenarbeit
Belohnung nach der Longenarbeit

24.04.2022

 

Heute vor vier Jahren ist der Schwarze bei uns eingezogen! Die Bilanz, die wir seither ziehen können, ist wirklich beachtlich. Es ist schön, einmal auf alles zurück zu schauen, was man schon erreicht hat. ❤️

 

In der Mittagspause gehts nochmals mit dem Senior auf die Reitwiese. Wir wiederholen das Programm von gestern. Nach einem deutlichen Anraunzer, daß bitteschön aufgepaßt und nicht nach Gras gehapst wird, ist die Situation auch weitestgehend geklärt: Amor schielt zwar noch ab und an nach unten, läßt den Gedanken aber sofort fallen, sobald ich nur Luft hole. ;-) 

 

Wir wärmen uns zusammen ganze Bahn mit vielen wandernden Volten auf jeder Hand ab und wiederholen das auch im Trab. Bei der höheren Gangart macht sich allerdings gleich wieder das Zuviel an Schubkraft bemerkbar, weshalb ich anschließend wie gestern wieder auf den kleinen Zirkel gehe und Schritt und Trab in Stellung abfrage. Die Handwechsel sind heute auch kein Problem mehr. Linke Hand tut sich Amor schwerer, die Balance im Trab in Stellung zu halten und versucht, das über vermehrtes Tempo auszugleichen. Also lasse ich ihn zunächst immer nur wenige Tritte traben, pariere recht schnell wieder durch und lasse ihn erneut antraben. Zum Schluß bekommt er so dann doch auf jeder Hand zwei Runden schönen Trab in Stellung hin. Und dafür gibts dann zur Belohnung auch 10 Minuten Grasen. 

 

Willi, der heute Pause hat, ist nach wie vor ziemlich gechillt was den Auszug von Joe angeht. Hatte er Ende Dezember, als Joe in die Klinik mußte, ja deutlich getrauert, stand oft am Tor, hielt nach dem Kumpel Ausschau und wieherte auch hin und wieder einmal, zeigt er das derzeit überhaupt nicht. Nur, wenn ich mit Amor weggehe, wiehert er uns hinterher - was Amor derzeit aber ebenso macht. Das heißt natürlich nicht, daß die Situation tatsächlich spurlos an ihm vorüber geht. Aber meine Ansätze, ihn durch Avalons frühzeitigen Einzug, dessen Eingliederung und die Bachblüten zu unterstützen, gehen weitgehend auf. 

Früüüüühling! ❤️
Früüüüühling! ❤️

25.03.2022

 

Am Nachmittag gehts mit Willi nochmals auf die Reitwiese. Da wir übers Wochenende auf einem Reitlehrgang sind, will ich schauen, was derzeit so anliegt. Gut, nach der Winterpause eigentlich: alles. ;-) 

 

Nach dem Übertretenlassen an der Hand (was heute linke Hand fast genauso gut  gelingt wie rechts) und dem Aufwärmen am hingegebenen Zügel unter dem Sattel auf vielen großen gebogenen Linien, großen Volten in Außenstellung, etwas Schenkelweichen und ettlichen 1/4-Hinterhandwendungen quer über die ganze Bahn gehts an die erste längere Trabphase. Der Schwarze ist engagierter als am Montag und reagiert auch wesentlich besser auf meinen vorwärtstreibenden Schenkel. So können wir ganze Bahn die langen Seiten flotter gestalten und an den kurzen Seiten das Tempo wieder etwas aufnehmen. Er läßt sich besser schließen, ist aber weiterhin noch nicht konstant in der Anlehnung. 

 

Nach etwas Galopp auf jeder Hand und einer kurzen Pause gehts an die Seitengänge. Die entwickeln wir heute auf dem Zirkel. Willi läßt sich hierbei linke Hand jeweils besser abstellen als rechte Hand. Ich wechsle hierbei auch immer mal zwischen Schulterherein und Travers und frage das dann auch in einem verkürzten Trab ab. Im Trab ist das natürlich weiterhin ausbaufähig, aber zwischenzeitlich spürbar, daß sich da was tut. Zum Abschluß reite ich das rechte Hand im Schritt einmal einhändig - und siehe da: das funzt besser. Ergo: Zügelhaltung korrigieren. Insgesamt spüre ich, daß mich das gelegentliche Reiten mit dem Filzsattel hinsichtlich des Sitzgefühls und der Einwirkungen über den Sitz wirklich weiter bringt. 

