Prost Neujahr am Stall mit Amor und Willi
Prost Neujahr am Stall mit Amor und Willi

01.01.2021

 

Wie immer endet das alte Jahr und beginnt das neue für uns mit den Pferden. Noch vor Mitternacht fahren wir zum Stall, misten ab und füttern nochmals Heu. Amor freut sich zudem über eine extra Portion Heucobs, die er restlos vertilgt. Es regnet, ist aber durch den Nebel relativ hell. 

 

Corona-bedingt fällt das Feuerwerk dieses Jahr recht dürftig aus. Die Jungs schauen trotzdem aufmerksam in Richtung Karlsruhe. Sonst stehen sie immer im anderen Paddock an der Rundraufe und schauen nach Söllingen. Aber dort ist heute wenig los. Wir wurden auf der Fahrt zum Stall auch gar nicht polizeilich kontrolliert, hätten für diesen Fall aber auch die Eigenerklärung zur Pferdeversorgung, unsere Personalausweise und die Equidenpässe der Pferde parat. 

 

Die Jungs sind jedenfalls ruhig. Amor ist da ja ohnehin recht unproblematisch. Joe frißt Heu. Ich stehe etwas bei Willi und kraule ihm den Schopf, wobei er den Kopf immer tiefer fallen läßt. Alles gut. 

Ein müdes Schwarztier
Ein müdes Schwarztier

Als wir am Nachmittag zum Stall kommen, macht Willi noch einen etwas müden Eindruck. Ich glaube, er war auch derjenige der Drei, der am meisten mit dem Geböller zu tun hatte, wenngleich er ja äußerlich immer sehr gelassen ausschaut. 

 

Da hilft ein kleiner, einstündiger Spaziergang, um den Kreislauf wieder etwas anzuregen. Zwischendurch gibts auch eine kleine Snackpause zum Grasen. 

 

Das Mörchen ist dagegen munter und stapft freudig bergauf und vor mir weg. ;-) Dafür bemerke ich, daß er bergab deutlich langsamer unterwegs ist, die Schrittlänge verkürzt sich. Evtl. sind das solch kleine Anzeichen für Arthorse in den Gelenken. 

Happy new Year!
Happy new Year!
Hallo, Du! ❤️
Hallo, Du! ❤️

02.01.2021

 

Während Amor schon seine zweite Portion Heucobs vertilgt, gehen   Willi und ich am Vormittag in Begleitung von Claudia auf Joe zwei Stunden ins Gelände. Wir traben und galoppieren auch ein wenig, sind aber hauptsächlich im Schritt unterwegs und haben so auf 9,6 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,1 km/h, was für Willi in Ordnung ist. 

 

Heute machen wir einen Abstecher in den Stupfericher Wald Richtung Kleinsteinbach/Mutschelbach und müssen hierzu auch eine Kreisstraße überqueren. Die Jungs sind vorbildlich artig, warten am Straßenrand und traben dann an, damit wir die Straße schnell überqueren können. 

 

Irgendwann zwischendurch muß ich dann doch wegen kalter Füße mal absteigen und führe Willi ein Stückchen. So um die 0° ist halt schon frisch. Durch unser gemütliches, wenn auch zügiges Tempo kommt Willi, der zwischendurch schon geschwitzt hat, wieder trocken am Stall an und dampft nicht einmal, als ich ihm den Sattel abnehme. 

03.01.2021: Juhu! Der erste Schnee!!!
03.01.2021: Juhu! Der erste Schnee!!!
Meine kleine Plüschkugel
Meine kleine Plüschkugel

03.01.2021

 

Juhu, in der Nacht hat es das erste Mal in diesem Winter richtig geschneit. :-) Auch die Pferde scheinen sich darüber ziemlich gefreut zu haben: auf dem Trailweg sind ziemlich viele Haufen verzettelt, weil die Jungs ohne Rücksicht auf Verluste hoch- und runtergaloppiert sind. Im Viereck auf der Kuppe sind die Tannenzweige überall verteilt. Das Abmisten fühlt sich daher ein wenig wie Ostereiersuchen unter dem Schnee an... *mrpf* 

 

Naja, egal. Hauptsache, sie haben Spaß. :-) 

 

Ich kontrolliere bei dieser Gelegenheit mal wieder das Unterfell, indem ich meine Fingerspitzen unters Fell schiebe. Dort ist alles trocken. Das Oberfell leitet den Schnee, der im Laufe des Vormittags schon wieder dahinschmilzt und eher in Regen übergeht, einwandfrei ab. 

