Guten Morgen 2020!
Guten Morgen 2020!
Same procedure as last year... ;-)
Same procedure as last year... ;-)

01.01.2020

 

Noch vor dem Jahreswechsel sind wir gegen 23.30 Uhr am Stall. Die Jungs sind sehr gechillt und fressen Heu. Amor bekommt eine Extra-Portion Heucobs kredenzt, während wir die Heunetze und das Wasser nochmals auffüllen und kurz abmisten. Die Kätzchen haben es sich in ihrem Körbchen im Stall gemütlich gemacht und kuscheln sich aneinander. 

 

Einzig Willi läßt um 23.59 Uhr einen kurzen Quietscher, als er bemerkt, daß alle schon an der Rundraufe versammelt sind und er alleine bei der Heukiste steht. Schnell kommt er zu uns und will mit seiner dicken Nase bei mir und Gerret gerne am Sektbecher schnuffeln.  Also: alles völlig ruhig.

 

Um 0.35 Uhr machen wir uns daher wieder auf dem Heimweg. 

 

Aber: same procedure as last year stehen wir um 09.30 Uhr wieder auf der Matte, um den Herren das Frühstück zu servieren. Wir füllen auch noch unsere Wasservorräte auf. Zum Glück hat Gerret von zu Hause unseren langen Ersatzschlauch mitgebracht, denn der am Hydranten ist zugefroren. 

 

Als Neujahrs-Extra bekommen die Pferde das Weihnachtsbäumchen ins Viereck auf der Kuppe gelegt. Willi ist gleich ganz begeistert, steht mitten hinein und rupft Ästchen herunter, die er gemütlich kaut. Ich bin total glücklich, so zwischen den drei zu stehen und einen so schönen Neujahrsmorgen zu erleben. Auch Paula und Fine sind munter und haben die Nacht gut überstanden. 

02.01.2020

 

Sarah gehts abends mit Amor eine halbe Stunde spazieren. 

Amor - bald 26 Jahre alt
Amor - bald 26 Jahre alt

03.01.2020

 

Am späten Nachmittag gehen Gerret, Sarah und ich mit Willi und Amor eine Stunde im Wald spazieren. 

 

Amor hat wieder etwas Kotwasser. Ich vermute, daß das dem derzeit sehr groben und stengeligen Heu geschuldet ist, das er teilweise nur sehr schlecht kauen kann, weshalb er auch wieder etwas wickelt. Ich hoffe, daß sich das beim nächsten Ballen schnell wieder verflüchtigt.

 

Heute habe ich mal unseren Heuverbrauch des letzten Jahres erfaßt:  https://www.pfinzgauranch.de/die-pfinzgauranch-1/fütterung/futterplan-und-statistik/ Wir haben in 2019 für unsere drei Jungs 29 Quaderballen Heu benötigt, wobei einer ca. 400 kg wiegt. Ergo sind das 29 Quaderballen : 12 Monate : 3 Pferde : 30 Tage also rund 11 kg Heu/Pferd/Tag und ein Kostenaufwand von rund 60 EUR/Pferd/Monat. Amor wird zwar sicherlich keine 11 kg Heu mehr fressen, aber dafür frißt Willi sicher etwas mehr. 

Ausritt mit Anne
Ausritt mit Anne

05.01.2020

 

Am Nachmittag treffe ich mich mit Anne zum Ausritt. Wir gehen eineinhalb Stunden ins Gelände. Die Buben sind gut drauf. Es ist trocken und kalt, aber nicht frostig. 

 

Willi schafft es jetzt schon immer öfter, einmal in Selbsthaltung zu laufen - sogar den Berg hinauf! ich merke, wie ich ihn immer besser dazu anhalten kann, sich nicht mit der Brust voranzuwerfen und mit der Vorhand seinen restlichen Körper nachzuziehen, sondern mit der Hinterhand zu tragen. 

 

Das Schönste ist heute der Sonnenuntergang, den wir unterwegs beobachten können und der anschließende Galopp Richtung Heimat. Willi galoppiert wunderbar kraftvoll an - links! *grins* - und hält das auch für längere Zeit durch. Amor hält sehr gut mit und ist gemäß Anne ebenso sehr flott unterwegs. 

