Nachtrag zum Fotoshooting in der letzten Woche: 

01.10.2020

 

Am Abend treffe ich mich mit Sarah. Nach der Stallarbeit putzen wir noch kurz die Pferde über und gehen mit Amor und Willi zur Reitwiese, um dort ein wenig Bodenarbeit zu machen.

 

Willi macht einen deutlich muntereren Eindruck als gestern und läuft auch relativ zügig neben mir her. Nach ein paar Basics hinsichtlich Anhalten, Antreten und Rückwärtsrichten lasse ich ihn seitwärts treten. Dann nehmen wir uns die Plane vor. Willi soll zunächst darauf parken, sich dann durch leichtesten Druck auf der Nase zurückschieben lassen. Im zweiten Anlauf überqueren wir die Plane dann ganz und wiederholen das Rückwärtsrichten, was kniffliger fürs Pferd ist, weil es ja dann plötzlich rückwärts auf einen anderen Untergrund tritt. Stehe ich Willi zugewandt auf seiner rechten Seite, ist das für ihn kein Problem. Wechsle ich aber nach links, habe also meine linke Hand an seiner Nase, nimmt er mehrmals den Kopf weg und versucht sich zu entziehen. Ich bleibe ruhig und behaarlich dran, bis er das zuläßt. Wir brauchen hier auch zwei Wiederholungen, weil er so nicht geradeaus zurücktritt, sondern beim ersten Mal seitlich davon driftet.

 

Danach gehts an Energiearbeit. Ich schicke Willi am langen Seil zunächst im Schritt um mich herum, lasse ihn anhalten, worauf er sich mir meist zuwendet. Ich lasse ihn zwei, drei Tritte rückwärts treten und gegebenenfalls - aber nicht immer - die Richtung wechseln, indem ich mit dem Seil in die neue Richtung weise und notfalls mit dem Stick nachhelfe. Dabei wird das Pony voll munter! :-) Einmal quietscht er und trabt an, was ich sofort freudig lobe. Das wiederholen wir ein paarmal, wobei ich darauf achte, daß der Schwarze nicht gleich weiß, in welche Richtung ich ihn schicken werde. Das ganze ist sehr spielerisch und macht Willi augenscheinlich Spaß. Einzig die Schlauchgeräusche im Trab bleiben, aber das ist heute mal zu verschmerzen. Es geht mir heute ums freudige Miteinander. Und Willis Augen sind klar, offen und die Ohren vorne, wenn er mich ansieht. :-)

Auf Trampelpfaden im Gelände
Auf Trampelpfaden im Gelände

02.10.2020

 

Am Abend gehe ich mit dem Schwarzen in Begleitung von Sarah auf Amor eine starke Stunde ins Gelände. Ich bin gespannt, wie Willi drauf ist. Beim Putzen macht er nämlich schon einen neugierigeren Eindruck wie die letzten Wochen. Der Fuß sieht gut aus, die Schwellung am Kronrand ist nun fast verschwunden. 

 

Unterwegs achte ich wieder zunächst nur darauf, daß ich keinesfalls irgendwie treibe, weil ich genau wissen will, wie gut Willi selbständig vorwärts geht: und das fühlt sich richtig gut an! :-) Wir gehen einen langen Trampelpfad im Wald entlang, traben hier auch ein kurzes Stück. Als wir schließlich einen ca. 1 m hohen Absatz schräg hinaufreiten, dessen Weg auch nur ca. 30 cm breit ist, raschelt es vor uns im Gebüsch. Willi, der eben sowieso einen kleinen Satz nach vorne gemacht hatte, um den Absatz hinaufzuspringen, spitzt die Ohren, guckt - und dreht 180° auf der Hinterhand und springt den Absatz hinunter! Ich sehe uns schon in den Wald kullern, aber der Schwarze ist so gut ausbalanciert, daß er sofort stehenbleibt. Und ich kann erst mal tiiiiief durchatmen... %-) Ansonsten verläuft die Runde sehr entspannt. Zwischendurch steigen wir ab und führen die Pferde einen Berg hinunter, lassen sie unterwegs auch mal grasen. Willi läuft prima. Ich bin ganz happy. 

