Am Morgen
Am Morgen
Unterwegs am Abend im Gelände
Unterwegs am Abend im Gelände

01.08.2022

 

Der August startet, wie der Juli sich verabschiedet hat: mit Sonne satt und 30°. Uff. 

 

Willi und ich gehen am Abend eine starke Stunde mit Sarah auf Amor ins Gelände. Das Stechfliegzeugs hält sich einigermaßen in Grenzen, es weht ein leichtes Lüftchen. Willi ist artig und stapft zügig vorwärts. Ich kann ihn gut über den Sitz reiten und auch aufnehmen; es gelingt mir immer besser, ihn über den Sitz zum Nachgeben im Genick zu veranlassen: erst die Hinterhand aktivieren, dann etwas "dransitzen" (schwer zu beschreiben, dieses Gefühl), und schwupp nimmt er sich selbst auf. 

 

Während der längeren Trabphase frage ich dann auch etwas Schenkelweichen im Zickzack den Weg entlang ab, kombiniere das dann mit Schultervor und traversartigen Tritten. Das klappt richtig gut! So wäre das vor einem halben Jahr noch nicht möglich gewesen. Toll! :-) 

 

Wieder am Stall gibts für die Rösser eine erfrischende Dusche. Danach machen Gerret und ich uns noch an unser aktuelles Vorhaben: wir wollen den Trailweg etwas erweitern, wozu neue Koppelpfosten eingeschlagen werden müssen. Bei dem knochentrockenen Boden gerade nicht wirklich einfach... Das werden wir erst im Laufe der Woche fertigstellen können. 

02.08.2022

 

Warm, warm, warm... Da es aber die nächsten Tage noch heißer werden und wieder an die 40° herangehen soll, gehen Gerret und ich mit dem Mörchen und dem Schwarztier auf die Reitwiese. Während Gerret mit Amor Bodenarbeit macht, reite ich Willi 30 Minuten nur locker vorwärts, da wir uns zu viert auf der Reitwiese tummeln und somit die Wege etwas beschränkt sind. 

03.08.2022

 

Wir schlagen am Abend bei noch immer knapp 40° *hechel* *schwitz* die letzten Koppelpfosten ein und ziehen die E-Seile. Die Trailwegerweiterung ist fertig! :-) Jetzt fehlen uns nur noch ein paar Torgriffe, um sie dann auch zugänglich machen bzw. auch mal absperren zu können. Da für diesen Teil des Trailwegs keine Bodenbefestigung vorgesehen ist, soll er auch absperrbar sein, sollte es bei nasser Witterung allzu matschig werden. 

Ausflug am Vormittag
Ausflug am Vormittag

06.08.2022

 

Die letzten Tage war es von morgens bis abends mit knapp 40° immer viel zu warm, um mit dem Pferden etwas zu unternehmen. Sie haben die Tage deshalb gechillt auf der Weide verbracht - der Schwarze sogar meistens, ohne überhaupt einmal in den Stall zu gehen. Wenn, dann kam er nur zum Saufen herein. Ansonsten stand er immer gerne zwischen den hohen Mirabellenbüschen auf Weide Nr. 2, durch die wenigstens immer noch eine leichte Brise kommt.

 

Am heutigen Vormittag steht dafür ein Ausflug an. Wir packen beide Ponys in den Pferdeanhänger und fahren mit ihnen zum Grötzinger Baggersee. Dort gibt es eine Badestelle extra für Pferde, die aber von April bis Oktober nur bis 10.00 Uhr genutzt werden darf. Wir parken nicht direkt am Baggersee, sondern auf der anderen Seite der Bundesstraße, wo kaum etwas los ist und wir die Pferde gemütlich aus- und später wieder einladen können.  

Amor und Gerret im Baggersee
Amor und Gerret im Baggersee

Wir führen die Jungs über die Bundesstraße und wandern die kurze Strecke zum Baggersee. Am dortigen Parkplatz zeigt sich, daß es gut war, daß wir nicht dort parken wollten, denn es ist trotz der frühen Uhrzeit schon einiges los. Auch an der Einstiegsstelle für die Pferde müssen wir uns anstellen: zwei Pferde sind schon wieder aus dem Wasser heraus, eines plantscht noch vor sich hin. Wir bereiten uns derweil vor und ziehen unsere Klamotten aus, unter denen wir unsere Badesachen tragen. Außerdem haben wir ein Handtuch dabei. Ganz unvorschriftsmäßig trage ich Outdoor-Sandalen, mit denen ich aber auch ins Wasser kann. Gerret läßt seine Turnschuhe an. Erst, als das dritte Pferde auch das Wasser und die Einstiegsstelle verlassen hat, führen wir Amor und Willi ans Wasser.

