0.00 Uhr - Happy new Year!
0.00 Uhr - Happy new Year!

01.01.2022

 

Happy new Year!

 

Um halb zwölf gibts für Amor und Willi eine Portion Mash, ich fülle nochmals die Heustationen auf und miste ab. Dann ist es Mitternacht und ich starte mit meinen beiden Buben ins neue Jahr. Finchen liegt im Stall im Körbchen, Paula, die vorhin noch um den Stall herumschlich, hat sich verzogen. Gerret hält am Arbeitsplatz die Stellung. 

 

Das Feuerwerk fällt auch dieses Jahr zum Glück wieder einigermaßen dezent aus. Trotzdem ist es für Willi stressig. Er steht zwar neben einem aufmerksamen, aber ziemlich gechillten Amor im Paddock und scheint äußerlich ruhig. Doch seine Halsmuskulatur ist deutlich angespannt. Daß sein Kumpel Joe nicht da ist, spielt sicherlich auch noch mit hinein. So stehe ich lange bei ihm, kraule und spreche leise mit ihm. Erst, als er wieder einigermaßen den Hals fallen läßt, verabschiede ich mich. 

03.01.2022

 

Heute wurde Joe operiert. Er wird frühestens Ende dieser Woche wieder zurück kommen. Willi scheint sich etwas mit der Situation arrangiert zu haben und steht nicht mehr so oft am Tor. 

 

Am Abend gehen wir mit Willi und Sarah mit Amor eine Dreiviertelstunde spazieren. Der gestrige Sturm hat etwas nachgelassen, so daß wir gefahrlos eine Runde durch den Wald bummeln können. Allerdings ist ab der kommenden Nacht das nächste Sturmtief mit extrem viel Regen vorhergesagt. Die Jungs bekommen daher zwei Heunetze in den Stall und eines ins Weidezelt gehängt, zusätzlich wird nur die Heukiste gefüllt.

 

Seit Joe nicht da ist, wird nun wirklich ersichtlich, wie wenig Heu das Mörchen nur noch frißt. Zumindest kommt er mit seinen Heucobs gut über die Runden und ist nicht allzu mager. 

Im Laufe des Vormittags: 18 l/qm!
Im Laufe des Vormittags: 18 l/qm!

04.01.2022

 

Der große Regen ist da, bis zum frühen Nachmittag sind schon 18 l/qm heruntergekommen. 

 

Unser Paddock ist jedoch einwandfrei begehbar. Es stehen zwar einige Pfützen, der Sand liegt jedoch gut plan und das Wasser läuft gleich gut ab. 

 

Amor und Willi machen es sich derweil im Stall und im Weidezelt gemütlich. Dort gibts im Trockenen Heu und in der Mittagspause sogar einen Zwischensnack in Form von Mash. ;-) 

 

Wenn ich dagegen im Anderswo sehe, wie Pferde schon seit längerem und heute im besonderen tief im Matsch stehen müssen und keine Unterstellmöglichkeit haben, gruselt es mich wirklich. :-( 

Der kleine große Haflinger ;-)
Der kleine große Haflinger ;-)

05.01.2022

 

Seit gestern um 12 Uhr hat es bis heute Morgen weitere 25 l/qm geregnet, dann endlich wird es trocken und die Sonne kommt heraus. Das macht innerhalb von nicht einmal 36 Stunden satte 43 l/qm! Aber: der Paddock ist schon wieder trocken, als ich heute um 16.30 Uhr zum Stall komme. Toll! 

 

Nachdem Vanessa und ich schnell die Stallarbeit erledigt haben, gehen wir mit Amor und Willi noch eine 3/4 Stunde im Wald spazieren. 

Morgens am Stall
Morgens am Stall

06.01.2022

 

Feiertag mit Feiertagswetter. Das zieht sich im Laufe des Tages zwar etwas zu, aber am Nachmittag ist es immerhin noch so schön, daß Sarah auf Amor und ich auf Willi nicht die einzigen sind, die sich im Wald herumtreiben. Dementsprechend oft reiten wir heute Schritt-Trab-Übergänge, um die vielen Spaziergänger immer artig im Schritt zu passieren. 