 

04.01.2021

 

Laura berichtet mir am Morgen, daß das Mörchen gestern Abend äußerst anhänglich war und heute Morgen plötzlich und unvermittelt gepinkelt hat, als er vor der Sattelkammer stand und einen hoffnungsvollen Blick hinsichtlich eines Snacks in diese warf. Gibts Prostata-Probleme bei älteren männlichen Pferden? ;-) Nein, Spaß beiseite. In der Mittagspause fahre ich zum Stall, kredenze Amor eine Mittagsportion Heucobs, äpple derweil ab und beseitige die Reste der gestern noch unter dem Schnee verborgen gebliebenen Pferdehaufen. Uff - wenn die drei so über den Trailweg tollen und das im Schnee vermatscht, ist das ganz schön viel. Ich bin doch fast eine Stunde beschäftigt. 

 

Der Senior schaut jedenfalls als ich wieder zum Stall heruntergelaufen komme, sehr munter aus der Box. Ich messe noch seine Temperatur, die mit 37,2° aber völlig normal ist. Alles in Ordnung. 

 

Am Abend gehen Vanessa, heute erstmals gem. dem ab 01.01.2021 offiziell laufenden schriftlichen Reitbeteiligungsvertrag als richtige Reitbeteiligung, und ich mit Willi und Amor eine Dreiviertelstunde im Wald spazieren. Vanessa hat Willi auch die Hufschuhe aufgezogen, damit sie ein wenig Übung darin bekommt. Es freut mich, daß Willi nun auch schon wesentlich zügiger mit ihr mitläuft. Der Herr ist ja Fremden gegenüber immer zunächst etwas stoisch und möchte überzeugt werden, daß das auch ok so ist und man Spaß haben kann. ;-) 

Willi und sein Schneehaufen...
Willi und sein Schneehaufen...

05.01.2021

 

Ich bin diese Woche im Homeoffice, und so nutze ich eine verlängerte Mittagspause für einen stark einstündigen Ausritt mit Willi. So langsam haben wir den Dreh raus, und Willi dieselt sich nicht erst warm. Ich muß ihn natürlich noch dazu anhalten, aber er hält sein flottes Vorwärts gut ein - zumindest im Schritt. Trab und Galopp findet er heute zunächst etwas oll. Als wir aber an "seine" Galoppstrecke kommen, bin ich wieder froh, die Zügel gerade aufgenommen zu haben. Eiiiiigentlich wollte ich da ja im Schritt entlang... Allerdings nehme ich mir vor, das beim nächsten Mal nicht mehr durchgehen (im wahrsten Sinne des Wortes) zu lassen, damit er sich das Lospreschen an dieser Stelle nicht angewöhnt. 

 

Insgesamt sind wir also in 68 Minuten 6,1 km unterwegs, traben davon insgesamt 8 Minuten (1,5 km) und galoppieren ein kleines Minütchen (0,3 km). 

 

Eine nette Begebenheit ergibt sich auf der zweiten längeren Trabstrecke: es kommen uns Spaziergänger entgegen. Natürlich pariere ich Willi vor ihnen durch und möchte sie schon im Schritt passieren, da sprechen sie uns an, daß sie sich nun schon gefreut hätten, mal ein Pferd im Trab zu sehen. Wir kommen ins Gespräch und ich erkläre, daß es für uns als Freizeitsportler ohne große Lobby sehr wichtig ist, daß wir offen und freundlich in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, und dazu gehört eben insbesondere auch, aufeinander Rücksicht zu nehmen, zumal es ja viele Menschen gibt, die auch Angst vor solch großen Tieren wie Pferden haben. 

