Noch ein Nachtrag zum Lehrgang Ackerarbeit mit Pferd (zum Ende hin mit Video): 

01.07.2020

 

Unsere Holzkiste, in der eine Zinkwanne für den Winter wetterfest eingelassen ist, müssen wir dringend reparieren. Da ist leider öfters einmal Wasser über den Rand der Wanne geschwappt und hat sich unbemerkt in der Kiste gesammelt, der Boden ist modrig und zeigt schon evolutionäres Leben: hübsche Pilze in Trompetenform wachsen da. ;-) Mal schauen, wie wir das beheben. 

Kann man da helfen...?
Kann man da helfen...?

02.07.2020

 

Am Nachmittag kommt Julia Wohlwender, unsere Osteopathin/Chiropraktikerin und behandelt alle drei Buben jeweils ca. eine Stunde. Alle drei Pferde werden komplett durchgecheckt. 

 

Amor hat besonders viele Problemfelder am Kopf - was vermutlich wieder zum häufigeren Heu- und Graswickeln geführt hat. Zungenbein und Kiefergelenk waren ziemlich eingeschränkt. Die Behandlung am Kopf findet er deshalb gar nicht so toll, obwohl er sich bei der Mobilisation des restlichen Körpers deutlich entspannt und die Unterlippe immer mehr hängen läßt. Anschließend ist jedenfalls augenfällig, daß der Rücken vor allem im Bereich des Widerrists/Trapezmuskels mehr angehoben ist. Auch die Paßform des Sattels wird gecheckt und ist in Ordnung.

 

Willi hat eine deutliche Rotation in der Brustwirbelsäule, bei der sich Julia ziemlich anstrengen muß - 850 kg Pferd sind halt nicht so einfach anzuheben. ;-) Ansonsten ist Willi völlig gechillt und genießt die Behandlung. Er wird zwischendurch auch mit dem Akupunktur-Laser therapiert. Julia zeigt mir einige Griffe, wie ich Willi im Rücken etwas lockern kann - witzigerweise sind das im Prinzip die gleichen Griffe, die meine Osteopathin auch bei mir immer anwendet. ;-) Willis Sattel müssen wir ein wenig weiter stellen, denn er drückt ihm leicht hinten in Richtung Lendenwirbelsäule - etwas, was mir die letzten beiden Wochen auch schon aufgefallen ist und worauf ich Julia gleich bei der Vorstellung des Schwarzen hinweise. 

 

Nun haben sie morgen auf alle Fälle Pause, am Samstag steht maximal ein Spaziergang an, bevor wir am Sonntag dann mal schauen können, wie sie sich unter dem Sattel machen. 

Mit Willi am Langen Zügel im Gelände
Mit Willi am Langen Zügel im Gelände

04.07.2020

 

*soifzt* Hatte ich gestern noch mit Gerret darüber geflachst, daß es bislang ja noch gar nicht sooo viele Bremsen gibt, werde ich heute eines besseren belehrt. Am Vormittag treffe ich mir mit Claudia am Stall; wir gehen mit  Joe und Willi eine Stunde spazieren. Claudia hat Joe vorausschauenderweise mit einer Fliegendecke ausstaffiert, Willi trägt nur seine Fliegenmaske über der Trense, in die ich den langen Zügel eingeschnallt habe. Ist ja egal, ob er nun neben mir oder vor mir läuft und so können wir gleich noch ein wenig die Stimmkommandos "Hüscht!" (links) und "Hott!" (rechts) üben. Das macht Willi schon ganz gut. Nur fällt ihm unterwegs und auf dem Heimweg ein, daß man da ja eigentlich auch ganz gut mal nach Ästen oder Gras hapsen kann, wenn Frauchen so weit hinter einem ist. *mrpf* Das müssen wir noch üben. 

Flip auf dem Trailweg
Flip auf dem Trailweg

Auch Amor wird am Nachmittag gleichermaßen bespaßt. Zuerst haben wir ein kurzes Kuddelmuddel, weil Amor meint, es geht zur Reitwiese, ich aber ins Gelände will. Schnell werden wir uns einig und das Mörchen zuckelt brav vor mir her. Sogar ohne fressen zu wollen!  Im Wald treffen wir auf eine dicke Pferdebremse mit mehreren Leben, denn nachdem ich sie zweimal erschlagen habe und sie mit einem lauten "Ufzzz!" zu Boden fällt, verfolgt sie uns trotzdem immer wieder, ist dann aber irgendwann - vermutlich wegen schwerer Migräne - verschwunden... Den Senior stört so etwas ja immer gar nicht. ;-) 

 

Im Paddock wälzt er sich dann gleich und ist sehr zufrieden mit sich. 