 

Für den Kurs nehme ich mit, daß ich mich weiterhin intensiv einer konstanten Anlehnung widmen möchte. 

 

Während Willi und ich reiterlich zugange waren, konnten sich Amor und Avalon etwas auf dem Trailweg herumtreiben. Dabei kam es auf dem Viereck bei den Bigboxen zu einer Rangelei, bei der Amor sich eine kleine Schürfwunde am Hinterteil durch einen Tritt von Avalon zuzieht. Der Senior hat seinerseits aber ebenso ausgeteilt, wenngleich Avalon keine Verletzung hat. Anschließend lassen wir die drei wieder auf die Winterweide. 

Amor und Avalon gemeinsam an der Rundraufe
Amor und Avalon gemeinsam an der Rundraufe

26.03.2022

 

Da Willi heute Vormittag zum Kurs abreist und erst morgen Nachmittag wieder zurückkommen wird, werden Amor und Avalon das erste Mal tagsüber und auch nachts gemeinsam im Paddock sein. Wir verteilen hierzu wesentlich mehr Heunetze als nötig über die gesamte Fläche, so daß jeder überall an Heu kommt: zwei Netze in den Bigboxen, eines in der Rundraufe, eines im Weidezelt, und die Heukiste wird ebenfalls gefüllt. 

 

Am Vormittag sehe ich beim Blick in die Überwachungskamera Amor lange Zeit am Tor stehen und nach Willi Ausschau halten. Von Avalon ist nichts zu sehen. Erst am Nachmittag wandert Amor dann auch einmal in Richtung Bigboxen. 

 

Wir bringen derweil Willi wohlbehalten nach Heimsheim. Dort nehme ich übers Wochenende an einem Dressurlehrgang mit Christine Stückelberger teil, eine ehemalige schweizer Dressurreiterin, mehrmalige Schweizer Meisterin und vor allem auch Goldmedalliengewinnerin bei Olympia. Willi bezieht auf einem Nachbarhof eine dick eingestreute Innenbox und macht sich gleich über eine riesige Portion Heu her. Er hat erst einmal eine Stunde Zeit, sich von der gut 45-minütigen Hängerfahrt zu erholen. Dann sattle ich ihn und führe ihn in Begleitung von Gerret zum gut 1 km entfernt liegenden Barockreitzentrum. Willi und ich sind die ersten nach der Mittagspause, weshalb ich ihn zunächst 15 Minuten durch die Reithalle führe, alles anschauen lasse, und ihn dann 15 Minuten im Schritt aufwärme. 

Ich erzähle Frau Stückelberger eingangs ein wenig von uns, unserem Trainingsstand und Trainingsmöglichkeiten und daß ich gerne etwas an einer konstanteren Anlehnung arbeiten möchte. Wir gehen auf den Zirkel, zunächst im Schritt. Frau Stückelberger ist sehr nett, sehr höflich und lobt sehr viel - etwas, was mich gleich etwas beruhigt, da ich doch ziemlich aufgeregt bin, und mich auch entspannt. Überraschenderweise lobt sie relativ schnell zu Anfang mein schön gerade und locker fallendes Bein. 😳 Ausgerechnet! 😂 Dem Filzsattel sei Dank! 👍 

 

Jedenfalls hat sie einige gute Ideen für uns parat: ich soll meine Oberschenkel schön locker lassen und nur die Waden einsetzen, nicht das ganze Bein. Spanne ich auch die Oberschenkelmuskulatur mit an, behindere ich den Schwarzen damit im langen Rückenmuskel. Außerdem: immer erst die Biegung mit dem Bein erarbeiten, dann erst notfalls am Zügel sachte "anklingeln". *Schwupp* gibt Willi nach. Dann gehts an den Trab - und das ziemlich lange. Ich glaube, Willi und ich sind in einer Reiteinheit noch nie so lange und konstant getrabt wie heute. Ich merke dem Schwarzen an, daß er nach der üblichen Sequenz immer wieder anfragt und meint, daß doch jetzt eigentlich auch mal gut sein könnte...? Aber nein: weiter gehts! Ich bekomme selbst ein rotes Köpfchen und muß Willi mehrmals intensiv verdeutlichen, daß jetzt nicht gekniffen wird. Aber alles in allem gelingt es uns ganz gut, die uns über Mirko zugerufenen Anweisungen umzusetzen. Uff. 

