Wir wünschen einen tollen Start in den September!
Wir wünschen einen tollen Start in den September!
Lymphmassage von Sabine für Willis geschwollenes Bein
Lymphmassage von Sabine für Willis geschwollenes Bein

01.09.2020

 

In der letzten Nacht hat es 25 l/qm geregnet! Prima, denn ich habe ja gestern noch die Winterweide nachgesät. :-)

 

Am Vormittag kommt Patrik und bringt die auf Willi abgestimmten Globuli, die wir nun zweimal täglich in Wasser aufgelöst über eine Spritze ins Maul verabreichen. Es scheint ein tieferliegendes Problem zu sein, das wir länger beobachten müssen. Der Schwarze bekommt noch von Patrik die erste Lösung verabreicht. 

 

Als wir abends zum Stall kommen, macht Willi schon einen wesentlich muntereren Eindruck wie noch gestern. Die Augen sind viel offener und klar, schauen in die Weite. 

 

Dann bekommen wir Besuch von Sabine, die angeboten hat, Willi eine Lymphmassage zu geben, um den Abtransport der im Bein angehäuften Stoffwechselprodukte zu unterstützen. 

 

Zunächst wird der Venenwinkel an der Schulter geöffnet, anschließend von der Fessel aufwärts ebenso mit langsamen, anhebenden Bewegungen mit wenig Druck gearbeitet. Dem Schwarztier habe ich vorab schon eine Fliegendecke übergelegt, trotzdem findet er das ein wenig oll, möchte außerdem doch lieber zu Joe und Amor auf die Weide und ist, zwischen einigen aber doch auch recht genießerischen Momenten, etwas aufmüpfig. Das finde ich aber gar nicht schlecht, denn es zeigt, daß er wieder mehr "da" ist. Der abgeschlagene Eindruck der letzten Tagen ist heute nicht zu spüren. 

 

Das doch noch recht stramm vorhandene Gewebe lockert sich während der rund 30 Minuten tatsächlich etwas und läßt sich wieder besser verschieben. Natürlich noch nicht so wie am anderen Vorderbein, aber es wird. Ich werde das die nächsten Tage wiederholen. 

 

Vielen Dank an Sabine! :-) 

Pferdewellness am Abend :-)
Pferdewellness am Abend :-)
Gerret und Willi während der Lymphmassage
Gerret und Willi während der Lymphmassage

02.09.2020

 

Der Schwarze ist tatsächlich wieder etwas munterer. Als ich die Pferde am Abend wieder auf die Weide lasse, trabt er sogar hinaus. Auch der Gesichtsausdruck ist deutlich offener und aufmerksamer. 

 

Während Sandra mit Amor das erste Mal alleine eine halbe Stunde ins Gelände geht, gehe ich mit Willi auf die Reitwiese. Wir machen ein wenig Bodenarbeit. 

 

Ich halte Willi, der sein Knotenhalfter trägt, am Snap des Bodenarbeitsseils. Er soll möglichst frei neben mir herlaufen, ohne daß ich dabei groß mit dem Knotenhalfter Kontakt aufnehmen muß. Das klappt gleich erstaunlich gut. Ich achte sehr genau auf meine Körpersprache, drehe meinen Oberkörper auch immer gut mit in die neue Wendung, so daß Willi es leicht hat, mir zu folgen. Anhalten klappt ebenfalls sehr gut, allenfalls das Rückwärtsrichten könnte etwas zügiger sein. 

 

Dann stelle ich uns ein Cavaletti auf niedrigster Einstellung hin und arbeite das nach, was wir im letzten Jahr bei Steffi gelernt haben: zügiges Übertreten ohne anzuklopfen. Ok, das ist mal wieder ausbaufähig. Macht Willi seine Sache gut, halte ich ihn sofort mit Blick zum Cavaletti an und lobe, es gibt eine kurze Pause. Für ein wenig Abwechslung trabt er, ebenfalls mit frei von mir getragenem Snap, brav neben mir her. 

 

Zurück am Stall bekommt er dann eine Fliegendecke auf. Ich öffne zuerst den Venenwinkel, wie Sabine es mir gestern gezeigt hat, und massiere dann das linke Bein vom Kronrand ab aufwärts. Nach einiger Zeit löst Gerret mich ab, da das Hinknien doch ein wenig schwer ist. 

 

Willis Bein ist weiterhin nicht mehr warm, aber noch angelaufen, wenn auch nicht mehr so schlimm wie noch letzte Woche. Heute hat er ein paar kleine krustige Stellen, unter denen es leicht blutig ist. Die werden gesäubert und zuerst mit Aloe Vera-Emergency-Spray eingesprüht, später mit Salbe behandelt. Morgen wird er den Enzündungshemmer zum letzten Mal bekommen, dann bin ich gespannt, wie sich die Sache weiter entwickelt. 

Bevor wir gehen, lassen wir den Pferden noch ein Spielzeug da: einen großen Pappkarton, in den ich eine Handvoll Leinsamentrester gegeben habe. Willi und Amor finden das total klasse. ;-) 

Wichtiger Hinweis: bitte immer darauf achten, daß es sich um Pappkartons handelt, die NICHT mit Metallkrampen zusammengehalten werden, damit sich die Pferde nicht verletzen können! 

Zerstörung des Pappkartons erfolgreich abgeschlossen...
Zerstörung des Pappkartons erfolgreich abgeschlossen...