Freitag-Abend-Runde
Freitag-Abend-Runde
Mein Mörchen
Mein Mörchen

03.10.2020

 

Am Spätnachmittag gehen Sandra und ich mir Willi und Amor auf die Reitwiese und machen Bodenarbeit. Ich zeige Sandra die Basics in Form von Führübungen, Anhalten, Rückwärts in verschiedenen Varianten und lasse dabei ein wenig die Ideen von Steffi einfließen, die sie mir demletzt mal wieder bewußt gemacht hat. Zeigt Willi sich anfangs noch deutlich gelangweilt, gelingt es Sandra peu à peu, ihn aus der Reserve zu locken. Letzten Endes schaut er dann doch erwartungsvoll mit klaren Augen und gespitzen Ohren, was noch so kommt. :-) Das Mörchen ist natürlich viel aufs Gras fixiert, aber naja, was soll man sagen... *grins* 

 

Ab heute bieten wir den Jungs auf wieder Stroh zum Knabbern an. Sie haben sich nun langsam gedanklich vom Weidegang verabschiedet und fressen mehr Heu. Da in 24 Stunden 36-38 kg Heu für die drei aber mehr als ausreichend ist, werden nun eventuelle Karrenzzeiten durch das Stroh begrenzt. 

Zwei beste Kumpels ❤️
Zwei beste Kumpels ❤️

04.10.2020

 

Willis Fuß macht sich: er ist nun auch morgens nahezu normal, kaum noch angelaufen, die Schwellung am Kronrand ist weitgehend verschwunden. Das Antibiotika reicht nun noch bis Dienstag; dann werde ich nochmals mit dem Tierarzt telefonieren. Das Pony wird auch zunehmend wacher und ist nicht mehr so in sich gekehrt oder lustlos wie noch vor zwei Wochen. 

 

Während Gerret Amor am Morgen eine halbe Stunde lang auf der Reitwiese longiert, reite ich derweil das Schwarztier. Wir starten mit ein wenig Handarbeit, ich lasse ihn übertreten, gehe im Schulterherein an der Bande entlang und wechsle dann über eine Kehrtvolte in den Travers. Willi schnaubt; Pferdepilates ist schon anstrengend. ;-) 

 

Ich hatte mit Heike am letzten Wochenende eine Unterhaltung wegen Willis Nachgiebigkeit im Genick und die sich hieraus ergebende Arbeitshaltung. Grundsätzlich bin ich niemand, der das Pferd in eine Haltung presst und dort festhält - ich muß immer ein weiches Gefühl in der Hand haben, die Verbindung darf nicht starr oder schwer sein. Gleichermaßen fällt es mir aber schwer, dann auch mal dran zu bleiben und dies für mehr als nur ein paar Schritte oder Tritte zu fordern. Das ist heute neben einem besseren Schenkelgehorsam unser Thema. Der Schenkel heißt immer: vorwärts! Nicht: vielleicht, sondern deutlich. Das klappt leider erst, als ich mal ein wenig schimpfe. *Schwupp* nimmt Willi die Anweisung an. Das ist auch etwas, wobei ich derzeit noch etwas verunsichert bin: kann er nicht oder mag er nicht? Ich möchte ihn nicht überfordern, aber nur mit Wattebällchen werfen ist auch nicht meins. Nach dem Warmreiten erarbeiten wir uns eine aktive Hinterhand, daraus resultierend die Nachgiebigkeit im Genick und eine bessere Leichtigkeit am Schenkel über viele Halt-Zurück-, Schritt-Halt- und Schritt-Trab-Übergänge. Hebt sich Willi heraus, nehme ich die Hände ein wenig breiter, gibt es wieder nach, nehme ich die Hände wieder zusammen. So bleibt er auch leicht in der Hand. Für den ersten Test nach der nun wochenlangen Schonung bin ich damit ganz zufrieden und auch der Schwarze schaut letzten Endes ganz munter aus seinen großen schwarzen Augen. 