 

Wir sind 1,5 Stunden 7,1 km unterwegs, galoppieren auch mal. Willis Hufschuhe halten und er springt auch artig im Linksgalopp an - etwas, was ihm mit Hufschuhen irgendwie etwas schwer fällt, wie mir scheint, denn barhuf ist das gar kein Problem. 

 

Das Mörchen hält artig mit, gibt im Trab auch mal richtig Gas. Da er nun schon einige Zeit nicht mehr geritten wurde, steigt Sarah des öfteren ab und führt ihn zwischendurch. 

 

Vor dem Ausritt habe ich mir heute einige Videos von Anja Beran angeschaut, deren Sitz mir unheimlich gut gefällt. Mit diesen Bildern im Kopf versuche ich das auch nachzuahmen. Es fühlt sich tatsächlich anders an, geerdeter, breiter im Sattel Platz nehmend. Die Videos werde ich mir öfters einmal vor dem Reiten anschauen. 

Warten, daß der Kumpel seine Heucobs frißt...
Warten, daß der Kumpel seine Heucobs frißt...

07.01.2022

 

Amor ist seine Heucobs etwas leid. Er frißt sie nur noch komplett, wenn man sie ihm mit einem Zusatz, z. B. Tee oder - am liebsten natürlich - Mash anbietet. Haferschlinger mit Altersstarrsinn... *soifzt* 

 

Über die letzte Nacht haben wir unsere Solarbatterie mit nach Hause genommen, da diese mangels ausreichend Sonnenschein in den letzten Wochen - der dunkelsten Jahreszeit eben - nicht mehr richtig gut geladen wurde. Sie hat zwar einen Tiefenentladeschutz mit einer Spannung bis wenigstens 10,7 V, weshalb wir jederzeit noch ausreichend Kapazitäten für die Beleuchtung des Stalls hatten. Aber das Weidezaungerät verlangt eine Mindestspannung von 11,4 V, wollte aber bei 11,6 V schon nicht mehr so recht, weshalb zweimal nachts keinen Saft auf dem Zaun war. Da der Paddock zusätzlich mit einem Holzzaun und Metalltoren gesichert ist und der E-Zaun entlang des Trailwegs ja innenliegend ist und durch einen weiteren Zaun um das gesamte Gelände herum nochmals geschützt ist, mache ich mir da zwar mal keine allzu großen Gedanken, aber versicherungstechnisch muß man natürlich auf der sicheren Seite sein. Jetzt hat die vollgetankte Batterie wieder eine Spannung von 12,7 V, und ich bin gespannt, ob die nun täglich zunehmende längere Tageszeit ausreichend ist, um sie zu laden. Für den kommenden Sommer haben wir jedenfalls jetzt schon geplant, zwei weitere Solarpanells aufs Dach zu montieren. 

 

Am Abend starte ich - Dank Licht aus der Solaranlage! - mein neues Projekt: Freiarbeit mit meinen beiden Jungs im Paddock. Der vordere Paddock hat eine Größe von ca. 9 x 9 m. Das ist zwar etwas knapp, hat aber dafür den Vorteil, daß ich näher an den Pferden dran bin und somit gezielter in der Hilfengebung sein kann. Und Trab ist zunächst ohnehin nicht geplant. Eigentlich. ;-) 

 

Da Amor noch mit seinen Heucobs beschäftigt ist, starte ich zunächst alleine mit Willi. Der vordere Paddock ist abgetrennt. Willi ist gleich sehr interessiert und läuft artig auf Körpersprache neben mir her, hält, geht rückwärts und läßt sich in Handwechsel schicken. Auch an eine Drehung um sich selbst auf das Kommando "Turn!" hin erinnert er sich. Das klappt alles auch auf Abstand, wenn ich in der Mitte weitgehend stehenbleibe und ihn nur mit einer kurzen Fahrpeitsche und Stimme dirigiere. Hier fällt mir aber gleich auf, daß ich erst einmal viel mehr auf mich achten muß, denn auch dann soll das im besten Fall nur auf Körpersprache funktionieren. Der Schwarze ist gleichzeitig ziemlich auf mich fixiert, schaut immer, was ich mache und möchte auch gerne zu mir herkommen - weshalb das Kommando "Appell", das ich ja auch beim Longieren benutze, und artiges Hinstehen vor mir überhaupt kein Problem ist. 