03.09.2020

 

Die Jungs haben den Pappkarton erfolgreich zerrupft, wie Laura am heutigen Morgen feststellt... 😂

 

Als wir am Abend zum Stall kommen, stelle ich erfreut fest, daß Willis Beinchen langsam tatsächlich abschwillt. Jedenfalls sieht das tendenziell nun täglich ein wenig besser aus. *freu* 

 

Gerret und ich gehen mit Amor und dem Schwarzen eine halbe Stunde spazieren. Auch hierbei macht Willi einen aufgeweckteren Eindruck als noch die letzten Tage, schaut interessiert um sich, als er andere Pferdekumpels sieht und trabt flott neben mir an der Hand einen Wiesenweg entlang. Auch heute Abend massiere ich ihm nochmals sein Bein vom Kronrand aus aufwärts, und es gibt die alltägliche Medikamentation. Den Entzündungshemmer gibt es heute zum letzten Mal - ich bin gespannt, wie sich das Bein dann übers Wochenende entwickelt. 

 

Während ich Willi versorge, bekommt Amor eine dritte Portion Heucobs. Ich beobachte seit einigen Tagen, daß er zwar - noch? - nicht sonderlich abnimmt. Das wird wohl auch mit an der zusätzlichen Sojaschrot- und Leinölfütterung seit zwei Wochen liegen. Aber ich mache mir dennoch etwas Sorgen. Gut, er ist nun bald 27 Jahre alt. Altersentsprechend machen die Zähne eben nicht mehr mit. Seine Kaumuskulatur an den Backen ist komplett verschwunden. Er wühlt zwar noch gerne an den Heunetzen herum, schlotzt aber mehr oder weniger nur noch den dort herumliegenden Heustaub auf. 

 

Ich vermute, daß wir über den Winter die tägliche Heucobs-Ration nochmals kräftig werden erhöhen müssen. Damit wir darauf vorbereitet sind und auch das Handling testen können, werden wir Amor in unserer zweiten Urlaubswoche demnächst versuchsweise einmal nachts von Willi und Joe im Paddock beim Weidezelt separieren. Dort möchte ich ihm dann Heu ad lib ohne Netz und auch eine größere Menge Heucobs für die Nacht anbieten. Denn wenn ich morgens unter der Woche zum Stalldienst komme, sollte der Senior seine Heucobs in gut einer Stunde aufgefressen haben. Das ist derzeit bei einer Menge von 2 kg der Fall. Evtl. reicht die Zeit auch für 2,5 kg, aber darüber hinaus wird es wohl schwierig. Und ich muß ja auch irgendwann arbeiten gehen. Mal schauen, wie wir das managen, damit der Senior genügend Futter bekommt. 

Kurzer Ausritt am Abend
Kurzer Ausritt am Abend

04.09.2020

 

Willis Krankenschein hat sich wohl erledigt. :-) 

 

Am Nachmittag bin ich schon früh am Stall. Während der Stallarbeit quietscht der Schwarze einmal auf der Weide auf und galoppiert in den Paddock. *freu* Nachdem das Bein heute nochmals besser als gestern aussieht (noch nicht 100 %-ig normal, aber fast) und er so munter ist, beschließe ich, eine kurze Runde ins Gelände zu gehen und gehe dazu unsere kleine Runde, die viele Wiesenwege hat. Wir gehen hauptsächlich Schritt, traben auch zweimal kurz. Einen Anstieg, den wir sonst immer im Galopp nehmen, gehen wir absichtlich im Schritt am langen Zügel. Fast oben angekommen habe ich das Gefühl, daß Willi gerne galoppieren möchte - und gebe die Galopphilfe. *Schwupp* explodiert es unter mir, die Vorhand fliegt nach links, die Hinterhand nach rechts und es buckelt fröhlich vor sich hin. *staun* Ich wußte gar nicht, daß das Schwarztier so beweglich ist! ;-) Im Schritt gehts dann nach Hause. 

 

Nach der Fütterung entfleucht mir der Hafischlaukopf nochmals auf die offene Weide, Willi folgt. Als ich sie einsammeln will, bricht dann plötzlich Yippieh-Party-Stimmung aus: alle sausen übermütig über die Weide!

 

Dem Tierheilpraktiker habe ich heute auch berichtet, daß sich Willi über die letzten Tage prima entwickelt hat, das Bein besser wird und er wieder wesentlich munterer ist. Und wach ist er ja heute nun wirklich! Wir bekommen aber nochmals andere Globuli, damit wir an dem Thema dran bleiben. 

Dachinspektion durch die Damen.
Dachinspektion durch die Damen.

05.09.2020

 

Ok, der Krankenschein ist noch nicht ganz abgelaufen: Willis Bein ist morgens schon noch dicker als abends, was mir bislang noch nicht auffallen konnte, da ich diese Woche morgens keinen Stalldienst hatte. Das gibt sich aber sofort nach dem Weidegang und einem knapp 30 minütigen Spaziergang am Vormittag. 

 

Ich shampooniere heute nochmals seine beiden Vorderbeine und creme alles ein. 

 

Dem Mörchen richte ich für heute Abend 3 kg Heucobs. Laura wird die Zeit stoppen, damit wir mal sehen, wie lange er zum Fressen braucht. 

 

Nachdem eine Freundin bei Paula demletzt ja Flöhe entdeckt hat und ich beide Katzendamen vor 10 Tagen deshalb schon mit einem oralen Flohmittel behandelt hatte, werden sie heute nochmals entwurmt. Jetzt nehmen sie dann hoffentlich auch wieder besser zu. 

Aufzeichnung mit der Equilab-App
Aufzeichnung mit der Equilab-App

06.09.2020

 

Tatsächlich: morgens ist Willis Bein immer noch ein wenig dicker als abends. Das kommt sicherlich daher, daß er nachts doch vermehrt herumsteht und/oder liegt, während er tagsüber mehr im Paddock und auf der Weide unterwegs ist. 