 

Auf dem Heimweg entdeckt Willi weit vor uns etwas Weißes auf einer Wiese. Ach, Du Schreck! Was macht das da? Und wieso ist das dort? Er bleibt immer wieder stehen und glotzt mit hoch aufgerichtetem Kopf und durchgesacktem Rücken (ich sitze wie in einer Hängematte) dem Schneehaufen entgegen. Ich treibe sachte weiter und lobe jeden Schritt vorwärts. Da ich ohnehin aber ein Stück weiter vorne absteigen und den Rest des Heimwegs führen wollte, da es einen steilen Berg hinunter geht, steige ich eben jetzt schon ab und führe Willi in ein schrecklich aufregendes Abenteuer. *grins* Natürlich springt uns der Schneehaufen, ein vermutlich in sich zusammen gesackter Schneemann, nicht an. Aber Willi findet das trotzdem ziemlich gruselig und schnaubt erst einmal ab und läßt den Hals fallen, als wir daran vorbei sind. 

 

Abends gehe ich mit dem Mörchen schon im Dunkeln noch eine Dreiviertelstunde spazieren. Wir sind wie immer mit Leuchtartikeln ausgestattet - und haben eine nicht so schöne Begegnung: auch hier kommen uns Spaziergänger, diesmal auch mit Hund entgegen, die ihrerseits vollkommen dunkel gekleidet sind und auch keine Leuchtmittel dabei haben, und sich sogar beschweren, daß ich sie mit meiner Kopflampe anleuchte... Tja... Amor darf am Waldrand etwas grasen, unterwegs machen wir ein paar Übungen wie Rückwärtsrichten und Seitwärtsweichen. Das Rückwärtstreten quittiert Amor hin und wieder mit einem Kopfschnicken. Beim Auskratzen der Hufe fällt mir zudem auf, daß er sich an den Hinterhufen eine Zehenrichtung angelaufen hat. Übermorgen kommt ja aber auch der Hufpfleger. 

Aufzeichnung mit der Equilab-App
Aufzeichnung mit der Equilab-App

06.01.2021

 

Winter-Ussel-Wetter: es schneeregnet bzw. nieselt, alles ist grau, neblig und matschig. 

 

Als ich zum Stall komme, hat Willi es sich im Viereck bei den Bigboxen schon wieder gemütlich gemacht und sich in Häschenstellung abgelegt. Und dann komm wieder ich und will mit ihm ins Gelände... Er hat da offensichtlich einen besonderen Biorythmus. ;-) Ich nutze das schlechte Wetter und ziehe gleich nochmals meinen Reitrock an. Da hat der Regen keine Chance. 

 

Zusammen mit Claudia und Joe nehmen wir 7,7 km unter die Hufe und traben dabei auch knapp 11 Minuten. Auf den Galopp verzichten wir heute, weil selbst die geschotterten Waldwege überall recht vermatscht sind. Außerdem sind am heutigen Feiertag teilweise richtige Völkerwanderungen trotz dem usseligen Wetter unterwegs. Aber: jeder ist froh, raus zu kommen, überall grüßen uns fröhliche Gesichter zurück. 

 

Das am Stall zurückgebliebene Mörchen wiehert uns entgegen, als wir wieder am Stall ankommen. Er wird am Nachmittag von Sarah bespaßt. 

07.01.2021

 

Die Jungs haben nach mehrwöchiger Abstinenz mal wieder das Stroh für sich entdeckt. Sowohl im Stall, als auch im Weidezelt knabbern sie daran herum. 

 

Amor äppelt derzeit weniger. Sammle ich sonst nur 1-2 Haufen weniger von ihm ein, sind es heute nur die Hälfte der Anzahl von Willi und Joe (25 zu 5). Anhand der Heuwickel kann ich schon sehen, daß er dennoch zumindest ein bißchen Heu frißt. Das muß ich beobachten und so oft es geht eine extra Portion Heucobs einschieben. 

 

Am Nachmittag treffen sich Sarah und Vanessa das erste Mal gemeinsam am Stall und gehen mit Amor und Willi eine starke Stunde ins Gelände inkl. Trab und kurzem Galopp. Alles prima. :-) 

Kurti und ich vor vier Jahren im Schnee❤️
Kurti und ich vor vier Jahren im Schnee❤️

08.01.2021

 

Um 05.40 Uhr beginne ich mitten im Schneegestöber mit der Stallarbeit. Heute vor vier Jahren hat es auch geschneit - und ich bin mit meinem Punkti damals durch den Schnee geritten. Wenn ich zu solchen Anlässen die Bilder mit im betrachte, fehlt er mir wieder sehr. 