Joe mit seinem stierischen Pendant :-)
Joe mit seinem stierischen Pendant :-)

05.10.2020

 

Am Abend gehen Laura auf Joe, Sarah auf Amor und ich auf Willi eine starke Stunde ins Gelände. Leider sind Willis neue Test-Hufschuhe noch immer nicht bei uns angekommen, weshalb ich ihm wieder die Easyboot Epic aufziehe. Mit Rücksicht auf den Schwarzen gehen wir eine Strecke, die weitgehend weichen Wald- und Wiesenboden bietet - es könnte ja sein, daß die Problematik der letzten Wochen doch noch von einem Hufgeschwür kommt. Wir träbeln auch eine kurze Strecke, wobei Willi nach wie vor lahmfrei ist. Anschließend wasche ich den Fuß nochmals mit dem Tote-Meersalz-Shampoo, damit ich es nochmals genau untersuchen kann: sieht gut aus! 

 

Der Schwarze wird auch zusehends fideler: als ich an meiner Jacke herumnestle, um sie zu schließen, stupst er mich immer wieder mit der dicken schwarzen Nase an und schaut neugierig, was ich da mache. ;-) Das wäre letzte Woche noch nicht denkbar gewesen. Ich denke, meine Sorge um ihn und das Antibiotikum haben ihn schon geschlaucht.

06.10.2020

 

Heute hat Willi das letzte Mal das Antibiotikum erhalten. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt und dessen Begutachtung der Bilder von gestern brauchen wir keine weitere Medikamentation mehr vornehmen, sollen das ganze aber natürlich noch beobachten. Die Zusammenhangstrennung zwischen Haut und Kronrand sollte selbständig wieder von innen heraus herunterwachsen. Die Globuli werde ich diese Woche noch geben und nächste Woche dann ausschleichen. 

 

Am Abend nehme ich wieder mal an einem Webinar der FN teil: Neuro-Rider - Mit Köpfchen zum besseren Reiten mit Marc Nölke. Die aus der Neurobiologie stammenden Ideen und Zusammenhänge sind sehr interessant. 

Amor und Sandra mit dem Leuchthalsring
Amor und Sandra mit dem Leuchthalsring

07.10.2020

 

Es wird nun immer früher dunkel. Am Abend reiten Sandra auf Amor und ich auf Willi zwar noch im Hellen los, aber bald bricht die Dämmerung herein. Wir haben die neuen Leuchthalsriemen für die Pferde und Kopflampen für uns dabei. Besser wäre es noch gewesen, wenn wir auch die Warnwesten übergezogen hätten. 

 

Ich bin richtig happy: zwar ist der Schwarze anfangs noch etwas lustlos, steigert sich während des Ausritts aber energetisch immer mehr und träbelt schließlich brav vorwärts, so daß ich mich auch mal zu einem kurzen Galopp entschließe: alles prima. Auf dem Heimweg steigen wir auch ab und führen die Pferde zurück, wobei Willi richtig Gas gibt im Schritt. Außerdem, und das ist mir viel wichtiger, sind seine Augen wieder neugierig, offen und klar, die Ohren vorne und das Gesicht zufrieden. :-) 

08.10.2020

 

Sarah geht mit Amor eine Dreiviertelstunde spazieren.

Unterwegs mit dem Schwarztier
Unterwegs mit dem Schwarztier

10.10.2020

 

Heute kann ich endlich die neuen Hufschuhe für Willi testen. Es gibt die Scootboots, die auch Laura für Joe hat und von denen ich auch von anderen viel Gutes gehört habe, nun auch in Gr. 11. Die könnte Willi gerade so passen, weshalb ich Testhufschuhe bestellt habe. Aber, leider: sie sind Willi zu klein. Ich bekomme sie zwar mit Müh und Not irgendwie auf den Huf. Aber hinten am Ballen sitzen sie zu eng und vorne bekomme ich sie gar nicht geschlossen. *sooooooifzt* Und ich hatte mich schon so gefreut. :-( :-( :-( Ich werde noch die Hufbearbeitung am nächsten Montag abwarten, gehe aber nicht davon aus, daß da soviel weggenommen werden muß, daß sie besser passen. 