 

Am Vormittag treffe ich mich mit Sandra, wir gehen mit Amor und Willi eine starke Stunde ins Gelände. Heute gehen wir einen schönen Trampelpfad durch den Wald, wo die Jungs auch etwas zu klettern und vor allem die Hufe zu heben haben und auf den Weg achten müssen. Der Schwarze könnte wieder etwas munterer sein, denn Amor hält ohne Probleme mit - zumindest am Anfang. Das gibt sich nach der ersten Trabstrecke. Ich habe heute das Gefühl, daß Willi mich vermehrt nach links setzt. 

 

Anschließend versorge ich wieder Willis Bein. Da die Creme vom Tierarzt nun aufgebraucht ist, versorge ich die leicht krustigen Stellen mit Propolis-Balsam und massiere das ganze Bein mit Kokos-Öl ein. Das dürfte auch die derzeit wieder vermehrt vorhandenen Fliegen etwas abhalten. Am Abend bekommt der Bub dann nochmals eine Lymphmassage. 

 

Amor hat nun zweimal 3 kg Heucobs angeboten bekommen. Das ist ihm von der Menge der definitiv zu viel. 2 kg sind das Maximum, das er in einer Mahlzeit fressen möchte. Über den Winter wäre es dann am besten, ihm 3x 2 kg tagsüber anzubieten, aber das werden wir organisatorisch nur schlecht umsetzen können. Also werden wir ihn übernächste Woche für ein paar Nächte im Paddock beim Weidezelt separieren und für die Nacht 4 kg Heucobs anbieten, die er dann jederzeit nach Gusto fressen kann. 

Der letzte Abend auf Weide Nr. 1
Der letzte Abend auf Weide Nr. 1
Durch Dresden mit zwei kleinen Willis. 😍
Durch Dresden mit zwei kleinen Willis. 😍

07.-13.09.2020

 

Wir waren dann mal kurz weg. :-) Coronabedingt sind wir in Deutschland geblieben - und hatten eigentlich auf ein eher leeres Sachsen gehofft. Aber da alle Welt zu Hause in Deutschland bleibt... 

 

Zunächst ging es für zwei Tage nach Dresden inkl. Sightseeing,    bevorzugt per Kutsche durch die Dresdner Altstadt, aber auch mit flotten E-Scootern. Die Frauenkirche ist toll! Ebenso empfehlenswert: das historische Grüne Gewölbe, in das ja noch im letzten November eingebrochen wurde. Den Fürstenzug, ein riesiges Wandgemälde mit vielen Pferdebildern, dürften wir natürlich ebensowenig auslassen, und auch dem Zwinger haben wir einen Besuch abgestattet. Die Semperoper war leider an beiden Tagen geschlossen. Dafür sind wir abends im Yenidze lecker Essen gegangen. Das Yenidze ist eine im Stil einer Moschee umgebaute Zigarettenfabrik. ;-) 

Ausblick von der Festung Königstein über die Elbe in die Sächsische Schweiz
Ausblick von der Festung Königstein über die Elbe in die Sächsische Schweiz

Dann sind wir weiter in die sächsiche Schweiz gefahren und haben dort Europas größte Festung Königstein besichtigt.

 

Die anschließenden zwei Tage haben wir tolle Wandertouren unternommen.

 

Am ersten Tag ging es über 10 km von Stadt Wehlen hoch zur Bastei, einer imposanten Felsenformation hoch über der Elbe. Dort oben haben wir es uns nicht nehmen lassen über die Basteibrücke auch die Burgfestung Neurathen zu erkunden, die zunächst archäologisch untersucht und schließlich in ein begehbares Freilichtmuseum umgewandelt wurde. Achtung: man muß schwindelfrei sein! Es geht über einige Brücken, durch die man weit in die Tiefe sehen kann.

 

Unser Abstieg führte uns durch die teilweise sehr engen Schwedenlöcher in den Amselgrund, wo es lecker Fischbrötchen gab, und weiter nach Rathen, von wo aus wir über die Elbe mit einem Schaufelraddampfer wieder zurück nach Stadt Wehlen geschippert sind. 

 

Abends nahmen Gerret und ich dann noch am gebuchten FN-Webinar von Helle Kleven zu biomechanischen Aspekten von Pferdeausrüstungsgegenständen teil. Fortbildung muß auch im Urlaub sein. ;-) 

Die zweite Tour am nächsten Tag hatte es in sich: es ging 13 km rund um die Affensteine mit einem gleich zu Anfang anstehenden, sehr knackigen Anstieg (ich bin in den letzten beiden Jahren noch nie so viele Treppen hoch!).

 

Einigermaßen oben angekommen wollten wir eigentlich gerne die Idagrotte am Frienstein besichtigen. Zunächst ging es über großes Steingeröll noch einigermaßen munter voran. Als es aber auf der einen Seite eines nur noch 40 cm breiten Felspfades steilen Fels und auf der anderen Seite nix, also: wirklich nix gab, mußte ich kapitulieren - meine Knie waren butterweich und mein Magen fand das nicht mehr lustig. %-() Ich habe meine früher vorhandene Schwindelfreiheit wohl eingebüßt...

 

Also ging es weiter zum Carolafelsen, einem - ebenso ohne Geländer oder sonstige Sicherungsmaßnahmen - freiliegenden Felsplateau. Die tollen Ausblicke waren jedenfalls alle Anstrengungen wert!