 

Dann kommt der Senior hinzu. Und schon wird Willi munterer. Ein wenig habe ich das Gefühl, daß er auf sich aufmerksam machen möchte, weil ich ja nun meine Aufmerksamkeit auf beide Buben verteilen muß. ;-) Jedenfalls geht es heute nur darum, daß beide schön hintereinander herlaufen, auf "Appell" zu mir herkommen und sich dann auf die andere Hand schicken lassen. Nach einigen Versuchen kristallisiert sich heraus, daß Willi vorne gehen mag und Amor gerne hinterher trottet, notfalls aber auch einfach weiterläuft, wenn Willi mal wieder zu mir herkommen möchte und ich ihn wieder nach draußen schicken muß. Der gemeinsame "Appell" sieht schon sehr schön aus, wenn beide zeitgleich abwenden. Mit Amor muß ich das ruhige Stehenbleiben allerdings in dieser Situation noch üben. Sobald er seinen Keks bekommt, bietet er gleich Alternativen an. Das Futterlob werde ich bei ihm daher beim nächsten Mal weglassen. Zwischendurch traben beide auch schon mal an; sicherlich meiner noch etwas unkoordinierten Körpersprache geschuldet. Willi hat Spaß und nimmt sogar richtig Haltung an. Sieht das cool aus! Nach 15 Minuten lasse ich es dann auch schon gut sein. 

 

Das macht jedenfalls Spaß und Lust auf mehr! 

Auf zur ersten Kutschfahrt 2022!
Auf zur ersten Kutschfahrt 2022!

08.01.2022

 

Am Nachmittag starten wir bei frischen 4° zur ersten Kutschfahrt des Jahres. :-) 

 

Obwohl der Schwarze der letzte Mal vor gut zwei Wochen eingespannt war, verläuft alles gechillt. So entschließen wir uns auch aufgrund eines Samstagsnachmittags, unsere erste längere Strecke durchs Dorf anzugehen, weil dann eigentlich weniger Verkehr sein sollte.

 

Willi läßt sich artig die Straße entlang fahren. Die Linie ist allerdings nicht ganz schnurgerade, weil es doch viel zu Schauen gibt - vor allem, wenn er sich selbst im Spiegel der Autoscheiben entdeckt. Aber auch ein von hinten auffahrendes Auto oder Geklapper von Fensterläden beeindruckt ihn nicht. Gerade als wir an der nächsten Ecke wieder in Richtung Gelände abbiegen wollen, kommt uns ein großer SUV mit einem unheimlich hohen Pkw-Anhänger entgegen. Der schaltet schnell, legt wieder den Rückwärtsgang ein und biegt rückwärts genau in die Straße ein, in die wir abbiegen wollen. Es bleibt uns zwischen diesem Gespann und einem geparkten Anhänger nur wenig Platz. Ich steige ab und laufe vorne an Willis Seite mit, den das alles aber gar nicht stört und der sich brav hindurch manövrieren läßt. Wahnsinn, dieses Pferd! ❤️

 

Dann geht es eine unheimlich lange Strecke zwischen Wiesen hinauf in Richtung Weinhof - immer mehr oder weniger bergan. Beim Obsthof, den wir unterwegs passieren, stehen riesige Schilder,. Doch auch die sind für das Schwarztier nicht aufregend. Als wir endlich ganz oben ankommen, haben wir einen wunderschönen Blick auf den Sonnenuntergang. Weiter gehts abwärts durch den Wald. Gerret läßt Willi noch ein wenig traben, dann gehts heim in Richtung Stall, wo wir nach einer starken Stunde wieder ankommen und von Amor erwartet werden. Willi ist fit, hat nicht einmal sonderlich geschwitzt. 