 

Also gehen der Schwarze und ich eben mit seinen althergebrachten Easyboot Epic, Gr. 5 ins Gelände. Ich habe für Willi zwar noch die Easyboot New Trail, Gr. 11. Aber die sind ihm zwischenzeitlich zu groß. Da unser Hufpfleger peu à peu Willies schiefe Hufwände begradigt und diese sich so ganz langsam mehr aufrichten, werden die Hufe auch kleiner. 

 

Wir gehen heute einmal Wege, auf denen ich seit ettlichen Jahren schon nicht mehr unterwegs war und entdecken dabei einige neue Trampelpfade. Wie schön! Als wir das erste Mal antraben, hat Willi soviel Zug nach vorne - wie in alten Zeiten! *freu* -, daß ich ihn sogar ein wenig zurückhalten und daran erinnern muß, daß wir bittschön mein Tempo gehen. Er träbelt brav und munter vorwärts und hält auch die ganze Strecke bis zum Ende durch. Das freut mich ungemein, denn so langsam aber sicher scheint er sich komplett zu erholen. Er bietet einmal von selbst Trab an und galoppiert auch willig an - allerdings verlieren wir im Galopp zweimal den Hufschuh *doppelsoifzt*, weshalb wir dann letzten Endes im Schritt nach Hause gehen. Aber egal: meinem Pferdchen gehts wieder besser! :-) 

 

Morgens ist das Bein an der Außenseite des Fesselgelenks noch etwas "stramm", die Haut ist fest, läßt sich nicht verschieben. Das wird im Laufe des Tages besser und ist nach dem Ausritt ganz verschwunden. Das müssen wir also noch beobachten. 

 

Amor kommt derzeit wieder sehr gut mit dem Heufressen zurecht. Er besteht zwar nach wie vor explizit auf seine Heucobs, wickelt aber beim Heu aktuell recht wenig. :-) 

Willi im Unterholz
Willi im Unterholz

11.10.2020

 

Sandra und ich machen mit den Jungs einen Abenteuer-Spaziergang. ;-) Sprich: wir gehen unsere obligatorische kleine Runde im Wald spazieren und schicken die Pferde dabei immer mal wieder ins Unterholz, kleine Abhänge hoch und runter, über Baumstämme, lassen sie seitwärts weichen, üben Vor- und Hinterhandwendungen. Das ganze soll möglichst am durchhängenden Strick erfolgen, es kommt auf die Kommunikation, die Körpersprache und die gegenseitige Achtsamkeit an. Als verlängerten Arm haben wir Gerten dabei, für deren Einsatz aber, wie für alle anderen Hilfe auch gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Bevor die Pferde abseits des Weges geschickt werden, ist die Situation abzuschätzen und darauf zu achten, daß sich niemand verletzt. Wichtig ist auch, daß man den Pferden bei so etwas nicht im Weg steht, gerade wenn sie z. B. einen Absatz wieder heruntergehen sollen und eventuell doch einmal einen Satz machen.

 

Amor findet das insofern totaaaaal gut, weil ja überall Äste direkt ins Maul wachsen. ;-) Willi glänzt heute natürlich in seiner Parade-Disziplin: vorsichtig durchs Unterholz stapfen und Füßchen heben. *grins*  

Amor bei der Hufpflege
Amor bei der Hufpflege

12.10.2020

 

Ich habe mir heute extra freigenommen, damit ich beim Hufpflegetermin vor Ort sein kann. Ich bin gespannt, ob sich doch etwas in Richtung Hufgeschwür tut.

 

Das tut es nicht. ;-) Hannes drückt zuerst Willis Huf eingehend mit der Hufzange an allen möglichen Stellen ab: der Schwarze zeigt keine Reaktion. Auch beim Ausschneiden tritt nichts Ungewöhnliches zutage, alles ist wie gehabt: der Strahl und die Eckstreben wachsen sehr gut, die Sohle ist eher dünn, die Hufform entwickelt sich durch die regelmäßige Hufbearbeitung alle sechs Wochen in die gewünschte Richtung. Auch die Hinterhufe verändern sich nun langsam, was Hannes der weiterführenden reiterlichen Ausbildung zuschreibt: Willi fußt besser und gerader unter den Schwerpunkt. 