 

Ich bin mal wieder happy, was für tolle Pferde ich an meiner Seite habe. ❤️

Die Jungs - direkt nebeinander in ihren Paddockboxen auf dem Quellberghof
Die Jungs - direkt nebeinander in ihren Paddockboxen auf dem Quellberghof

06.01.2020

 

Heute checken die drei Buben zum fünfwöchigen Trainingslager auf dem Quellberghof bei Petra und Harald Schöner im Weingartener Sallenbusch ein. Wir bringen zunächst Joe und Willi hin, anschließend Amor. Alle drei steigen mustergültig in den Pferdeanhänger und absolvieren brav die Taxifahrt. 

 

Auf dem Quellberghof beziehen sie drei große, direkt nebeneinander liegende Paddockboxen. Amor bekommt Heu satt, Willi und Joe dürfen durch Heunetze fressen. Einzig Willi macht anfangs einen etwas verunsicherten Eindruck. Da bin ich froh, daß seine zwei Kumpels dabei sind, was ihm Sicherheit geben wird. 

 

Die nächsten fünf Wochen gibts dann ausführliches Longen-Funktionstraining und Reitstunden. :-) 

07.01.2020

 

Ich habe in der letzten Nacht ein wenig schlecht geschlafen, weil ich mir ein wenig Sorgen um Willi gemacht habe. Zwar befürchte ich keine Kolik o. ä. durch die Umstellung und seine leichte Untersicherheit. Aber mir tut es immer sehr leid, wenn ich dem Pferd nicht wie einem Menschen erklären kann, daß alles gut ist. 

 

Aber meine Befürchtungen waren ganz grundlos: am Abend erzählt mir Petra, daß Willi es sich den ganzen Vormittag über in seiner Box sehr gemütlich gemacht und ausgiebig im Stroh geschnarcht hat - ganz wie zu Hause auch. ;-) Amor hat dagegen ziemlichen Radau gemacht und den am Morgen fehlenden Room-Service in Form eines Frühstücks moniert. Also bespreche ich mit Petra, daß sie ihm eben am Vormittag eine kleine Schippe Leinsamentrester gibt. 

 

Am Abend treffen Gerret und ich uns mit Sarah und Laura und gehen mit den Jungs für eine erste Einheit in die Reithalle. Oooooooooh, ist das toooooll: eine Reithalle!!! 🤩 Ich lasse Willi sich lange warmschritteln, nehme irgendwann vorsichtig den Zügel auf und lockere ihn weiter durch viele Hufschlagfiguren, Richtungswechsel und Schenkelweichen. Er ist sehr brav und willig und läuft sehr artig seine Bahnen. Im Trab fällt es mir anfangs etwas schwer, ihn linke Hand auf Linie zu halten; er driftet mir gerne nach innen weg. Aber da es heute nur mal ums Kennenlernen der Halle und ein wenig leichte Bewegung geht, bin ich sehr zufrieden. Aber: ich will natürlich auch mal galoppieren. Das klappt auf beiden Händen sehr gut, wenngleich da natürlich die Geschmeidigkeit fehlt. Die dort vorhandenen Spiegel helfen mir, das Schulterherein zu überprüfen. 

 

Was ich von Amor zwischendurch sehe, gefällt mir auch gut. Der Senior ist munter und arbeitet artig mit. 

 

Zum Schluß krabbeln Amor und Willi noch aufs Podest und sind sehr zufrieden mit sich. Der Senior darf sich auch noch wälzen - und bekommt dann endlich eine richtige Portion in Form von Heucobs, Leinsamentrester und Mineralfutter. 

08.01.2020

 

Am Abend habe ich meine erste Reitstunde mit Willi bei Petra. Ich habe ihn schon vorab durch ein paar geführte Runden und nach dem Aufsitzen am langen Zügel warmgeritten und durch Schenkelweichen und viele Hufschlagfiguren etwas gelockert.

 