Amor bei seiner Lieblingsübung
Amor bei seiner Lieblingsübung

09.01.2022

 

In der letzten Nacht hat es nochmals 7 l/qm geregnet. Der Paddock ist etwas pfützig, aber ansonsten trocken. Amor verweigert nach wie vor einen Großteil seiner Heucobs. Das behagt mir gar nicht. Andererseits sind die in der Rundraufe, der Heukiste und im Weidezelt derzeit angebotenen Portionen immer nahezu aufgefuttert, weshalb ich davon ausgehe, daß er doch noch ein wenig Heu frißt. Und ansonsten müsste der doch hungrig sein...? 

 

Nach der Stallarbeit trenne ich mir wieder den vorderen Teil vom Paddock ab und lade Amor zur Freiarbeit ein. Ganz alleine mag er nicht herkommen, aber als ich zu ihm hingehe und - ohne Hand anzulegen - via Körpersprache frage, ob er mitkommen würde, folgt er mir gleich. 

 

Ich habe heute zwei Gerten parat: meine Handarbeitsgerte in 1,20 m Dressurlänge und eine etwas kürzere Bogenpeitsche. So habe ich quasi zwei verlängerte Arme und nutze die längere gegebenenfalls zum Treiben, die kürzere um für Abstand zu sorgen. Das Mörchen ist zunächst ziemlich lustlos. Nach einigen Runden auf dem Zirkel biete ich ihm das Podest, seine Lieblingsübung an, um ein wenig Freude in die Arbeit zu bringen. Amor: Nö! Mmmh, das kenne ich ja gar nicht von ihm! Zusammen mit der Futterproblematik bin ich ein wenig alarmiert. Also stehe ich erst einmal noch einige Zeit bei ihm und kraule seinen Widerrist, entschließe mich dann doch dazu, auch heute wieder aufs Futterlob zurück zu greifen. Und, siehe da: als ich mit drei Möhren ankomme, schaut der Hafi plötzlich wach und munter aus der Wäsche. *mrpf* Er hat mich ja echt gut erzogen... Naja, egal. Mit bald 28 Jahren darf er seinen Altersstarrsinn von mir aus ausleben.

 

Gleich klappt alles besser, Amor ist aufgeschlossen und neugierig. Er zirkelt artig um mich herum, trabt auch mal kurz, geht durch Körpersprache eingeleitete Handwechsel, zeigt Spanischen Schritt, dreht sich auf das Kommando "Turn!" um sich selbst, klettert nun freudig aufs Podest, kommt auf das Kommando "Appell!" her und tritt am Ende auch nur durch Gertenzeig zu beiden Seiten seitwärts im ganzen Travers. :-) 

Beim zweiten Frühstück ;-)
Beim zweiten Frühstück ;-)

Um die Mittagszeit bekommen wir Besuch von Fuhrmann Rolf und dessen Freudin. Ich habe in der Zeitung einen Bericht über ihn und seinen Noriker-Rappen zum Holzrücken gelesen und Kontakt aufgenommen, weil wir das mit Willi ja auch einmal gerne ausprobieren möchten. Und da wir aufgrund unserer Teilnahme am Workshop bei Carsten Rempp ja schon wissen, daß da einiges zu beachten ist, sind wir für die uns heute zahlreich gegebenen Tipps dankbar. :-) 

Unterwegs bei Winter-Sonnenschein
Unterwegs bei Winter-Sonnenschein

10.01.2022

 

Ich nutze das schöne Wetterchen und entfleuche mit Willi in der Mittagspause für eine starke Stunde ins Gelände. Zwischenzeitlich trügt mich irgendwie oft die Einschätzung des von Willi eingenommenen Tempos: mir kommt es immer etwas langsamer vor, als die Equilab-App anschließend in der Auswertung zeigt. So hätte ich z. B. erwartet, daß wir anfangs im Schritt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,3 km/h haben, tatsächlich sind es jedoch 4,8 km/h. Auch der Trab ist flotter als gefühlt. 