 

Also gibt es keine neuen Erkenntnisse. Das Fesselgelenk ist nach wie vor etwas dicker durch die Lymphe, die Schwellung am Kronrand abgeklungen und das Saumband hat sich wieder sehr gut erholt. Ergo: weiter beobachten und das Schwarztier bewegen. 

 

Beim Mörchen ist ebenfalls alles in Ordnung - wie immer. :-) 

 

Am Abend werden Amor und Willi von Sarah und Sandra noch mit ein wenig Bodenarbeit bespaßt. 

Amor, Willi und ich ❤️
Amor, Willi und ich ❤️

13.10.2020

 

Am späten Nachmittag gehen Gerret und ich mit den Jungs auf die Reitwiese. Während Gerret versucht, den Senior zu longieren, der aber heute sowas von auf Gras und Fressen gepolt ist, daß das nicht so wirklich klappt, reite ich das Schwarztier. 

 

Nach ausgiebigem Warmreiten am langen Zügel starten wir mit Schritt-Halt-Rückwärts-Übergängen und gehen dann zu Schritt-Trab-und schließlich zu Trab-Galopp-Übergängen über. Willi könnte ein wenig feiner am Bein sein. Ich habe selbst schon bemerkt, daß das aber zum größten Teil an mir liegt, weil ich mir, als etwas Bewegungsunlust schon auf Willis alsbaldige Krankheitsphase hindeutete, einen etwas zu deutlichen Schenkeleinsatz angewöhnt habe. Da muß ich in nächster Zeit mal deutlich darauf achten und fein bleiben. 

 

Willi gibt immer dann, wenn ich auf einen guten Hinterhandeinsatz achte, schön im Genick nach, hält das hin und wieder auch mal ein wenig länger. Nach den Trab-Galopp-Übergängen und einer Pause frage ich noch etwas Schulterherein ab, trabe daraus auch auf jeder Hand einmal an und frage es erneut im Trab ab: hui, das funktioniert sogar! Das war Anfang des Sommers noch nicht möglich. *freu* 

 

Nach der Einheit steht Willi mit offenem und munteren Gesichtsausdruck im Paddock und wartet, daß ich ihn absattle. Es freut mich ungemein, daß er wieder so fröhlich aus der Wäsche schaut. :-) 

Pilze-Wetter
Pilze-Wetter

15.10.2020

 

Seit gestern zieht ein Regengebiet über uns hinweg. Es schauert den ganzen Tag in Form von Sprühregen. Am Abend treffe ich mich mit Sarah. Nach der Stallarbeit gehen wir mit den Pferden eine Stunde spazieren, lassen sie dabei auch grasen. Schön feucht kommen wir wieder am Stall an. ;-) 

 

Der Heuverbrauch ist nun signifikant gestiegen. In 24 Stunden vertilgen die drei gute 40 kg, am Stroh wird nur sporadisch geknabbert. So brauchen wir nun wieder alle 8-9 Tage einen Quaderballen Heu. 

 

In der Sattelkammer und im Heulager haben wir LED-Bewegungslampen angebracht - diese Idee hätten wir eigentlich schon früher einmal haben können. *grins* Die Teile machen wunderbar hell und sind völlig ausreichend. 

Auf dem Heimweg
Auf dem Heimweg

17.10.2020

 

Amor ist heute als Kinderreitpony mit Sandra und ihrer Familie am Nachmittag für eine Stunde unterwegs. 

 

Ich sattle derweil das Schwarztier und möchte das trockene Wetter für eine Runde ins Gelände nutzen. Endlich habe ich wieder meinen willigen Willi unter mir: der stapft zügig los. :-) Allerdings hat unser Ausritt heute etwas von einer Cavallerie-Übungsstunde... 

 

Nach fünf Minuten über Wiesewege biegen wir von einem Betonweg in eine Wiese ein. Plötzlich flasht es durch meinen Kopf: Willi buckelt. Und schon gehts los! %-() Der Schwarze quietscht übermütig, nimmt den Kopf zwischen die Beine und macht einen herzhaften Satz nach vorne. Ich lande *schwupp* auf der rechten Seite meines weich gepolsterten barocken Hinterteils im Gras und drehe mich dabei noch auf den Bauch, lasse den Zügel aber nicht los. Willi steht. *mrpf* Ich schimpfe kurz, bin aber auch gleich wieder gelassen, gehe mit ihm zum nächsten leicht erhöhten Wegrand und steige dort wieder auf. Zum zweiten Mal. 