Während Gerret mit Amor durch die Halle wandert und ein wenig Bodenarbeit mit dem Senior macht, arbeiten wir zunächst an Willis Bereitschaft, im Genick zuloszulassen und nachzugeben. Sein Schritt ist fleißig und regelmäßig, ich muß nur hin und wieder etwas nachtreiben, später nur noch im Trab. Insgesamt bin ich mit seiner Entwicklung in dieser Hinsicht ohnehin schon total zufrieden. Er gibt immer wieder nach, kaut schön. Wir nehmen während der Einheit dann Schritt-Halt-Übergänge dazu, ein wenig Rückwärtsrichten, um den Schwarzen mehr auf die Hinterhand zu setzen und dann auch Vorhandwendungen. Willi soll lernen, auf mein Schenkelhilfe verbessert mit mehr Vor- und auch Seitwärts zu reagieren. Dazu soll ich dann diese Lektion auch vermehrt in Bewegung reiten, so daß die Vorhand einen kleineren Kreis, die Hinterhand einen größeren beschreibt. Wichtig ist hierbei auch die Schulterkontrolle der Vorhand, damit Willi nicht auf seine äußere Schulter fällt. Ich stelle mir dazu unseren Dreh- und Angelpunkt direkt vor mir im Sattel vor und behalte schön den äußeren Zügel dran. Daraus ergibt sich dann prima die diagonale Hilfengebung: innerer Schenkel, äußerer Zügel. Petra gibt mir Hilfestellung, daß ich mir gleichzeitig auch vorstellen soll, daß alles fließt und ganz leicht wird. Für ein paar wenige Schritte klappt das sogar - manchmal. ;-) Das ist nun jedenfalls unsere Hausaufgabe für die nächsten Male.

 

Den Trab nehmen wir sodann immer als Pause für Willi hinzu. So lernt er, daß er sich auch in Bewegung vorwärts entspannen kann. Und tatsächlich fühle ich, wie er immer besser durchschwingt oder "bounct" (von "bouncen"), wie ich das gerne nenne, wenn man fühlt, daß das Pferd den Durchschwung in den Gelenken auch als Energiegewinn für den nächsten Durchschwung nutzt. Toll!

09.01.2020

 

Meinen am Stall zurückgebliebenen Kätzchen gehts gut. Einmal am Tag schauen wir nach ihnen und füttern sie. Sie halten brav die Stellung. 

*mjam* ;-)
*mjam* ;-)

10.01.2020

 

Sarah longiert Amor 30 Minuten und geht anschließend noch in Begleitung von Laura und Joe mit Willi eine Stunde spazieren. Alle Jungs sind äußerst munter. 

11.01.2020

 

Anne reitet Amor 30 Minuten lang in der Reithalle und bewegt Willi 20 Minuten an der Longe. 

In den Paddockboxen auf dem Quellberghof
In den Paddockboxen auf dem Quellberghof

12.01.2020

 

Damit für die Jungs auch das Gelände nicht zu kurz kommt, gehen wir heute zu dritt ausreiten: Laura und Joe, Sarah und Amor, ich und Willi. Wir sind 1,5 Stunden unterwegs. Zunächst bummeln wir in Richtung Wald, weil über die Hügel des Sallenbuschs ganz schön der Wind pfeift und wir darauf gefaßt sind, daß die Buben doch ein wenig mehr Go haben könnten - da begrenzt der Wald im Gegensatz zum freien Feld doch schon ein wenig den Vorwärtsdrang. ;-) Nach ausgiebig Schritt traben wir eine recht lange Strecke. Der Schwarze fände ein wenig "Yippieh-Hü" durchaus nett, aber ich verlange als Kapitän einen gesitteten Trab in meinem Tempo. Zwischendurch kann ich den Zügel aus der Hand kauen und ganz durchhängen lassen und wieder aufnehmen. Der Weg schlängelt sich schön durch den Wald, so daß die Pferde immer wieder umgestellt werden können. Der würde sich durchaus auch mal für ein wenig Galopparbeit mit vielen Galoppwechseln eignen. ;-) Die letzten 200 m lassen wir die Jungs dann angaloppieren. Alles bleibt ruhig. Wir schließen noch eine große Schrittrunde rund um den Sallenbusch an, zwischendurch steigen Sarah und ich auch mal ab, damit vor allem Amors Rücken entlastet wird. Der Senior ist heute auch wirklich gut unterwegs, tritt im Schritt schön über - wie immer in fremden Gelände, wenn es Neues zu erkunden gibt. 

 

Das war ein feiner Ausritt! 

 

Was mir heute mal wieder auffällt: Willi hat seinen sorgenvollen Blick, den er ja von Anfang an bei uns und für einen wirklich langen Zeitraum gezeigt hat, komplett verloren. Gut, am Montag beim Stallwechsel war er etwas verunsichert. Das hat sich aber sofort wieder gegeben. Jetzt schaut er immer sehr ruhig und neugierig aus seinen schwarzen Augen. ❤️

Mit Willi nach der Handarbeit
Mit Willi nach der Handarbeit

13.01.2020

 

Am Abend habe ich zunächst einen äußerst munteren Senior neben mir. Wir machen Handarbeit, sind zunächst noch zu zweit in der Reithalle.