 

Nach einigen Bergumrundungen gings dann abwärts über die Lehne, eine steile Piste, ins Tal. Uff. Am Abend wußte wir jedenfalls, was wir gemacht hatten und saßen erschossen aber glücklich auf der Terrasse unserer tollen Ferienwohnung, haben den Ausblick genossen und es uns gut gehen lassen. :-) 

Schloß Moritzburg
Schloß Moritzburg

Da es ohne Pferde natürlich gar nicht geht, stand auch ein Besuch des Moritzburger Landgestüts auf dem Programm. Die reguläre Hengstparade war coronabedingt abgesagt. Dafür fanden im kleineren Kreis (es waren nur 900 Zuschauer zugelassen) die Moritzburger Hengstimpressionen statt. 

 

Zuvor haben wir uns stilecht einmal um das Moritzburger Schloß herumkutschieren lassen. Endlich waren wir mal am Originaldrehort von "Drei Nüsse für Aschelbrödel", den Weihnachtsfilmklassiker. Traumhaft! :-) 

 

Die Hengstimpressionen waren beeindruckend, die verschiedenen Schaubilder toll. Über eine Springquadrille, ein rasantes Schaubild mit Haflingern unter dem Sattel und vor der Kutsche waren auch Kaltblüter in den traditionellen Arbeitsweisen zu sehen und natürlich mehrere Anspannungen mit den Moritzburger schweren Warmblütern. Highlight war die Schlußquadrille mit 25 Warmbluthengsten. 

Während wir uns also in der Weltgeschichte herumgetrieben haben, wurden die Jungs zu Hause mustergültig von Laura, Sarah, Sandra, Juline und Claudia versorgt. Vielen Dank dafür! 

Unsere drei Buben
Unsere drei Buben

14.09.2020

 

Nachdem wir in der letzten Nacht erst ziemlich spät nach Hause gekommen sind, sind wir am Morgen noch etwas groggy. Am Stall werden wir von einem munteren Amor und einem neugierigen Willi begrüßt. Wie schön! Endlich wieder Pferde! :-) 

 

Willis Bein ist leider noch immer ein wenig dick am Morgen. Zumindest ist es nicht warm. Trotzdem rufe ich heute nochmals den Tierarzt an und bitte um einen Termin, daß er sich das nochmals anschaut. 

 

Am Nachmittag treffe ich mich dann mit Sarah. Wir reiten mit Amor und Willi durch Söllingen an die Pfinz. Die Pferde sind im Ort trotz Autos und vieler Radler sehr artig. An der Pfinz angekommen überqueren wir diese zunächst über die Brücke, da der Einstieg auf dieser Seite der Pfinz zu hoch ist. Dann gehts flott ins Wasser. Das wird Willis Beinchen gut tun. :-) Nach einer kurzen Badeeinheit, während welcher Willi wieder munter plantscht und beide Pferde in Ruhe das kühle Wasser saufen, gehts über die Bundesstraße hinauf in den Wald. Trotz träbeln und galoppieren wir eine kurze Strecke. Willi ist munter! :-) Er läuft prima und galoppiert auch von alleine an. Am Berg läßt er sich artig nochmals anspornen. Das ist ein völliger Unterschied zu noch vor zwei Wochen, als er wirklich niedergeschlagen war! *freu* Oben angekommen steigen wir dann aber auch ab und führen die Pferde heimwärts. Beide haben bei den heute doch wieder warmen Temperaturen geschwitzt. Willi schäumt sogar unter seiner Satteldecke - etwas, was wir bislang noch nie hatten. Ich überlege, ob er vielleicht durch die Behandlung des Tierheilpraktikers auch entgiftet? 

 

Am Stall angekommen bekommen Amor und Willi eine Dusche und dürfen dann nochmals auf die Weide bzw. Amor seine Heucobs futtern. Willis Bein ist durch den Ritt und das kühle Wasser komplett abgeschwollen. Wäre ja schön, wenn es so bliebe. 

Heu satt für das Mörchen
Heu satt für das Mörchen

Heute Nacht wird Amor erstmals im Paddock vom Weidezelt separiert. Ich möchte wissen, ob und wenn ja wieviel Heu er noch frißt und wie er es bevorzugt. Also hänge ich im Weidezelt drei Varianten auf: im Heusack frei zugänglich (5 kg), ein Heunetz (4 kg) und den Heutoy (6 kg). Morgen werden wir dann abwiegen, was er gefressen hat. Das werden wir die nächsten Nächte wiederholen. 

 

Die zwei gespannten Seile setzen wir unter Strom, denn sonst wird Amor sicherlich versuchen, zu Joe und Willi zu klettern. Nachdem wir ihn separiert haben, steht er ohnehin schon sehr erstaunt am Zaun - sein Gesichtsausdruck zeigt deutlich, daß er das sehr seltsam und auch unpassend findet. 

 

Dennoch ist es wichtig, daß wir uns auf den Winter vorbereiten und so testen können, was der Senior noch an Heu frißt oder ob wir die Heucobs-Ration doch deutlich erhöhen müssen. 