 

Interessant finde ich ja schon, daß ich so etwas immer vorher ahne, wenn so etwas passiert. Allerdings könnte es auch umgekehrt sein: Willi spürt, was ich denke und setzt das um. 

 

Im Wald träbeln wir eine längere Strecke, nur unterbrochen von meinem heute sehr, sehr aufmerksamen Vierbeiner, der eine weiße Katze vor uns auf dem Trampelpfad entdeckt hat. Nachdem er sich wieder beruhigt hat, gehts weiter. Da Willi heute so munter ist, möchte ich gerne galoppieren - was nach einigen Metern korrekt angesprungenem Linksgalopp in einem verlorenen linken Hufschuh endet, der am Fuß baumelt. Ich steige ab, richte den Hufschuh und steige auf. Zum dritten Mal. 

 

Eigentlich will ich nicht mehr galoppieren, aber Willi macht von sich aus das Angebot. Wir galoppieren korrekt rechts an... Diesmal verlieren wir den rechten Hufschuh. Ich steige ab, richte den Hufschuh und steige auf. Zum vierten Mal. 

 

Als wir an einen steil abwärts führenden Weg kommen, steige ich ab und führe Willi hinunter. Dort steige ich wieder auf. Zum fünften Mal. 

 

Ich habe mich mit Gerret im Gelände verabredet, der seinerseits einen Spaziergang macht. Auf dem Weg dorthin dröhnt es plötzlich vor uns. Ein riesiger Traktor mit Anhänger kommt um die Ecke. Da ich ein wenig Selbstvertrauen durch den Sturz eingebüßt habe, auch wenn ich mich nicht verletzt habe und nichts weh tut, springe ich lieber vom Pferd und warte, bis der Trecker an uns vorbei ist. Dann steige ich wieder auf. Zum sechsten Mal. Also heute........

 

Dann treffe ich endlich Gerret. Ich steige ab, weil ich an der Stelle, an der wir im Herbst immer Bilder von mir mit Pferd von hinten machen, Willi wie immer führen möchte. Ein weniger später steige ich wieder auf. Zum siebten Mal. Und dann - juju! - sind wir endlich wieder am Stall. ;-) 

 

Meine Noriker-Herbst-Chronologie: 

Willi nach der Arbeit an der Longe
Willi nach der Arbeit an der Longe

18.10.2020

 

Da Sandra gerne an einem Sitzschulungskurs bei Harry Schöner im Weingartener Sallenbusch teilnehmen möchte, bringen wir das Mörchen am Morgen mit dem Pferdeanhänger dorthin. Der Senior steigt brav von alleine ein und benimmt sich tadellos. Es stehen für ihn und Sandra heute zwei Einzeleinheiten bei Harry auf dem Programm. Am späteren Nachmittag holen wir das Mörchen wieder ab und bringen ihn nach Hause. Dort wird er gleich von Joe und Willi begrüßt. 

 

Ich nehme den Schwarzen noch für eine halbe Stunde mit auf die Reitwiese und longiere ihn dort seit längerer Zeit einmal wieder. 

 

Was mir schon mehrfach in letzter Zeit bei Willi aufgefallen ist, wiederholt sich auch heute: er findet manches zwischenzeitlich einfach gäääähnend langweilig. Beim Warmlaufen dieselt er vor sich hin und macht nicht wirklich ein fröhliches Gesicht. Also stelle ich ein Cavaletti in die Bahn und baue das gleich auch in die Trabarbeit mit ein. Schon wird das Schwarztier munterer. Ich muß ihn auch gar nicht so sehr ermuntern, wirklich die Beine zu heben, so daß ich das Cavaletti von der niedrigsten Einstellung gleich mal auf die mittlere umstelle. Im Schritt findet Willi das irgendwie auch noch etwas anspruchslos, paßt dafür aber umso mehr auf, wenn er im Trab oder - voll gut! - letztlich auch im Galopp drüberhüpft. Was vor zwei Jahren ja noch ganz undenkbar ist, gelingt jetzt ganz easy: er springt jedes Mal im richtigen Handgalopp an. Wenn er doch einmal hängenbleibt und ich das Hindernis wieder korrekt hinstellen muß, schaut er mir spitzbübisch hinterher. *grins* Ich freu mich so, daß er wieder so lustig drauf ist und an allem teilhat. :-) 