 

Ich lasse Amor sich zunächst neben mir einige Bahnen warmlaufen, nehme dann die Zügel auf, gehe ganze Bahn und Zirkel, unterbrochen von Anhalten und wieder Angehen. Er ist noch ein wenig steif, was sich ändert, nachdem ich Schulterherein und Schenkelweichen abfrage. So aufgewärmt nehme ich die lange Touchierpeitsche zur Hand und touchiere ihn immer beim Abhufen des inneren Hinterbeines, nachdem ich seinen Schweif hochgebunden habe. Es fällt mir schwer, auch sein äußeres Hinterbein zu treffen, so wie Desmond es mir im November gezeigt hat. Das Mörchen macht gut mit, hebt brav die Beinchen und wird zusehends runder. Nachdem ich wieder die Zügel aufnehme, ist er "voll da", gibt schön im Genick nach, läuft fleißig vorwärts und zeigt ein tolles Schulterherein und Travers. Ganz easy am äußeren Zügel geführt. Toll!

 

Nachdem wir alleine in der Halle sind, nehme ich ihm die Trense ab, worauf er sich erst einmal genüßlich wälzt. Ich möchte noch etwas Freiarbeit anschließen, will aber ob der nun ja vorhandenen tollen Bedingungen mit Reithalle und so gleich mal zu viel. *augenroll* Da ich mir keine Zeit nehme, dieses "innere Band" zwischen uns herzustellen, indem ich vom Leichten zum Schweren hinarbeite, macht sich Amor lieber selbständig. Ich kann ihn zwar noch einige Male schön zum Appell zu mir rufen und neben mir hertraben lassen, das wars dann aber auch schon. Band zerrissen. *soifzt* Tja, auch so etwas ist eben nicht selbstverständlich. Trotzdem freue ich mich, daß mein bald 26-jähriger Hafischlaukopf so munter ist. :-)

 

Danach hole ich Willi. Ich erarbeite mit ihm das gleiche Programm wie mit dem Mörchen: zuerst etwas warmlaufen, ein wenig Schulterherein und Schenkelweichen, dann Touchieren der Hinterhand. Leider hält Willis Schweif nicht wirklich, als ich ihn nach oben gebunden habe, so daß ich bei ihm erst mal auf das beidseitige Touchieren verzichte und nur das innere Hinterbein touchiere. Das findet er zwar komisch, bleibt aber dabei grundsätzlich sehr brav und ruhig. ;-) Er ist im Gegensatz zu Amor auch von Anfang an schön locker, kaut brav, gibt schön nach und läßt sich toll am äußeren Zügel führen. Die Schwenkvolte, die Petra letzte Woche beim Reitunterricht eingesetzt hat, klappt sehr gut vom Boden aus - das kennt er ja ohnehin aus dem Übertretenlassen. Beim Schulterherein kippt er allerdings noch etwas zu sehr nach innen und Travers, was wir aber auch noch gar nicht oft gemacht haben, muß ich ihm erst ein wenig erklären. Leider sind wir dann nicht mehr alleine in der Halle, so daß ich keine Freiarbeit mehr mit ihm machen kann, weshalb ich es dann auch gut sein lasse. Er darf zum Abschluß aber auch noch aufs Podest klettern.

14.01.2020

 

Heute werden Amor und Willi erstmals von Harry untersucht und mit dem bewegungstherapeutischem Funktionstraining bespaßt (nachzulesen auch hier: www.xn--schner-reiten-kmb.de/training-therapie/therapie). 

 

Wie mir Harry später berichtet, kann er bei Amor nicht wirklich viel feststellen. Er hatte eine kleine Blockade in den Halswirbeln und die Adduktoren - Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel - müssen mal wieder behandelt werden. Kopf und Genick weisen keine Auffälligkeiten aus, so dass das derzeit nur noch ganz leicht vorhandene Heuwickeln wohl auf die Zahnsubstanz zurückzuführen ist. Bei Willi hat er mehr zu tun, vor allem auch in der Halswirbelsäule. Da muß Harry wohl auch nochmals nacharbeiten, denn Willi hat während des Longierens zwischendurch auch gezeigt, dass ihm das vor allem rechte Hand unangenehm ist. Aber die Pferde sind ja noch einige Wochen da.