Auf Weide Nr. 2
Auf Weide Nr. 2

15.09.2020

 

Ok, der erste Versuch war ein Schuß in den Ofen. Amor ist zwar brav auf seiner Seite im Paddock geblieben, hat allerdings den Heusack heruntergerissen und alles Heu im Weidezelt verteilt. Er hat sechsmal geäppelt, das ist ok. Es sind auch einige Wickel zu sehen, also hat er durchaus versucht, Heu zu fressen. Das Heunetz war um 0,5 kg leichter, der Heusack - nachdem ich das Heu einigermaßen zusammengerechelt habe - ca. um 1 kg. Am Heutoy hat Amor gar nicht gezupft; den können wir also in der kommenden Nacht weglassen. Hätte ich gar nicht erwartet, daß mein zartes und vorsichtiges Hafi-Tier so rabiat sein kann. ;-)

 

Jedenfalls bewahrheiten sich meine Befürchtungen: Amor frißt tatsächlich kaum noch Heu. Daß er dennoch derzeit ganz gut aussieht, schreibe ich dem Soja und dem Leinöl zu. Die Testreihe mit der nächtlichen Separierung werde ich trotzdem diese Woche fortführen, um eine nachhaltige Einschätzung vornehmen zu können. 

 

Am Nachmittag haben Willi und ich - bei fluffigen 30° - eine Bodenarbeitseinheit bei Steffi Barth auf unserer Reitwiese. Ich hatte noch vor Willis abgeschlagener Phase den Eindruck, daß er etwas spritziger sein könnte und hatte mir Gedanken gemacht, daß das evtl. auch an meiner eigenen Lethargie liegen könnte, unter der ich seit einiger Zeit beruflich leide und die ich oft auch mit nach Hause bringe. Schon beim Anfangsgespräch weist mich Steffi darauf hin, daß Willi mich gerade ganz nonchalent ständig rückwärts verschoben hat - und ich habe das nicht einmal bemerkt! Ach herrje! 

 

In den folgenden 45 Minuten arbeiten wir an Willis Aufmerksamkeit und Mitarbeitsbereitschaft. Er soll Spaß an der Sache haben und neugierig auf meine Bitten und Anfragen werden, quasi: Und? Was kommt jetzt? Das erarbeiten wir uns mit verschiedenen Übungen wie Rückwärtsrichten, Weichen der Vor- und Hinterhand und einem Auf-den-Zirkel-Schicken. Steffi fragt mich immer wieder, wie ich die Übung auf einer Skala von 1-10 einschätze und was ich denn ändern müsse, damit wir schließlich die 10 schaffen. So bekomme ich immer wieder kleine Denkanstöße und sehe manches aus einem anderen Blickwinkel. Richtig gut! :-) Willi wird derweil immer aufmerksamer, die Augen werden groß, die Ohren sind nach vorne gerichtet. Juhu, mein tolles Pony ist wieder da! Zum Schluß schaffe ich es sogar, den nur allzu gerne direkt bei mir stehenden Willi durch ein kurzes Rückwärts auf den Zirkel zu schicken, und zwar gleich im Trab! :-) Damit lassen wir es dann auch gut sein. 

 

Willis Bein war am heutigen Morgen leider doch wieder angeschwollen, wenn auch nicht mehr so sehr wie noch am Anfang. *soifzt* Vom Tierheilpraktiker gibts ab heute neue Globulis. Der am Abend kommende Tierarzt bestätigt die Einschätzung unseres Tierheilpraktikers: es ist eine chronische Geschichte. :-( Die Haut ist verdickt und die Lymphe fließt nicht richtig ab bzw. sofort wieder zurück. Es ist jedoch gut, daß das Bein durch Bewegung/Kühlung dünner/normal wird. Das könnten wir unterstützen, indem wir den Schwarzen nach Bewegung und Kühlung bandagieren - so kann die Lymphe nicht gleich wieder zurückfließen. Es gibt für derartige Fälle auch Kompressionsstrümpfe für Pferde - aber natürlich nicht in Willis Größe. *doppelsoifzt* Also gilt ab sofort: Bewegung, Bewegung, Bewegung und Kühlen. Ich hoffe, daß sich das in der nun anstehenden kälteren Jahreszeit wieder etwas verbessert. Außerdem werde ich mich mal nach einer Behandlung mit Lymphdrainage umhören. Vielleicht kann unsere Osteo das auch machen. 

Amor während Julias Behandlung - ein skeptischer Blick
Amor während Julias Behandlung - ein skeptischer Blick

16.09.2020

 

Der Senior hat eine deutliche Meinung zu seiner nächtlichen Separierung: plöt! In der letzten Nacht hat er den Heusack komplett zerfetzt. *augenroll* Wir haben allerdings ohnehin bereits zwei gebrauchte Eckraufen im Internet gefunden, die wir morgen abholen werden. Dann hat sich das. Ansonsten, gleiches wie letzte Nacht: sechs Äppel-Haufen, wenig bis vermutlich gar kein Heu gefressen. 

 

Am Morgen kommt ganz kurzfristig unsere Osteopathin Julia Wohlwender zur Nachkontrolle zu Amor. Der genießt die Behandlung an Rücken und Hinterhand sichtlich, findet selbige am Kopf allerdings wieder mega-doof. Julia vermutet, daß er einfach durch die immer weniger werdenden Zähne allzu oft die Kaumuskeln anspannt und deshalb am Kopf immer viele Verspannungen und Blockaden vorhanden sind. Deshalb werde ich Amor im Oktober nochmals von Harry Schöner behandeln lassen, wenn wir für ein Wochenende auf dem Quellberghof sind. 

 

Julia begutachtet auch kurz Willis Bein. Sie findet, daß da vermutlich noch etwas drin "arbeitet" und schon noch eine leichte Entzündung vorhanden sein könnte. Eine Lymphdrainage würde daher derzeit noch nicht empfehlen und lieber nochmals zwei Wochen abwarten. Gleiches gilt für Blutegel, die ich überlegt habe mal anzusetzen. Eine leichte Lymphmassage, wie wir sie schon vorgenommen haben, ist aber sicherlich gut. Auf Einreibungen mit Retterspitz würde sie verzichten, weil es die Haut doch eher reizt und der Schwarze evtl. doch hin und wieder mal eine offene Stelle hat. Eine Pflege mit Propolis ist aber gut. Ansonsten gibt auch sie den Tipp mit dem Bandagieren im dünnen Zustand nach dem Reiten, um die Lymphe am Rückfluß zu hindern. 