 

Anyway: ich nutze die heutigen Trabeinheiten, um innerhalb der Gangart viele Übergänge zu reiten, um Willis im Trab grundsätzlich eingebauten Tempomat zu lösen. Das unterstütze ich durch Aussitzen beim Aufnehmen und mit Leichttraben bei der Rahmenerweiterung. Naja, es ist schon ein Unterschied da, aber er ist m. E. nicht sooo sonderlich groß. Aber mit Rücksicht auf meine eingangs erwähnte Fehleinschätzung zum Tempo will ich das jetzt auch mal nicht überbewerten. 

 

Ansonsten ist für mich spürbar, wie mir das Anschauen der Reitvideos von Anja Beran weiterhilft. Außerdem habe ich mir aufgrund eines noch vorhandenen Gutscheins ihr Buch zum Dressursitz gegönnt. Da steht natürlich immens viel Bekanntes drin, aber einige innere Bilder finde ich sehr gut und kann sie im Sattel gleich umsetzen. Das Angaloppieren probiere ich heute mal nur aus dem Sitz heraus. Jaaa, das soll ja eigentlich immer so sein... Aber gut. Ich sitze also im Trab aus, lasse mein äußeres Bein aus der Hüfte heraus minimal nach hinten gleiten und stelle mir im Becken die Galopp-Bewegung vor. Tataaa: der Schwarze galoppiert an. Sowas! Und sogar richtig auf der linken Hand trotz Hufschuhen. Ok, die Ausrede mit den Hufschuhen taugt dann wohl nicht mehr. ;-) 

Mit Amor bei der Freiarbeit
Mit Amor bei der Freiarbeit

11.01.2022

 

Joe ist seit dem frühen Abend wieder da! :-) Er muß noch bis zum Fädenziehen in der nächsten Woche von den anderen getrennt bleiben, damit an der Wunde im Gesicht nichts passiert. Willi freut sich sichtlich.

 

Am Abend machen Sarah mit Amor und ich mit Willi im abgetrennten Paddock jeweils einzeln etwas Freiarbeit. Nachdem der Schwarze zunächst kurz neben mit an der Schulter angedockt mitgelaufen ist, schicke ich ihn auf den Zirkel. Wir wiederholen den Appell und üben auch den Handwechsel, der noch etwas ausbaufähig ist. Ebenso das Drehen um sich selbst auf das Kommando "Turn!". Aber Willi hat sichtlich Spaß. :-) 

 

Toll, daß wir über die Solaranlage nun abends Licht haben. 

Unterwegs im Wald bei eisigem Sonnenschein
Unterwegs im Wald bei eisigem Sonnenschein

12.01.2022

 

Brrr, bei gerade mal 1° schwinge ich mich in der Mittagspause in den Sattel vom Schwarztier. In der Sonne ist es noch angenehm, im teilweise schattigen und noch immer aus der Nacht gefrorenen Wald dafür buschig. Zumindest schwitzt Willi heute mal nicht. ;-) 

 

In einer starken Stunde nehmen wir 6,2 km unter die Hufe. Nach dem Aufwärmen frage ich heute nur einige schön gelingende Schritt-Trab-Übergänge ab. Galopp nehme ich heute mit Rücksicht auf Willi und die gefrorenen Waldwege nur ganz kurz als Gehorsamsübung mit einem einfachen Galoppwechsel dazwischen hinzu. Ansonsten genießen wir die Sonne und haben ein nettes Gespräch mit einem älteren Ehepaar, das von seinen Besuchen beim CHIO in Aachen erzählt, in dessen Showprogramm wohl auch immer Kaltblüter auftreten. 

 

Amor hat derweil seine Extra-Portion Heucobs komplett aufgefuttert. Nun gut. Seit gestern füttern wir standardmäßig morgens und abends nur noch jeweils 2 kg. Vielleicht bekommt er dadurch wieder etwas mehr Geschmack auf die grüne Pampe. 