Futtern nach der Reitstunde
Futtern nach der Reitstunde

15.01.2020

 

Am Abend hat zunächst Sarah bei Petra eine Longeneinheit mit Amor. Sarah möchte gerne das Longieren etwas genauer gezeigt bekommen; Ziel ist heute, einen schönen runden Zirkel zu longieren. Da ist Amor ja das adäquate Lehrpferd, das nur auf richtige Hilfen richtig reagiert. ;-) Gemeinsam mit Petra erarbeiten sie über Pylonen am Boden einige Lektionen für Amor - und das schaut richtig gut aus.

 

Währenddessen hole ich das Schwarztier. Der macht beim Eintritt erst einmal einen halben Kniefall, weil er seine Füßchen mal wieder nicht ordentlich über die dort befindliche Bodenschwelle hebt. Urgs. Ich führe ihn einige Runden lang, kann aber nichts feststellen und steige dann auf, wonach ich Willi nochmals am langen Zügel bummeln lasse und nur aus dem Sitz heraus lenke. Als ich die Zügel sachte aufnehme, ist Willi gleich "voll da" und achtet auf alles, was ich da so mache. Auffällig ist, daß er sich heute auf leichteste Hilfen führen läßt. Sogar das leichte Zurückwiegen auf die Hinterhand bei den Schritt-Halt-Übergängen klappt sofort.

 

Ich arbeite mit Petra dann zunächst an der Thematik der letzten Reitstunde: konstanteres Am-Zügel-Gehen. Dazu soll ich beispielsweise auf dem Zirkel immer eine halbe Zirkelrunde Schulterherein abfragen und hieraus dann entlang der anderen Zirkelhälfte ins Übertreten gehen. Hintergrund ist, dass Willi lernt, meinen Schenkel besser anzunehmen. Die verbesserte Haltung an sich resultiert dann aus der Lektion. Zwischendurch traben wir zur Entlastung immer wieder einige Runden, aus denen er sich dann auch Abstrecken darf. Petra gibt mir dazu den Tipp, die Schultern immer mal nach oben zu ziehen und sie dann nach hinten-unten fallen zu lassen. So wird der Schultergürtel beweglich und die Hand unabhängiger vom Sitz - das fühlt sich gleich total gut an! Willi ist so gut bei der Sache, daß Petra dann auch mal anfragt, ob wir denn auch galoppieren wollen, damit wir lernen können, das Nachgeben im Genick auch dort abzufragen. Wir gehen gerade linke Hand und ich bin etwas wuschig, so daß der erste Linksgalopp nicht gelingt. Also wechseln wir nach rechts.

 

Galopp, ja, das ist ja noch immer so meine Angst-Lektion. Klar galoppiere ich und habe da nicht mehr diese Angst, wie das früher der Fall war. Aber ich merke, daß ich trotzdem noch wesentlich unentspannter als in den niedrigeren Gangarten bin und mich dadurch schneller fest mache. Mit Petras Unterstützung bekommen wir allerdings zweieinhalb ganz ordentliche Zirkel galoppiert. :-) Nach einem Handwechsel klappt dann auch der Linksgalopp und ich stelle fest, daß ich mich dabei auch ganz gut entspannen und locker bleiben kann. Zum Abfragen des Nachgebens im Genick kommen wir heute nicht mehr, aber für mich ist das so oder so schon ein Erfolg. Ich bin happy.

 

Zum Abschluß fragen wir nochmals Schulterherein und Übertreten ab, testen dann auch Travers an, was linke Hand schon ordentlich klappt, rechte Hand kann ich es dem Schwarztier nicht wirklich vermitteln, was ich gerne möchte, so daß wir eher ins Schenkelweichen driften. Das ist also unsere nächste Hausaufgabe.

 

Dann kommt der schönste Moment: ich steige ab, gucke Willi ins Gesicht und habe ein total zufrieden und selbst recht happy aus den großen schwarzen Augen schauendes Knuffeltier vor mir. Das war heute insbesondere mit dem Galopp für Willi schon anstrengend. Aber er hat toll mitgearbeitet und sich wirklich viel, viel Mühe gegeben. Bent Branderup hat einmal gesagt: "Sieh' hinein in die Augen Deines Pferdes, aber erschrecke nicht über die Wahrheit." - Heute hab ich alles richtig gemacht!

16.01.2020

 

Sarah geht mit Amor eine Stunde bei wunderschönstem, fast schon frühlingshaften Wetter ins Gelände und longiert Willi anschließend noch 15-20 Minuten.