 

Gut, nun hatte ich also quasi vier verschiedene Tierärzte und einen Tierheilpraktiker dran, die sich weitgehend einig sind, was die Diagnose angeht und viele Tipps gegeben haben. Willi bekommt nun erst mal weiterhin die Globuli vom Tierheilpraktiker. Außerdem werde ich den Leinsamentrester, welcher viel verdauliches Eiweiß enthält und dadurch den Lymphfluß beeinträchtigen kann, auf max. eine Handvoll pro Fütterung reduzieren. Und ich werde mich mal auf die Suche nach Thrombosestrümpfen für Menschen machen, die ich hoffe an Willi zweckentfremden zu können. Jedenfalls haben mir unser Tierheilpraktiker wie auch Osteopathin Julia, die ja immerhin 10 Jahre lang selbst in einer Pferdeklinik als Tierärztin gearbeitet hat, Mut gemacht, daß es durchaus schon chronisch sein kann, die Behandlung dadurch aber bestenfalls nur länger dauert und etwas intensiver ausfällt. 

 

Am Abend werden Amor und Willi von Sarah und Sandra mit einer Runde im Gelände bespaßt. 

Birgit auf Artali und ich auf Willi
Birgit auf Artali und ich auf Willi

17.09.2020

 

In der letzten Nacht bekam Amor Heu zur freien Verfügung vom Boden und ein Heunetz angeboten. Das fand er wohl ganz gut, denn es liegen im Gegensatz zur vorherigen Nacht jede Menge Heuwickel herum - ein Zeichen, daß er doch einiges gefressen hat. Das Heunetz ist zur Hälfte leer. :-) Also werden wir neben Heu zur freien Verfügung zukünftig auch immer ein Heunetz anbieten. Eine Überlegung wäre es sicherlich auch wert, eines mit noch größeren Maschen als 4x4 cm zu kaufen. 

 

Am Morgen kommt Birgit mit Isländer Artali zu uns geritten. Damit beide ein wenig verschnaufen können, mache ich erst jetzt den Schwarzen ausrittfertig. Es geht mal wieder an die Pfinz. ;-)

 

Wir machen heute erst einen Schlenker um den Obsthof herum, weil es dort bessere Wiesenwege für die Pferde gibt. Dann gehts wieder über den Pfinztaler Natur-Trail in Richtung Berghausener Pfinz. Willi und Artali kennen sich ja nun schon und sind gut aufeinander eingestimmt. Der Schwarze ist heute wieder etwas gemütlicher unterwegs - allerdings glaube ich langsam, daß ich mir das nur einbilde und das mitunter einfach an Artalis flotten Isländer-Gezuckel liegt. *überleg*

 

Als wir schon in die Nähe der die das Pfinztal durchquerende B10 kommen, die wir auch überqueren müssen, bleibt Willi in einem kleinen Waldstück plötzlich wie angewurzelt stehen und schaut mit gespitzten Ohren und hocherhobenem Kopf nach vorne. Ich sehe erst mal nix, was so besonders sein könnte, vermute dann das hinter dem Wäldchen frisch gemähte Maisfeld als Ursache. Doch plötzlich raschelt es vor uns. Und es bewegt sich! Jetzt sehe ich auch, was Willi so interessiert: ca. 15 freilaufende Schafe!!! Als die uns entdecken, kommen sie interessiert und mit lautem "Määäh!" näher. Wir reiten mit den Pferden vorsichtig an der Herde vorbei - die Herde folgt uns. Ach herrje! Artali und Willi bleiben mustergültig brav, horchen zwar auf das viele "Määäh!" hinter uns, sind aber ruhig. Auf einer Wiese steigen wir ab, die Schafe grasen neben uns. Ich rufe kurzentschlossen die Rettungsleitstelle unter 110 an, gebe unseren Standort und die Ursache meines Anrufs durch. Die B10 liegt kaum 200 m neben uns... Derweil machen sich die Schafe über das abgeerntete Maisfeld wieder auf ihren Weg und entschwinden über einen kleinen Trampelpfad auf eine weiter wegliegende Wiese - zum Glück abgewandt der Straße. Wir laufen zur B10, und gerade als ich auf diese hinausschaue, kommt auch schon das Polizeiauto. Das ging ja schnell. :-) Der Polizist ist ganz begeistert vom großen Willi, läßt sich die Situation und die ungefähre location der Schafe erklären, zündet sich erst einmal in aller Ruhe eine Zigarette an und macht sich dann auf den Weg. So wie wir. Wir überqueren die Bundesstraße und sitzen auf der anderen Straßenseite wieder auf. Dann gehts weiter über Wiesenwege an den Einritt zur Pfinz. 

 

Dort angekommen stiefelt Willi gleich rein und säuft. Artali braucht ein wenig gutes Zureden und schließlich Hilfe von der ihn vom Boden aus einweisenden Birgit, dann geht auch er ins Wasser, wo Birgit von zwei Steinen aus trockenen Fußes wieder aufsteigen kann. Wir plantschen ein wenig und reiten schließlich durchs Söllinger Dorf wieder nach Hause zum Stall, wo Artali im abgeteilten Paddock vom Weidezelt bei Heu pausieren darf und wir uns im Gärtchen über Franzbrötchen und Apfelsaftschorle hermachen. :-) 

Ein bald am Kronrand ausbrechendes Hufgeschwür?
Ein bald am Kronrand ausbrechendes Hufgeschwür?