 

Heute ist das Verhältnis von Amors zu Willis und Joes Hinterlassenschaften etwas ausgeglichener, aber immer noch weniger als sonst (22 zu 5). 

 

Als ich vom Trailweg herunterkomme, sehe ich nur Joe an der Rundraufe stehen. Auch beim Stall kann ich Willi nicht entdecken. Wo isser denn? Hach jaaaa, schwarzes Pferd in der Nacht: er steht in der Ecke neben der Rundraufe und sinniert über das Frühstück nach. ;-) 

 

Am Nachmittag bekommen die Jungs von Hannes die Hufe gemacht und wir gehen abends mit ihnen noch eine halbe Stunde spazieren. 

Amor - rund und gesund. :-)
Amor - rund und gesund. :-)

09.01.2021

 

Das Mörchen hatte in der letzten Nacht eine Regendecke mit ungefüttertem Fleeceeinsatz an, weil die Temperaturen deutlich unter 0° gingen. Er hat sich auch mit dieser normal hingelegt, wie ich an den Sandspuren sehe. 

 

Heute sind Willi und ich wieder mit Claudia und Joe unterwegs. Während Amor mit einer weiteren Portion Heucobs am Stall zurückbleibt, reiten wir heute eine Schleife im Berghausener Wald und sind in starken zwei Stunden 10,3 km unterwegs. Mit Rücksicht auf die Pferde und das Geläuf sind wir hauptsächlich im Schritt unterwegs. Selbst die Waldwege sind einfach zu matschig. 

 

Während sich die Sonne langsam durch die Wolken und den Nebel kämpft, reiten wir durchs Winterwunderland: die Bäume sind alle noch schneeverhangen, selbst auf kleinsten Ästchen liegt eine dicke Schneeschicht. Es ist einfach traumhaft. Auch deshalb hängen wir nochmals und nochmals und nochmals eine Schleife an, so daß wir schließlich erstmals seit langer Zeit wieder die 2-Stunden-Marke knacken. Da ich meinen Reitrock anhabe, ist aber aber nicht tragisch. Aber: mir tut anschließend echt der Bobbes weh... ;-) 

 

Wie während der ganzen letzten Ritte achte ich auch heute wieder stark auf eine losgelassene Innenschenkelmuskulatur und merke, wieviel besser das durch die permanente Achtsamkeit schon geworden ist. Auf dem Heimweg frage ich zunächst etwas Stellung auf beiden Seiten ab und schließlich auch ein wenig Schultervor. Das ging schon mal besser, aber mit Rücksicht auf die Winterpause finde ich das nicht weiter tragisch. Das werden wir im Frühjahr schnell wieder aufholen. 

 

Zurück am Stall entdecke ich, daß Amor seine zweite Portion Heucobs nicht gefressen hat. Na, sowas! Er steht lieber an der Rundraufe und zupft Heu. *soifzt* Deutlicher kann er mir eigentlich nicht zu verstehen geben, daß ich ihn vermutlich zu sehr verwöhne mit den Heucobs und sie in der Menge eventuell doch nicht notwendig wären. Aber: hach ja, er wird ja nun bald 27 Jahre alt und hat sich das Umsorgtwerden einfach verdient. Deshalb bekommt er für die Nacht auf wieder sein Mäntelchen an.

Guten Morgen!
Guten Morgen!

10.01.2021

 

Gut, daß ich gestern Abend noch den Paddock gerade gerechelt habe: heute Morgen ist alles gefroren und eisig. 

 

Da die Wolken recht schnell wunderbarem Sonnenschein und einem knallblauen Himmel weichen, sattle ich den Schwarzen. Gemeinsam mit Gerret und Amor drehen wir eine 1,5-stündige Runde durch den noch immer zauberhaften Winterwald. Ich habe Willi heute keine Hufschuhe angezogen, da wir ohnehin nur Schritt gehen. Er sucht sich seinen Weg selbst und kommt damit auch gut zurecht. Da der beste Ehemann von allen auch gerne etwas joggen möchte, traben wir dann doch mal kurz. Nach 5,8 km kommen wir wieder am Stall an. 