Was ist da drüben?
Was ist da drüben?

Beide plantschen gleich los. :-) Dann wirds spannend: werden beide auch ins tiefere Wasser hinein gehen und vielleicht sogar schwimmen? Sicher ist jedenfalls: wir wollen sie auf keinen Fall drängen, alles soll freiwillig sein. 

 

Letzten Endes ist Amor zwar durchaus begeistert vom Wasser und paddelt mit einem Vorderbein gerne darin herum, taucht auch mal den Kopf ziemlich tief bis weit über die Nüstern in den See, möchte aber nicht weiter als bis zum Bauch hineinlaufen. 

 

Anders der Schwarze. Ich weiß ja, daß er eine Wasserratte ist und habe durchaus erwartet, daß er mir auch tiefer ins Wasser folgen würde, bin aber etwas überrumpelt, als er von selbst gleich immer weiter und weiter und weiter in den See hineinläuft und eine Runde um mich herum schwimmt! :-) Ich komme kaum hinterher! *grins* 

 

Und was bin ich froh, daß ich mich dazu entschieden habe, das erst einmal ohne Sattel und Trense zu probieren... 

Im Galopp auf Weide Nr. 3
Im Galopp auf Weide Nr. 3

Nach gut 20 Minuten lassen wir es dann gut sein, denn die nächsten beiden Pferde sind schon zum Einstieg gekommen. Wir sind total happy, daß die beiden Buben so anstandslos mit ins Wasser sind und offensichtlich auch Spaß hatten. Einzig ein am anderen Ende des Sees herumpaddelndes Völkchen Schwäne hat sie hin und wieder etwas aufhorchend über den See gucken lassen. 

 

Wir zuckeln wieder zurück zum Pferdeanhänger, lassen die beiden aber am Waldrand noch 15 Minuten grasen und etwas trocknen, damit sie einigermaßen trocken wieder in den Pferdeanhänger einsteigen können. 

 

Zu Hause am Stall gehts dann ab heute auf die noch voll in Heu am Halm stehende Weide Nr. 3. Yippieh! 

Mein braver Schwarzer
Mein braver Schwarzer

Am Abend nutze ich dann die heute etwas milderen Temperaturen vo, "nur noch" knapp 30° für eine kurze Runde mit Willi in den herrlich kühlen Wald. Wir sind eine starke Stunde unterwegs, nehmen dabei knapp 6 km unter die Hufe, traben auch einige längere Strecken und galöppeln gemütlich die Waldwege entlang. Zur Belohnung gibts dafür anschließend eine kühle Dusche für die Sattellage. 

 

Auf Weide Nr. 3 steht nun wirklich Heu am Halm - auch die Untergräser sind zwischenzeitlich nicht mehr wirklich grün. Damit uns der Weidegang noch eine Weile erhalten bleibt, bleiben die Buben ab sofort nachts über auf dem Paddock und bekommen wieder an den üblichen Stellen - Heukiste, Rundraufe und zwei Bigboxen - Heu angeboten. 

 

Willi hat nun seit vier Wochen Schwefel bekommen, welcher mir hinsichtlich seines Juckreizes an den Fesseln empfohlen wurde. Tatsächlich juckt er sich dort zwischenzeitlich deutlich weniger. Ich werde die 1 kg-Dose, die rund drei Monate halten dürfte, komplett verfüttern. 

Wir werden fotografiert
Wir werden fotografiert

07.08.2022

 

Damit es auch mal schöne Rittbilder von mir selbst gibt, kommt heute ein befreundeter Hobby-Fotograf und lichtet uns am Abend ab. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Fotos geworden sind. 

 

Amor findet den Termin super, denn die meiste Zeit darf er irgendwo stehen und Gras futtern. Willi macht ebenso artig mit und trabt und galöppelt ettliche Male hin und her, wobei man ihm aber schon anmerkt, daß er das eigentlich mehr als eine Verschwendung seiner Ressourcen ansieht. ;-) 

 

Gerret hat auch noch einige Bilder gemacht: 

08.08.2022

 

Am Abend kreisle ich mit Willi ettliche Runden über die Reitwiese. Ich habe als Motivator die lange Touchiergerte in der Hand, was einen deutlichen Unterschied zu einer normalen Dressurgerte macht. Witzigerweise brauche ich sie auch gar nicht einsetzen - es reicht, daß ich diese locker in der Hand halte. ;-)

 

Aufgewärmt an der Hand und am hingegebenen Zügel unter dem Sattel löse ich ihn anfangs mit Schenkelweichen entlang der Bande und über Viereckverkleinern und wieder -vergrößern. Hier nützt mir die Touchiergerte allerdings dann doch, indem ich sie an der Hinterhand leicht anlege, damit diese besser mitkommt, Willi gut übertritt und wir gerade bleiben. 