Zum Schluß fragt uns Frau Stückelberger, ob wir auch etwas galoppieren könnten? Willi ist zwar schon ziemlich alle, gibt aber alles für mich und läßt sich nochmals schön auf beiden Händen angaloppieren. Auch dafür bekommen wir ein Lob, denn er springt anscheinend schön rund. Als wir dann noch im kurzen Abschlußgespräch auf die Seitengänge kommen, die uns im Trab ja immer etwas schwer fallen, schlägt Frau Stückelberger vor, daß ich diese nicht vom Schritt aus mit in den Trab nehme, sondern direkt aus dem Trab heraus erarbeite, was Willi leichter fallen dürfte. Wir testen das noch kurz an und tatsächlich klappt das recht schnell ganz gut. 

 

Dann ist aber Schluß für heute, und Gerret und ich führen Willi wieder zurück zu seinem Stall. Das ist insoweit ganz praktisch, als er während der gemütlichen 15 Minuten wieder ganz ausschnaufen und etwas trocknen kann - er hat nämlich echt, echt, echt geschwitzt. Ich lasse ihn nach dem Absatteln noch etwas Gras knabbern, da er nun bis morgen Vormittag in seiner Box bleiben muß, da wir wieder nach Hause fahren. So bekommt er auch gleich ein Kraftfutter und frißt dann wieder ganz gemütlich sein Heu. 

 

Wieder am Stall stehen Amor und Avalon gemeinsam im Paddock und schauen uns entgegen. Wie schön! Wir laden die 20 heute zwischendurch auch noch gekauften neuen Koppelpfosten aus, tauschen gleich einen scheppsen Weidepfosten aus und gehen dann auch noch nach der Stallarbeit mit Amor in Begleitung von Sabine und Avalon eine Stunde im Wald spazieren.

 

Amor legt im Paddock zwar hin und wieder mal in Richtung Avalon die Ohren an, geht aber auch zur Seite, als der Tinker mal auf seinen Platz an der Rundraufe möchte. Ich bin gespannt, wie die beiden die erste Nacht gemeinsam im Paddock verbringen. 

 

Willi möchte keine Bachblüten mehr nehmen. Ich biete sie im mehrmals an, aber er nimmt sie nicht mehr freiwillig, so daß ich sie ihm auch nicht weiter aufzwinge. 

27.03.2022

 

Es ist geschafft: SOMMERZEIT!!! Endlich ist es abends wieder länger hell! :-) 

 

Über die Stallkamera konnte ich in der letzten Nacht und am heutigen Morgen beobachten, daß Amor und Avalon oftmals gemeinsam unterwegs waren und zusammen standen. Vanessa geht nach der Stallarbeit mit Amor ein wenig spazieren.

 

Gerret und ich fahren derweil am Vormittag wieder nach Heimsheim, wo ich erneut als erste nach der Mittagspause dran bin. Willi ist munter, hat allerdings kein Heu in seiner Box, welche auch nicht gemistet wurde. :-( Bei 2x 25,00 EUR für zwei Tage, von denen wir ja quasi letzten Endes nur knapp 28 Stunden in Anspruch nehmen, finde ich das einen schlechten Service.

 

Ich mache den Schwarzen wieder frühzeitig fertig, wandere mit ihm in Begleitung von Gerret die 15 Minuten zur Reithalle und lasse ihn dort aber wegen des wunderbaren Sonnenscheins erst noch eine halbe Stunde vor der Halle grasen.