Durchs Flatterbandtor
Durchs Flatterbandtor

05.07.2020

 

Amor wird heute Vormittag wieder von Sandra longiert, ich gebe Hilfestellung. Das sieht schon richtig gut aus. Longefallenlassen und -wiederaufnehmen, Zirkelverschieben in Schritt und Trab klappt gut. Beim Galopp linke Hand pest Amor zunächst los und es ist gut, daß ich da gerade am anderen Ende der Longe hänge. So kann ich gleich nachgeben und wieder Ruhe reinbringen. Rechte Hand kann er dann auf Sandras Kommando hin sehr gesittet aus einem ruhigen Trabtempo angaloppieren. 

 

Anschließend gehe ich noch mit Willi unterm Sattel auf die Reitwiese, frage ein wenig Schenkelweichen und Seitengänge ab. Der Trab fühlt sich gut an, er kann ihn nun schon mit etwas mehr Aufrichtung etwas länger halten. Ich habe dabei immer mal Elke im Ohr. Galopp erarbeite ich mir heute aus dem Travers. Naja, das fühlt sich eher traversartig an, reicht aber schon, daß Willi brav aus dem Schritt anspringt. Damit lasse ich es dann nach knapp 30 Minuten auch schon wieder gut sein. Zwischendurch gehts hin und wieder mal durchs Flatterbandtor. ;-) 

Auf Trampelpfaden durch den Wald
Auf Trampelpfaden durch den Wald

06.07.2020

 

Mit Willi gehts abends in Begleitung von Laura und Joe gut 1,5 Stunden ins Gelände. Wir bummeln hauptsächlich gemütlich im Schritt durch den Wald, nehmen einige Trampelpfade unter die Hufe, lassen die beiden nur auf unserer üblichen Juhu-Galoppstrecke galöppeln und wandern kann wieder nach Hause. 

Unsere Hochzeitskutsche 😍
Unsere Hochzeitskutsche 😍

07.07.2020

 

Heute sind Gerret und ich 13. Jahre verheiratet und feiern die sog. Veilchenhochzeit. ;-) 

 

War ja klar, daß bei unserer Hochzeit auch unsere Pferde eine Rolle spielten. Amor und Laika wurden von unserer damaligen Reitbeteiligung Jacqueline unter tatkräftiger Hilfe ihres jetztigen Ehemannes hergerichtet und die Mähnen ganz toll eingeflochten. 

 

Nach der standesamtlichen Trauung ging es mit der Kutsche, gezogen von der heute zwischenzeitlich 28-jährigen Liesa mit Doris auf dem Kutschbock, eine Runde durchs Dorf und weiter zum Weinhof über Söllingen. Auch hier wurden wurden wir von Amor und Laika begleitet. Es war ein wunderherrlicher Tag! :-) 

08.07.2020

 

Sarah und Sandra gehen mit Amor und Willi 1,5 Stunden ins Gelände. 

Morgenstimmung um kurz vor 06.00 Uhr.
Morgenstimmung um kurz vor 06.00 Uhr.

09.07.2020

 

Amor wickelt leider noch immer ein wenig. Mir kommt es zwar so vor, wie wenn es weniger als vor dem Osteo-Termin ist - aber da kann auch der Wunsch Vater des Gedanken sein... Ich werde Julia auf alle Fälle im September nochmals zur Kontrolle kommen lassen. Ansonsten geht es dem Senior aber sehr gut, er sieht auch richtig propper für seine Verhältnisse aus - und das, obwohl die Jungs nun einige Tage schon auf einer zum großen Teil abgefressenen Weide stehen. Morgen steht deshalb ein Weidewechsel an. 

 

Am Abend gehen Sarah und ich mit Amor und Willi auf die Reitwiese. Nach etwas Handarbeit und dem obligatorischen Aufwärmen auf großen gebogenen Linien reite ich mit Willi das Kleeblatt ab, einmal auf jeder Hand. Dabei fällt mir auf, daß die rechte Schulter sich heute sehr leicht, die linke dafür etwas schwerer begrenzen läßt. 

 

Weiter gehts mit den Seitengängen, hauptsächlich auf der gebogenen Linie des Zirkels. Das ist für mich etwas herausfordernder, und ich muß mich gut konzentrieren. Immer, wenn ich dann das Gefühl habe, daß Willi sich im Schulterherein gut biegt, lasse ich ihn hieraus antraben. Sobald er den Trab nicht mehr gut halten kann und anfängt lieber zu schieben als sich zu tragen, pariere ich durch und setze neu an. Ähnlich verfahre ich mit dem Angaloppieren, das ich aus dem Travers (bzw. sind wir hierzu noch nicht gut genug gebogen, also eher "traversartig") entwickle und Willi aus dem Schritt anspringen lasse. Nach einer Pause spiele ich dann immer ein wenig zwischen Schultervor und traversartig, so daß Willi, der sich schon gemerkt hat, daß Schultervor die Trab- und Travers die Galoppstellung ist, nie weiß, was als nächstes kommt. Als er so auf jeder Hand einmal schön angaloppiert ist, lasse ich es dann auch gut sein. 

 

Die Jungs bekommen zum Abschluß eine Dusche, die beide sehr genießen und dabei brav frei in der Abendsonne stehenbleiben.