Amor mit der Leckerli-Gießkanne
Amor mit der Leckerli-Gießkanne

19.10.2020

 

Was macht man mit einer alten Gießkanne? Man bastelt Pferde-Beschäftigungs-Spielzeug daraus. ;-) 

 

Den Zugang, über den man normalerweise Wasser einfüllt, habe ich mit Panzertape geschlossen. In der Gießkanne befinden sich zwei Steine, damit sie auch klappert, sollten keine Leckerli mehr drin sein. Die Steine sollten in der Größe so bemessen sein, daß sie nicht in den Ablauf hineinrutschen und diesen komplett verschließen. Die Leckerli werden über den Ablauf eingefüllt. 

 

Viel Spaß! :-) 

 

Sandra macht mit Willi am Abend 20 Minuten Bodenarbeit. 

Der Herbst ist so schön! :-)
Der Herbst ist so schön! :-)

20.10.2020

 

Mein Sturz von Willi hat doch ein ziemliches Gelenke- und Muskelzwicken nach sich gezogen, weshalb ich den heutigen Tag ziemlich gedopt auf dem Sofa bzw. im Bett verbringe. 

 

Am Abend will ich aber trotzdem an die frische Luft, sattle den Schwarzen und lasse mich eine Stunde durchs Gelände tragen. Wir träbeln eine längere Strecke, woran sich viele Schritt-Trab- und Trab-Galopp-Übergänge anschließen. Das hat er richtig gut gemacht! Ich habe heute die New Trail-Hufschuhe aufgezogen; nur der linke hat sich ein wenig gedreht. Trotzdem: *soifzt* Da muß jetzt endlich mal was Passendes her. 

Amor im Gestrüpp ;-)
Amor im Gestrüpp ;-)

21.10.2020

 

Da unsere alte Motorsense leider nicht mehr zu reparieren war, gabs heute ein neues Spielzeug für Gerret: eine Motorsense mit Akku. Die musste heute natürlich gleich getestet werden, weshalb die Zäune direkt am Stall nochmals freigesenst wurden.

 

Gerret und ich gehen mit den Buben am Abend eine Stunde im Wald spazieren. Damit die Pferde was zu Gucken haben und aufpassen müssen, schicken wir sie immer mal wieder ins Unterholz, über Baumstämme und kleine Abhänge hoch und herunter. 

 

Ich entdecke auch eine kleine ca. 0,5 m tiefe Grube, deren Boden auch trittfest ist. Da will ich das Schwarztier reinlotsen, muß aber zuerst selbst runterklettern, weil Willi doch äußerst skeptisch reagiert. Er läuft auch lieber vom Ein- zum Ausstieg oben am Rand entlang und versteht nicht so recht, wieso ich überhaupt da unten drinstehe. Irgendwann klappt es dann doch. ;-) 

22.10.2020

 

Willi wird von Sandra auf der Reitwiese geritten. 

Auf dem Quellberghof
Auf dem Quellberghof

23.10.2020

 

Am späten Vormittag bringen wir Amor und Willi für ein Trainingswochenende zum Quellberghof im Weingartener Sallenbusch. Die beiden beziehen zwei nebeneinander liegende luftige Boxen und futtern gleich begeistert Heu bzw. eine weitere Portion Heucobs. Am Nachmittag steht zunächst für jedes Pferd eine physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung durch Harry an. Bei beiden Buben behandelt er diverse Blockaden und Verspannungen. Insgesamt ist jedoch nichts sonderlich auffällig. 