 

 

13.01.2022

 

Da ich in Willis hinsichtlich Mauke immer stärker betroffener vorderer rechter Fessel eine kleine offene Stelle entdeckt habe, schere ich ihm am Abend mal wieder die Fesselbeugen frei und bürste sie vorsichtig von den Hautschuppen sauber. Die kleine Wunde versorge ich mit Silbercreme, die auch entzündungshemmend und juckreizlindernd wirkt. Der Schwarze läßt das wie immer artig über sich ergehen.

 

Anschließend werden alle drei Pferde noch entwurmt. Dieses Jahr zwar wegen Joes längerem Klinikaufenthalt etwas verspätet. Aber aufgrund unseres sehr peniblen und sauberen Stallmanagements und des Umstands, dass vermutlich ohnehin keine Magendasseln bei uns vorhanden waren, ist das verschmerzbar. 

 

Sarah und Michi gehen mit Amor dann noch ein wenig spazieren. Der bekommt heute auch mal was besonderes übers Futter: Karamalz. :-) Findet er meeeega-lecker!

Mein Glanz Diamant: Willi ❤️
Mein Glanz Diamant: Willi ❤️

14.01.2022

 

Am Morgen hängt ziemlich dichter Nebel über uns fest. Der lichtet sich in meiner Mittagspause langsam. Trotzdem ist es noch ziemlich frostig, weshalb ich heute erstmals den Reitrock herauskrame. Das sorgt außerdem für Prinzessinnen-Feeling. ;-) 

 

Im Wald herrscht durch den noch immer leicht vorhandenen Dunst und die sich durch den Nebel kämpfende Sonne eine wunderherrliche Stimmung. Willi und ich träbeln eine längere Strecke, da der Bodenfrost schon etwas nachgelassen hat, Galopp lassen wir aber auch heute nochmals außen vor. Zwischendurch passieren wir einen alten Rückepfad, der allerdings als Weg in den Karten verzeichnet ist. *Schwupp* legt der Schwarze gleich ein zügigeres Tempo vor und stapft mal wieder so trittsicher durch die teilweise ziemlich querliegenden Äste, daß ich schon fast Schnappatmung bekomme. Aber: er weiß definitiv, was er macht. 

15.01.2022

 

Wieder hängt dichter Nebel über uns, der sich teilweise den ganzen Tag hält. 

 

Am Nachmittag gehen wir mal wieder zu dritt ins Gelände, Amor begleitet Willi und mich als Handpferd. Da es tagsüber schon wieder wärmer wird, sind viele Wege angetaut, weshalb ich schon eine Strecke mit weitgehend festen Wegen im Kopf habe. Dafür müssen wir am Anfang ein kurzes Stück durchs Dorf. Kurz vor dem Ortseingang rutscht Amor, der rechts neben Willi auf einem Grasstreifen läuft, aus. Er kann sich nicht mehr fangen, kugelt nach rechts auf die Seite, liegt flach, rappelt sich aber gleich wieder auf. Allerdings hat er zum Aufstehen keine Lust. Wozu auch: da wächst ja Gras... *augenroll* Gemütlich bleibt er liegen und futtert Gras! 😳🙄 Ich muß ihn dreimal auffordern doch jetzt bittschön auch wieder aufzustehen, damit wir weiter können. Außerdem kommen schon Spaziergänger, die komisch gucken. Also springt er auf, und wir können unsere 1,5 Stunden und 8,8 km mit 2 km Trab und vielen Schritt-Trab-Übergängen wegen vieler Spaziergänger und Radler absolvieren. Die vielen Übergänge sind eine tolle Übung, die beide Buben mit einer 1 mit Sternchen bestehen. Uns im Wald entgegenkommende große Trecker sind kein Problem, ebensowenig wie Kinder mit Kettcars. Ich bin mal wieder stolz auf meine beiden Jungs. ❤️

 

Am Nachmittag hole ich für Amor Kwikbeets. Das sind entmelassierte Rübenschnitzel, die ich ihm zusätzlich zu den Heucobs hin und wieder anbieten möchte. Grundsätzlich ist er ja munter und leistungsbereit, könnte aber etwas mehr auf den Rippen haben. Der erste Test am Abend ist gleich erfolgreich: der Eimer wird endlich mal wieder ratzeputz leer gefuttert.