18.09.2020

 

Ups. Am Morgen entdecke ich an Willis linken Vorderhuf eine Sabberspur. An seinem wieder leicht angelaufenen Bein näßt es links außen am Kronrand, der auch etwas geschwollen ist. Ich säubere alles und beäuge das genauer. Sieht mir nach einem alsbald durchbrechenden Hufgeschwür aus. 

 

Da Willi nach wie vor nicht lahm geht, reite ich ihn eine starke halbe Stunde auf der Reitwiese, währenddessen Gerret das Mörchen longiert. 

 

Nach dem Aufwärmen starten wir mit Halt-Rückwärts, dann mit Schritt-Halt-Übergängen und gehen schließlich zu Schritt-Trab-Übergängen über. Das macht Willi etwas munterer, und er nimmt sich von alleine mehr auf. Etwas flüssiger wird alles nach den Trab-Galopp-Übergängen, wobei er den Galopp allerdings heute keine ganze Runde halten kann. Nach einer kurzen Verschnaufspause am hingegebenen Zügel frage ich Schulterherein aus Volten ab. Das klappt linke Hand besser als rechte Hand, weshalb wir an letzterer etwas länger feilen. Aus dem jeweils besten Schulterherein auf jeder Hand lasse ich ihn dann auch abschließend antraben und beende die Einheit. Das hat mir ganz gut gefallen. Der Schwarze war erst etwas dieselig, wurde durch die Übergänge aber wacher und hat schließlich gut mitgearbeitet. Dafür, daß wir quasi die letzten vier Wochen gar nichts in dieser Richtung gearbeitet haben, bin ich total zufrieden. :-) 

 

Nachdem Willis Vorderbeine shampooniert und gekühlt sind, schaue ich mir den Huf nochmals an. Die Schwellung am Kronrand ist deutlicher geworden. Ich bandagiere Willis linkes Bein mit einer BOT-Unterlage und entlasse ihn für eine starke Stunde mit Joe und Amor auf die Weide.

 

Gerret und ich schrauben derweil zwei Eckraufen ins Weidezelt. Die nehmen nicht viel Platz weg, das Heu wird nicht soviel verzettelt und Amor kann aus der einen frei Heu fressen und in die andere können wir bei Bedarf über nach eine größere Portion Heucobs in einem Bottich anbieten. Dann braucht das Hafitier ab sofort keine Heusäcke mehr zerfetzen. ;-) 

 

Nach Abnahme der Bandage und nochmaliger Kontrolle von Willis Huf schicke ich unserer Osteo und unserem Tierarzt Bilder vom Kronrand. Beide meinen, daß da bald was durchbrechen wird. Wäre ja prima, wenn das auch die Erklärung für Willis dicken Fuß wäre. 

Doch eher eine Saumbandentzündung...?
Doch eher eine Saumbandentzündung...?

19.09.2020

 

Die gute Nachricht: Amor findet das mit den Eckraufen wohl ganz gut, hat sein dort hängendes Heunetz auch 3/4 leergefressen. Sehr gut! :-) 

 

Die schlecht Nachricht: Willis Sauerkrautverband hat zwar gehalten, allerdings hat sich der Abszess nicht wie gewünscht entwickelt. Der Kronsaum ist noch etwas dicker geworden. Beim Betasten fällt mir auch auf, daß es sich nicht wie ein bald aufplatzender Abszess anfühlt, sondern eher realtiv fest - dick geschwollen eben. 

 

Mit Claudia auf Joe gehe ich auf Willi und in Begleitung von Amor als Handpferd eine gute Stunde im Schritt ins Gelände. Auf dem Heimweg läuft Willi allerdings zunehmend unrund, so daß ich schnell absteige und ihn nach Hause führe. Dort shampooniere ich beide Vorderbeine nochmals und schaue mir den Kronrand genau an. Da mir das nicht wirklich gefällt, rufe ich in der Tierklinik an und schicke das obige Bild. Die heute diensthabende Tierärztin empfiehlt Metacam gegen die Entzündung und eine antibiotische Salbe. Ich soll die Stelle auch schön sauber und luftig halten. Also fahre ich kurz zur Pferdeklinik, hole die verordneten Medis ab und behandle Willi gleich. *soifzt* Es könnte auch eine Saumbandentzündung sein. Wir nehmen aber grad auch alles mit... :-( Wobei ich eher glaube, daß das alles zusammenhängt. 

 

Auf Empfehlung von Tierärztin und Hufpfleger rasiere ich abends alle Haare außenherum ab und versorge nochmals die wunde Stelle. Sie sieht schon etwas trockener aus: 

Sandra auf Amor im Gelände
Sandra auf Amor im Gelände

20.09.2020

 

Am Morgen stelle ich Willis Fuß ein einen Eimer mit kaltem Wasser und wasche ihn leicht mit Totem-Meersalz-Shampoo ab. Es haben sich, ähnlich den Stellen in der Fesselbeuge, einige Hautschuppen abgelöst. Die wunde Stelle sieht nicht mehr garzu wund aus. Ich trockne alles vorsichtig ab und trage dann wieder entlang des Kronrands die Salbe auf. Außerdem bekommt Willi auch heute nochmals Metacam. Die Schwellung am Kronrand läßt er sich betasten und läuft im Paddock und auf der Weide auf lahmfrei. 