 

Ich habe heute auch mal eine alte Lammfellsatteldecke unter Willis Sattel ausprobiert. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß unsere Grandeur-Schabracke, deren Unterseite aus Filz besteht, nicht mehr so taugt, denn ich bekomme den Filz auch mit regelmäßigem Ausbürsten nicht mehr so wirklich sauber. Ich denke, die muß mal in die Waschmaschine; aber ob das geht...? Mit dem Lammfell ist er jedenfalls gut zurecht gekommen. Ich denke, das werde ich in der nächsten Zeit öfters nutzen. 

Am frühen Abend
Am frühen Abend

11.01.2021

 

Brrrr, die letzte Nacht war mit -7° ganz schön kalt. 

 

Eigentlich hätten unsere drei Buben heute wie jedes Jahr ins Trainingslager auf dem Quellberghof einrücken sollen. Aber aufgrund der dort sehr strengen Auflagen und des Umstands, dass wir dann nur sehr eingeschränkten Zugang zu unseren Pferden gehabt hätten, haben wir den Aufenthalt storniert. So haben wir diesen Winter leider keine Halle und den Stalldienst in der ollsten Jahreszeit weiter an der Backe, und gerade für Amor, den das dortige Reha-Training immer sehr gut getan hat, tut es mir leid. Aber so können wir unsere Pferde jederzeit sehen und etwas mit ihnen unternehmen, was in dieser Zeit ja wirklich etwas wert ist. Und gerade Amor mit seinen bald 27 Jahren nicht mehr so oft wie gewöhnlich sehen zu können, würde mir sehr weh tun, denn ich bin um jeden Tag froh, den er bei mir ist. 

 

Am Abend gehen Sarah mit Amor und ich mit Gerret und Willi unsere obligatorische Spazierrunde durch den Wald. Durch den reflektierenden Schnee und das gute Wetter ist es heute schon bis gut 17.30 Uhr hell. Willi ist anfangs äußerst träge, weil er sich erst nach 15 Minuten entscheiden kann, doch mal zu äppeln. Und Amor findet den hart gefrorenen Boden ziemlich plöt. Dafür dürfen wir einen wahnsinnig tollen Abendhimmel im fantastischsten Rot bestaunen. 

 

Anschließend schere ich mal wieder Willis vordere Fesselbeugen und hintere Röhrbeine hinsichtlich Mauke und Raspe frei. Ich habe in den letzten beiden Wochen nicht mehr so viel geschmiert, und siehe da: es sieht sehr, sehr gut aus! :-) Damit die Haut nach der Rasur nicht zu sehr stupfelt, trage ich heute aber mal wieder dick Nivea-Lotion auf, was der Schwarze alles sehr brav und geduldig über sich ergehen läßt. 

 

Amor bekommt auch wieder seinen Mantel an; ab heute Nacht und für Morgen ist Schnee angesagt. 

Abendspaziergang
Abendspaziergang
Paula und Fine
Paula und Fine

13.01.2021

 

Nachdem es gestern mit 13 l/qm recht viel geregnet hat und ziemlich stürmisch war, hatte das Mörchen seine Decke auch den ganzen gestrigen Tag und die letzte Nacht an. Sie hat dicht gehalten. Heute Morgen nehme ich sie aber ab, da tagsüber gute 3° gemeldet sind. 

 

Am Abend gehen Gerret mit Willi und ich mit Amor eine knappe Dreiviertelstunde im Wald spazieren. 

 

Unsere Kätzchen sind nun ziemlich heimisch und sitzen oft in ihrem Körbchen im Stall. Das Wetter ist seit gestern auch echt wieder ungemütlich und der Boden angetaut und damit ziemlich matschig. Unser Paddock ist dafür aber trocken, das Wasser läuft gut ab. Und der Kunstrasen tut weiterhin perfekt seinen Dienst. 