 

Mit Frau Stückelberger arbeiten wir dann am gleichen Programm wie gestern: Biegung wird zunächst über den Schenkel erarbeitet, dann nur leicht am inneren Ringfinger sachte mit Wirkung in Richtung Widerrist angespielt. Ich soll wieder darauf achten, nicht mit dem ganzen Bein zu treiben, sondern nur mit dem Unterschenkel, der Wade. Lasse ich im Oberschenkel los, merke ich sofort, wie das Schwarztier lockerer wird und nachgibt. Dieser Hinweis ist wirklich Gold wert, das war mir noch nie so wirklich bewußt, daß ich so mit dem Oberschenkel klemme. Da Willi heute nochmals behäbiger als gestern ist und ihn der viele Trab durchaus fordert, sollen wir ganze Bahn mit einfachen Schlangenlinien gehen. Hier muß ich natürlich schnell sein und ihn frühzeitig in den kurzen Wendungen umstellen, was ich die ersten Male verpasse. Dementsprechend werden das keine Schlangenlinien, sondern wildes Geschwanke. Ups. Irgendwann bekommen wir es aber hin, wenngleich ich heute wirklich viel zu tun habe: locker bleiben, im Oberschenkel loslassen, nur mit der Wade treiben, Willi biegen und vor allem im Vorwärts behalten. Das ist heute wirklich Arbeit. Aber ich werde mit einigen schönen Momenten belohnt, wo Willi anfängt nachzugeben, sich schön biegt und sich selbst trägt.

 

Beim kurzen Abschlußgespräch bekommen wir dann nochmals Lob: Willi hat ein tolles Interieur, gibt sich viel Mühe, hat einen schönen runden Galopp für einen Kaltblüter und ist fein geritten; das hätte Frau Stückelberger so gar nicht erwartet. Ich habe das bislang sehr gut gemacht, das könne nicht jeder mit den Kaltblütern. Puh! Ich versinke fast im Erdboden. Aber es ist toll, das einmal aus so berufenem Munde zu hören. :-)

 

Wir führen Willi zurück zum Stall, wo er - in seiner leider noch immer ungemisteten Box - noch ein wenig herunterkommen und Heu fressen kann, während wir etwas essen gehen. Für die Heimfahrt steigt er dann wieder sehr artig alleine ins Pferdetaxi.

Zweite Reitstunde bei Christine Stückelberger
Zweite Reitstunde bei Christine Stückelberger

Zu Hause angekommen entlassen wir ihn mit Amor und Avalon zunächst kurz auf die Winterweide, bevor wir alle drei in den Paddock holen.

 

Grundsätzlich will der Schwarze insgesamt für Ruhe sorgen, geht auch einmal dazwischen, als Amor mit angelegten Ohren auf Avalon zugeht. Avalon seinerseits muß allerdings auch noch lernen, vor Willi zu weichen und nicht nur empört mit seinem Vorderhuf aufzustampfen. Interessant war in diesem Zusammenhang ein Zusammentreffen an der Heukiste: Avalon frißt dort, Willi kommt mit offenem Gesichtsausdruck hinzu und bietet an, gemeinsam dort zu fressen. Avalon quietscht empört auf. Erst, nachdem Willi beim dritten Angebot, gemeinsam dort zu fressen, nicht weiter kommt, schickt er Avalon weg.

 

Wir stellen im Paddock bei der Rundraufe noch einen weiteren Zinkbottich auf, damit auch hinsichtlich des Zugangs zum Wasser kein Engpaß entsteht.

 

Ich habe Willi am Abend nochmals die Bachblüten angeboten, aber er möchte sie auch heute nicht mehr. Also scheint das soweit in Ordnung zu sein. 

Kontrastprogramm zu gestern: Willi vor der Wiesenegge
Kontrastprogramm zu gestern: Willi vor der Wiesenegge

28.03.2022

 

Auch in der letzten Nacht habe ich öfters einmal über die Kamera geschaut, was die drei Herren so treiben. Avalon steht weitgehend separat, kommt ohne Probleme an Heu und Wasser. Alles ist ruhig.