 

Unser Tierheilpraktiker hat sich lieberweise auch gleich nochmals gemeldet und bringt heute neue auf die aktuelle Situation abgestimmte Globuli vorbei. Ansonsten wird Willi die nächsten Tage einmal Pause haben, um Ruhe in die Situation zu bekommen. 

 

Das Mörchen hat in der letzten Nacht erstmals 4 kg Heucobs angeboten bekommen - und auch vollständig vertilgt. Außerdem hat er ein halbes Heunetz zusätzlich leergezupft. Prima! Also sind wir für den Winter einigermaßen vorbereitet und wissen nun, daß er aus den Heunetzen mit 4x4 cm-Maschen gerne Heu frisst und auch mit der größeren Heucobsmenge klarkommt. Bis auf weiteres kann er nun nachts wieder mit Willi und Joe gemeinsam auf den Paddock und ich beobachte, ob bzw. wann wir ihn dann gegebenenfalls nachts grundsätzlich separieren sollten. 

 

Ansonsten geht der Senior heute eine Stunde mit Sandra ins Gelände und gibt dort auf einer Galoppstrecke wohl auch ziemlich Gas. :-) Schön, wenn es dem Senior so gut geht! :-) :-) :-) 

21.09.2020

 

Früh am Morgen telefoniere ich nochmals mit dem Tierarzt. Er schlägt eine weitere Behandlung mit Antibiotika übers Futter vor, das Willi nun ab sofort bekommt.

 

Als ich die Jungs am Abend nach einer starken Stunde von der Weide zum Fressen rufe, machen sich Amor und Joe gleich auf den Weg. Willi grast. Und grast. Und grast. Als ich ihn, während Amor und Joe schon lange futtern, nochmals rufe, quietscht er fröhlich und galoppiert los. Na, dann...

 

Ich habe mich außerdem entschieden, meinen Kursplatz beim am kommenden Wochenende von mir organisierten Reitlehrgang mit Heike Hackenjos abzugeben. Das ist schon echt doof bei soviel Arbeit und Zeit, die so ein selbst organisierter Kurs immer bedeutet. Aber ich möchte Willi eine längere Pause gönnen, um die Sache nachhaltig in den Griff zu bekommen, zumal Hängerfahren, fremde Umgebung und ein Reitkurs immer eine besondere Beanspruchung fürs Pferd ist.

Eine Gewitterzelle ist im Anzug!
Eine Gewitterzelle ist im Anzug!

22.09.2020

 

Willis Bein und auch die Schwellung am Kronrand werden besser. Das Bein ist nicht mehr so angeschwollen und auch die Schwellung am Kronrand nimmt langsam ab. :-)

 

Am Abend stelle ich Willis Bein mal wieder in einen Wassereimer und shampooniere etwas mit Totes-Meersalz-Shampoo. Die so gesäuberte Wunde am Kronrand sieht schon sehr trocken und geschlossener aus. Damit bin ich ziemlich zufrieden.

Abendspaziergang mit dem Schwarztier
Abendspaziergang mit dem Schwarztier

23.09.2020

 

Von der gruseligen Gewitterzelle, die wie ein riesiger Wirbel aussah, ist außer ein paar Tropfen nicht viel übrig geblieben.

 

Am Morgen machen die Jungs ein langes Gesicht und stehen betröppelt vor dem Eingang zur Weide. Aber morgens um 05.45 Uhr habe ich nun leider keine Zeit mehr, sie nach dem Frühstück noch rauszulassen und anschließend wieder einzusammeln.

 

An Willis noch immer leicht angelaufenem Bein ist nun zwischen morgens und abends fast kein Unterschied mehr zu erkennen. Ich hoffe, daß sich der Rest nun auch peu à peu wieder gibt.

 

Während Sandra am Abend mit Amor eine knappe Stunde ins Gelände geht, gehen Gerret und ich mit dem Schwarztier eine halbe Stunde spazieren. Ich lasse mir Willi auch von Gerret an der Hand auf Beton vortraben: alles prima, es ist nichts von einer Lahmheit zu sehen. 

 

Die Jungs bekommen heute mal wieder Knabberzeugs in Form von Haselnusszweigen. 

Willis krankes Bein - es wird! :-)
Willis krankes Bein - es wird! :-)

24.09.2020

 

Juhu, Willis Bein bleibt sukzessive dünner - also immer noch nicht normal, aber es geht in Richtung Normalität. Es ist nur noch an der Außenseite dicker. Auch die Schwellung am Kronrand verschwindet ganz langsam. Eine befreundete Hufpflegerin meinte gestern bei betrachten der bisherigen Fotos, daß sie sich durchaus noch immer ein Hufgeschwür vorstellen kann. Na, dann warten wir das mal ab. 

 

Nach wie vor shampooniere ich den Fuß alle paar Tage, säubere den Kronrand aber mindestens täglich zweimal mit steriler Kochsalzlösung und trage die antibiotische Salbe auf. Das orale Antibiotikum wird noch gut übers Wochenende reichen, so daß ich am Montag mal den Tierarzt informieren kann. 

 

Heute waren die Pferde den letzten Tag stundenweise auf der Weide. Für die kommenden Tage ist Regenwetter angesagt, und zumal die Weiden nun wirklich nichts mehr hergeben, ist die Weidesaison ab sofort beendet. 

 

Im Viereck am Ende des Trailwegs ist nun auch wieder die Grasfläche abgesperrt, damit diese bei Regenwetter nicht vermatscht - und natürlich, damit sich der Senior nicht immer wieder genüßlich im Dreck wälzt... ;-) 

 

Langsam aber sicher bereiten wir uns auf den Herbst vor.