 

Die erste Trabphase gefällt mir sehr gut, weil sich der Schwarze sukzessive bei aktiver Hinterhand schön aufnehmen läßt. Ich schließe hier auch gleich eine längere Galopprunde an - für unsere Verhältnisse wirklich lang, mehrere Zirkel und auch ganze Bahn. Willi kommt ins Schnaufen. Dafür gibts dann eine Pause am hingegebenen Zügel. Nachdem ich diesen wieder vorsichtig aufgenommen habe, frage ich Schulterherein auf beiden Händen auf dem Zirkel, anfangs jeweils entwickelt aus einer Volte ab. Hier ist zwischenzeitlich richtig gut zu führen, wenn Willi sich biegt. Den Abschluß der heutigen Einheit bilden ettliche Halt-Schritt-, Schritt-Trab- und Schritt-Galopp-Übergänge. Letztere klappen noch nicht punktgenau, wobei es aber halt auch schon sinnvoll wäre, wenn sich der Reiter dazu auch einen genauen Punkt vornimmt... ;-) Es ist jedoch zu merken, wieviel mehr Kraft Willi zwischenzeitlich hat, um aus dem Schritt schön in den Galopp einzuspringen. 

Neue Blümchen auf Timis Grab
Neue Blümchen auf Timis Grab

10.08.2022

 

Um 12.15 Uhr habe ich bei 30°, die aber durch einen stark böigen Wind gar nicht so heiß sind, mal wieder eine Reitstunde bei Annette. Ich bin frühzeitig auf der Reitwiese zum Aufwärmen an der Hand und unter dem Sattel. So ist Willi durch große gebogene Linien, Schenkelweichen und Vor- und Hinterhandwendungen schon gelöst, als Annette kommt. Nebenbei: mir ist in letzter Zeit schon aufgefallen, wie schnell der Schwarze zwischenzeitlich schon zu Beginn einer jeden Einheit abschnaubt, nämlich schon während des Schreitens am hingegebenen Zügel. 

 

Wir starten mit Schulterherein auf gebogenen Linien, nehmen zwischendurch den Trab mit dazu und schauen uns auch den Travers an. *grmpf* Und noch immer gelingt es mir nicht, meine linke Schulter richtig zu kontrollieren und zu positionieren. *augenroll* Ich nehme sie in Linkswendungen kaum gem. Drehsitz zurück und kompensiere das dann gegebenenfalls mit einer rückwärtswirkenden linken Hand. Menno! Das ist schon immer Thema in unseren Reitstunden und fiel mir in letzter Zeit auch schon immer wieder beim eigenständigen Nacharbeiten meiner Hausaufgaben auf. Annette ist mal wieder hartnäckig und bleibt dran und so bekommen wir das am Ende tatsächlich richtig schön gelöst: indem ich nicht in Fahrtrichtung, sondern deutlich vermehrt nach links schaue bleibt meine Schulter zurück, ich komme mit dem linken Bein gut durch, die linke Hand kann nachgeben und Willi bleibt trotzdem im Schulterherein. So. Meine Hausaufgabe für die nächsten Wochen! Ich überlege, dazu evtl. auch einmal die Körperbänder an mir einzusetzen. 

Am Abend lege ich dann letzte Hand an die Trailweg-Erweiterung und bringe an Weide Nr. 4 und an den Zugängen zur Erweiterung neue Torgriffe an. So kann die Trailweg-Erweiterung, die ja nicht befestigt werden wird, bei matschigem Wetter auch abgesperrt werden. Durch diese Erweiterung haben die Jungs nun doppelt soviel Laufweg wie vorher. Wir werden eventuell noch ein oder zwei Futterstellen dort in den Ecken anlegen, damit auch eine Anregung zum Hinlaufen vorhanden ist. 

 

Einen weiteren positiven Effekt erhoffe ich mir aufgrund der Lage des neuen Trailwegs um Weide Nr. 4 herum hinsichtlich des Berufkrauts, das so keinen direkten Übertragungsweg mehr zu den angrenzenden Weiden hat.