 

Für die kommenden Tage ist endlich mal etwas Regen angesagt. Deshalb wird der Schwarze am späten Nachmittag nochmals vor die Wiesenegge gespannt und schleppt mit mir an den Leinen die Winterweide ab. Das ist in knapp 30 Minuten erledigt. Anschließend säen Gerret und ich noch alle fünf Umtriebsweiden mit 20 kg Grassamen nach. Wie immer verwenden wir eine weidelgrasarme Mischung mit alten Grassorten. Danach grillen wir gemütlich im Gärtchen und lassen den Abend ausklingen. 

Abendstimmung
Abendstimmung
Fellwechsel...
Fellwechsel...

29.03.2022

 

Nach dem Stalldienst am Abend schnappe ich mir das Mörchen, enthaare ihn ausgiebig und gehe mit ihm in Sachen Handarbeit auf die Reitwiese. 

 

Er ist wieder äußerst motiviert und hat viel "Go". Wir beginnen mit dem obligatorischen Übertreten, Antreten und geschlossenem Stehen, was heute mehrmals auf Anhieb klappt. Schon dafür bekommt er viel Lob. Im geschlossenen Stehen lasse ich ihn sich dann immer wieder sachte nach hinten wiegen. Er soll dabei nur das Gewicht mehr auf die Hinterhand bringen und dabei aber keinen Schritt nach hinten machen. Auch das sitzt immer besser. Ein wenig besser auf mich konzentriert gehen wir auf den kleinen Zirkel. Ich lasse ihn sich erst schön entlang der Zirkellinie biegen, bevor ich ihn zum Schulterherein auffordere. Anhand der Stellung der Vorderhufe, die hierbei mehr in die Zirkelmitte zeigen, sehe ich, daß er sich insoweit auch hier schön biegt, und zwar auf beiden Händen. Allerdings fällt ihm das rechte Hand etwas schwerer; hier versucht er sich dann doch etwas über vermehrtes Tempo und Drängeln nach Vorwärts der Lektion zu entziehen. Nach mehreren Handwechseln frage ich das auch im Travers ab. Zum Abschluß gehts wieder an die Bande und ich frage eine Lektionenfolge von Aus-der-Ecke-Kehrt, zurück zur Bande in einer Traversale, wieder am Hufschlag angekommen Umstellen ins Schulterherein auf beiden Händen ab. Dann hat er sich einen 10-minütigen Grassnack verdient. :-) 

 

Willi und Avalon machen derweil Fortschritte: sie stehen schon zusammen im Weidezelt und fressen aus den Eckraufen. Avalon scheint sich täglich immer ein wenig besser einzuordnen und vor Willi zu weichen. 

30.03.2022

 

Endlich mal wieder Regen! Die Natur und vor allem der Boden hat es dringend nötig. Wir haben bei uns schon wieder akute Waldbrandgefahr. Allerdings hüllt sich alles sogleich in einen tristen Nebel, der tief und nieselig den ganzen Tag über uns hängt. Im Vergleich zum Sonnenschein der letzten Woche ist das schon ein deutliches Kontrastprogramm. 

 

Die Jungs fummeln sich nur langsam zusammen. In jeglicher 2er-Konstellation passt es schon sehr gut. Kommt ein dritter Part dazu, gibt es noch viel Klärungsbedarf. Willi macht seine Sache sehr gut und geht meist cool und ruhig dazwischen, macht aber notfalls auch eine klare Ansage. Amor findet das "Wir sind wieder zu dritt" noch nicht so überragend und droht in solchen Situationen deutlich in Richtung Avalon, der dann aber auch weicht. Nach vier langen Jahren einer absolut stabilen Herdenkonstellation ist das aber auch nicht verwunderlich. Es wird schon noch einige Zeit dauern, bis die drei zusammen gewachsen sind. Das geht einfach nicht von Heute auf Morgen. 

 

Ich säubere nach wie vor täglich Willis Hornspalt vorsichtig mit einem Hufnagel, pule kleine Sandsteinchen heraus und spüle das Loch mit Desinfektionsmittel aus. Der Spalt hat sich nach wie vor nicht verlängert und auch das Loch ist nicht tiefer geworden. 

31.03.2022

 

Der März verabschiedet sich mit einigem Regen. Seit gestern hat es zumindest schon einmal 15 l/qm geregnet. Das ist prima für unsere Weiden.