14.01.2021

 

Am Nachmittag gehen Vanessa auf Willi und Sarah auf Amor 1,5 Stunden ins Gelände.

Spaziergang zum Start ins Wochenende
Spaziergang zum Start ins Wochenende

15.01.2021

 

Wir starten ins Wochenende mit einem knapp einstündigen Spaziergang auf 3,8 km. Es bleibt nun doch schon wesentlich länger hell. :-) 

 

Schon als wir im Wald ankommen, höre ich immer wieder ein komisches Geräusch. Irgendwann bleiben wir stehen und lauschen: das ist eine Eule, der von einer anderen Stelle im Wald aus eine weitere antwortet. Auch Willi spitzt deshalb die Ohren und schaut nach oben in die Bäume. 

 

Gut, daß wir unsere Kopflampen auch schon in der Dämmerung eingeschaltet haben: ich lasse Willi vor einer großen Pfütze entlang des Waldwegs anhalten. Sie glänzt tief schwarz, ist ca. 1,5 m lang und gute 30-40 cm breit. Öl! Da ist an einem Auto wohl Öl in großer Menge ausgelaufen, wie die Reifenspuren zeigen, die von der Pfütze wegführen. Ich lasse Willi außenherum treten. Gott sei Dank ist er nicht durchgelaufen. 

 

Ein Stück weiter hören wir das "Huhu" der Eule nochmals deutlicher und entdecken sie schließlich auf einem hohen Baum. Das ist allerdings offensichtlich nicht nur eine Eule, sondern ein richtiger Uhu, ein riesiger Vogel mit spitzen Federohren! Er uhut noch dreimal, dann breitet er die riesigen Schwingen aus und fliegt davon. Wow! Toll, so etwas einmal in ganz natürlicher Umgebung zu erleben. :-) 

16.01.2021

 

Claudia und ich haben geplant, öfters mal längere Strecken über meine immer obligatorischen 1,5 Stunden/ca. 7 km hinaus zu reiten. Das dient auch als Vorbereitung für den Wanderritt, den ich im Juni mit Willi unternehmen will. Für heute habe ich über Outdooractive eine ca. 13 km lange Strecke rund um den Hopfenberg und wieder zurück über die Grüne Hütte geplant.

 

Das Wetter spielt mit, es bleibt trocken, allerdings die Temperaturen auch gut unter 0°. Das gibt mir Gelegenheit, meine neuen Stiefel auszuprobieren, die ich mir fürs Reiten in der kältesten Phase des Jahres besorgt habe. Die CALCETA III GTX von LOWA sind zwar keine richtigen Reitstiefel, dafür aber atmungsaktiv und wasserdicht, isolierend und gefüttert. Mit 160 EUR sind sie auch nicht gerade billig, aber ich erhoffe mir von der von mir bislang sehr geschätzten LOWA-Qualität eben warme Füße. Ansonsten trage ich heute in weiser Voraussicht unter meiner Winter-Jodhpurhose Skiunterwäsche und Skisocken (weshalb ich den Reitrock heute mal weglasse), dazu um den Hals meine für diese Jahreszeit passende Fleece-Sturmhaube, die super als Schal taugt, aber auch höher über Nacken und Gesicht gezogen werden kann und notfalls auch den kompletten Kopf bedecken kann. Dazu gibts ne dick gefütterte Pudelmütze und gute Handschuhe. Das sollte taugen. ;-) 

 

Als ich Willi seinerseits sein Schuhwerk anziehe, passiert das Mißgeschick: ein Seilzug am Schuh reißt. Mist! Ich ärgere mich immens, daß das ausgerechnet heute anläßlich eines längeren Ausritts passiert und insbesondere über mich selbst, daß ich nicht schon längst, wie geplant, ein paar Ersatzhufschuhe gekauft habe. Aber es hilft nix. Da wir ohnehin rund drei Stunden unterwegs sein werden, sprechen Claudia und ich uns ab, daß wir eben nur Schritt gehen. Ich hoffe, daß der Hufschuh insoweit hält. 