 

Ich lasse Harry auch explizit Willis Beine wegen der Probleme der letzten Wochen untersuchen, ohne daß ich ihm vorher genau sage, welches Bein denn tatsächlich betroffen war, weil ich gespannt bin, ob er noch einen Unterschied feststellen kann oder alles zwischenzeitlich normal ist. Als Pferdebesitzer ist man da ja gerne mal neben der Spur und interpretiert zuviel. Aber erst, als ich Harry verrate, daß das Fesselgelenk vorne links betroffen war, gibt er zu, daß man noch einen minimalen Unterschied bemerkt, wenn man es weiß. Die Beine sind jedenfalls in Ordnung. 

 

Anschließend hat zunächst Gerret mit Amor eine Longenstunde bei Petra, wo der Senior mal wieder unter Beweis stellt, was für ein nettes Lehrpferd er ist: weißt man ihn nicht wirklich genau und richtig an, was man von ihm möchte, macht er es sich bequem. *grins* Mit Petras Unterstützung bekommt Gerret das aber sehr gut gelöst. 

 

Dann bin ich mit dem Schwarztier dran, das ich während Gerrets Longenstunde zunächst an der Hand mit etwas Schulterherein gelöst und dann warmgeritten habe. Schon da freue ich mich, weil Willi einfach wieder Willi ist und brav und munter mitmacht. :-) Wir schauen uns zuerst das Travers an, was rechte Hand prompt und sehr akkurat klappt. *freu* So eine Pause ist doch immer trotzdem was wert! Linke Hand tut sich Willi schwerer, aber das wird. Auch mit Willis Haltung im Trab und der Nachgiebigkeit im Genick, die nun immer konstanter wird, ist Petra ziemlich zufrieden. Über Schulterherein landen wir beim Schenkelweichen und Viereckvergrößern und -verkleinern, weil das Schwarztier sein rechtes Hinterbein besser belasten soll, nachdem er mir im Linksgalopp partout nicht anspringen mag. Meinem linken Schenkel weicht Willi ganz gut, wenngleich er auch hier etwas flüssiger unterwegs sein könnte. Beim Weichen des rechten Schenkels sterben wir zunächst eher auf Raten dahin. Ich nehme die Zügel in meine linke Hand und touchiere die Hinterhand, damit da ein wenig mehr Schmackes rauskommt. Noch besser gelingt das ganze, wenn ich meine äußere Schulter nach hinten drehe. Als wir das ganz gut hinbekommen haben, klappt auch der Linksgalopp und fühlt sich tatsächlich nochmals runder als auf der rechten Hand an. 

24.10.2020

 

Am Vormittag steht wieder eine Longeneinheit für Gerret und Amor an. Der Unterricht zeigt Fortschritte. :-) 

 

Auch bei mir und Willi geht es vorwärts: beim Aufwärmen an der Hand arbeite ich ihn gleich in den Seitengängen und verlange hierbei ein gutes Vorwärts, ebenso im Schenkelweichen. 

 

Mit Petra arbeiten wir heute Vormittag nochmals ausgiebig an den Seitengängen. Petra ermahnt mich, besser aufrecht und quasi mit einer erhabeneren Vorstellung sitzen zu bleiben. Schulterherein klappt beidseits nun schon zuverlässig, Travers rechte Hand ebenfalls, wobei Willi bei letzterem noch einen Tick besser gestellt sein könnte. Travers linke Hand fällt ihm noch sehr, sehr schwer. Ich merke richtig, wie er seine rechte äußere Körperhälfte anspannt und dadurch verkürzt und den linken, biegenden Schenkel nicht annehmen mag. Das Viereckverkleinern und -vergrößern fällt uns heute schon ziemlich leicht. Wir nehmen auch die Kurzkehrt hin, um Willis Schulterkontrolle besser herzustellen. Anfangs schleicht er hier mit der Vorhand behäbig. Petra gibt mir den Tipp, die Haltung zunächst einmal außer Acht zu lassen und die Gerte notfalls an der Schulter einzusetzen. Außerdem ist es auch hier notwendig, daß ich aufrecht sitzen bleibe. Am Schluß bekommen wir auch das ziemlich passabel hin. :-) 

 

Am Nachmittag wird Amor von Sarah und Willi von Sandra in jeweils einer Reitstunde geritten.