 

Nach dem Abritt stellen wir fest, daß es heute ohnehin besser ist, nur im Schritt unterwegs zu sein: viele Wege sind einfach zu hart gefroren oder doch noch zu rutschig. Den Hopfenberg umrunden wir einmal und halten uns dann in Richtung unseres bevorzugten Ausreitgebiets. Dort angekommen schlagen wir auch einige Trampelpfade im Wald ein, die extra für Reiter ausgeschildert sind. Heute liegt dort ein Baum quer. Da er zu hoch liegt, um mit den Pferden einfach drüber wegzureiten und Springen nicht in Frage kommt, schlagen Willi und ich uns zuerst ins Unterholz. Da spielt der Schwarze mal wieder seine Trumpfkarte aus: völlig gelassen läßt er sich durchs enge Unterholz lotsen, steigt auch dort nochmals über einen kleineren querliegenden Baumstamm und kommt mit mir im Sattel wieder auf der anderen Seite vom querliegenden Baum an. :-) Joe und Claudia folgen uns. Als wir an unsere Galoppstrecke kommen, zeigt Willi an, daß er zwar schon zu einem Galopp bereit wäre, läßt sich aber ohne Probleme im gemütlichen Schritt halten. So bummeln wir in Richtung Grüne Hütte und an den Mammutbäumen im Wald vorbei in Richtung Stall. 

 

Dort werden wir von Amor begrüßt, der derweil eine extra Portion Heucobs garniert mit Haferflocken und einem Apfel verfuttert hat. 

 

Auf dem Heimweg bin ich zwar auch einmal kurz abgestiegen und habe Willi ein wenig geführt, was meinen Füßen gut getan hat, da sie anschließend wieder richtig warm waren. Wirklich notwendig wäre es aber nicht unbedingt gewesen. Die Stiefel taugen also auch für längere Ritte, wenn die Temperaturen mal unter 0° sind. 

 

In 2,5 Stunden haben wir 12,5 km unter die Hufe genommen, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,6 km/h entspricht. Damit bin ich sehr zufrieden, zumal für den Wanderritt maximal 25 km/Tag auf dem Plan stehen. 

 

Willis Hufschuh mit dem gerissenen Seilzug hat den ganzen Ritt über perfekt gehalten. Allerdings ist dabei die Schnalle nun komplett abgebrochen. Die hätte ich wohl besser mal mit Panzertape an den Hufschuh geklebt. Und zu guter letzt versucht Herr Färd auch noch, sich den Hufschuh selbst auszuziehen und beißt dabei ein Stück vom Klettverschluß ab... *augenroll* Wieder zu Hause ordere ich sofort übers www ein Paar Ersatzhufschuhe. So. Feddich. 

Abmisten im Schnee - fühlt sich an wie Ostern... ;-)
Abmisten im Schnee - fühlt sich an wie Ostern... ;-)

17.01.2021

 

Über Nacht hat es wieder geschneit; es liegen 2-3 cm Schnee. Besser als nix. ;-) 

 

Z. Zt. ist es immer notwendig, morgens und abends heißes Wasser für Amors Heucobs mitzubringen, damit diese nicht in gefrorenem Zustand verfüttert werden. Außerdem muß ich nun erstmals Amors Regendecke austauschen, da sich das Fleece untendrunter doch etwas klamm anfühlt. Gut, daß ich mehrere Regendecken für ihn habe. 

 

Am Vormittag treffen wir uns mit Vanessa zur Stallarbeit. Das ist heute durch den Schneefall etwas aufwendiger wie sonst, aber zu dritt kein Problem. Allerdings nimmt man gefühlt beim Abmisten 2/3 Schnee und nur 1/3 Mist auf... 

 

Anschließend gehen wir mit den Jungs eine 3/4 Stunde im Wald spazieren. Eigentlich wäre ich mal gerne wieder in die andere Richtung gelaufen, aber der Wind bläst ziemlich kalt, so daß ein Spaziergang über weitgehend freies Feld nicht soviel Spaß verspricht. Willi muß dauernd stehenbleiben und gucken. Ganz nicht multitasking-fähiges Maskulin kann er beides nicht gleichzeitig: laufen und nach schlittenfahrenden und freudig kreischenden Kindern schauen geht nicht. *grins*