Servus!
Servus!

01.02.2020

 

Die Pferde-Welt ist manchmal wirklich klein: da liegen wir gestern den ganzen Tag in der Therme und noch am gleichen Abend lese ich auf Facebook, daß Edith und ihr Mann Andi, bei denen der liebe Punkti damals bei Salzburg aufgewachsen ist, ebenfalls dort sind! Wir verabreden uns für heute zum Essen und verbringen einen total schönen Abend, an dem wir auch viel über Kurti erzählen. Wie schön! 

 

Amor und Willi haben heute Pause. Wie wir berichtet bekommen, hat das Wetter zu Hause ganz eklig umgeschlagen und es regnet heftig. Das soll wohl auch die nächsten Tage noch so bleiben. Naja, solange die Pferde noch auf dem Quellberghof sind, macht das nix. ;o)

Amor
Amor

02.02.2020

 

Während wir uns von München aus auf den Heimweg machen, reitet Sarah Willi in der Reithalle, derweil Anne Amor an der Doppellonge arbeitet. 

03.02.2020

 

Wir starten in die letzte Trainingswoche auf dem Quellberghof. ;-)

 

Am Abend habe ich bei Petra meine letzte Reitstunde. Willi macht mir heute einen etwas dösigen Eindruck - ich denke, es wird nicht nur ihm gut tun, wenn er nächste Woche etwas Dolce far niente hat und auch mal wieder so umherlaufen kann, wie er es möchte. Darauf freue ich mich auch schon, wenngleich ich das morgendliche frühe Aufstehen und die Stallarbeit um diese Uhrzeit vor allem beim derzeitigen Wetter nicht wirklich vermisse. In der letzten Nacht und auch am heutigen Vormittag hat es gute 30 l/qm geschüttet...

 

Petra gibt uns heute als erste Aufgabe, die Seitengänge Schulterherein und Travers nur spielerisch zu entwickeln. Sprich: wenn es nicht klappt, kein Problem. Nicht ziehen oder drücken, sondern aus dem Sitz heraus reiten und abwarten, ob der Schwarze darauf reagiert. Ein Augenmerk liegt auch noch auf meiner linken Hand - ich bin Linkshänder, und so dominiert diese Hand gerne, vor allem in der Zügelführung und gibt nicht genug nach. Ich soll immer mal wenn es gut klappt an mir herunter und auf die Hand schauen, so daß ich ein besseres Gefühl für sie bekomme. Willi gibt sich derweil Mühe, und so klappt auch der Travers schon viel besser, den wir wie folgt erarbeiten: Vorgabe durch den Sitz, sobald die Hinterhand etwas hereinschwenkt auf die äußere Schulter aufpassen und diese an der Bande behalten, und erst, wenn alles schön flüssig paßt, nehmen wir noch die Stellung dazu. Das ist natürlich immer noch seeeehr ausbaufähig, aber im Gegensatz zur ersten Reitstunde vor vier Wochen klappt es schon viel besser und vor allem flüssiger.

 

Der Trab fühlt sich heute wieder sehr schön an. Auch Petra sagt, daß dieser sich in den letzten Wochen tatsächlich deutlich verbessert hat. Oftmals höre ich auch gar nichts: Willi trabt wie eine Elfe. :-)

 

Was heute nicht klappt, ist der Linksgalopp. Der Schwarze schummelt mit der rechten Hinterhand. Da ich zu diesem Zeitpunkt aber schon etwas voll im Kopf bin, bin ich mir nicht sicher, ob das nicht einfach mal wieder an meinem Sitz liegt. Nachdem wir einen schönen Rechtsgalopp auf zwei Zirkelrunden halten konnten, klappt dann auch der Linksgalopp - zumindest für eine Viertelzirkelrunde. Aber: egal. Ich spüre deutlich, was wir in den letzten Wochen alles haben erarbeiten können.

 

Das Mörchen putze und betüddle ich heute ein wenig in seiner Box und kredenze ihm innerhalb von zwei Stunden zwei große Portionen Heucobs.

Willi, Tanja, Sarah und Amor
Willi, Tanja, Sarah und Amor

04.02.2020

 

In der letzten Nacht war es aufgrund eines Temperatursturzes von über 10° nochmals extrem stürmisch, und auch am Nachmittag zieht nochmals innerhalb von 10 Minuten ein kurzes Unwetter mit Graupelschauern über uns hinweg, so daß insgesamt nochmals 10 l/qm herunterkommen. 

 

Amor und Willi werden am Vormittag wieder von Harry bewegungstherapeutisch longiert. Er schaut sich hierbei auch Willis rechte Hinterhand nochmals genauer an und behandelt diese. Danach ist - zumindest an der Longe - der Linksgalopp sofort abrufbereit und in Ordnung.

 

Am frühen Abend gehen Sarah, Amor, Willi, Gerret und ich eine Stunde spazieren, wobei wir die Jungs auch gleich etwas grasen lassen. 

 

Als uns von hinten ein netter Schwarzwälder vor einer Marathonkutsche überholt, ist das Schwarztier höchst irritiert, spannt sich fast schon fluchtbereit an, schaut dem Gespann dann aber interessiert hinterher, als es an uns vorbeizuckelt. Ich erkläre Willi, daß das für ihn auch irgendwann mal auf dem Plan steht und es ihm bestimmt Spaß macht. ;-) 

05.02.2020

 

Während Gerret Amor am Abend longiert, sich dabei drei Pylonen als Marker aufgebaut hat und was echt schon total harmonisch aussieht, reite ich Willi in der Halle. Ich baue die Einheit wie bei Petras Reitstunden auf, schaue nach den Seitengängen Schulterherein und Travers und trabe dazwischen immer wieder schön vorwärts. Der Galopp fühlt sich rechte Hand gut an, ich komme schon viel besser zum Sitzen. Linke Hand galoppiert Willi erst beim vierten Versuch richtig an und kann die Gangart, anders als auf der anderen Hand, auf der wir gut drei Zirkel am Stück galoppieren konnten, nur für einen halben Zirkel halten. Ich glaube immer noch, daß das irgendwie mit an meinem Sitz liegt, denn ansonsten ist das Schwarztier wie immer sehr willig und brav und gibt sich Mühe.

 

Ich beende die Einheit nach nochmals etwas Seitengängen und einem sehr kräftig aus der Hinterhand kommenden Trab, steige dann ab und führe ihn noch ein wenig, bis Gerret seine Einheit mit Amor beendet.

06.02.2020

 

Sarah reitet Willi heute in der Reithalle, Anne bekommt von Petra nochmals eine Reitstunde auf Amor.

 

Abends trifft sich unsere komplette Stallgemeinschaft zum gemütlichen Abschluß im Weingartener Backhaus. :-) Gemeinsam stellen wir fest, daß sich das Training der letzten fünf Wochen wirklich ausgezahlt und viel Spaß gemacht hat, die Jungs aber sicherlich froh sein werden, sich zu Hause mal wieder frei bewegen zu können - auch wenn die Unterbringung auf dem Quellberghof fürs Training in den großen Boxen mit riesigen Paddocks wirklich erstklassig ist. 

07.02.2020

 

Amor und Willi werden heute letztmalig von Harry mit dem bewegungstherapeutischen Funktionstraining bespaßt.

 

Für die Zeit zwischen Sonntag Abend und Dienstag Vormittag ist der Durchzug von Sturmtief Sabine angekündigt. Sie soll mit Sturmspitzen auch bei uns im Flachland von bis zu 120 km/h über uns hinwegziehen (Sturmtief Lothar brachte es damals auf 151 km/h). Mit Petra habe ich daher abgesprochen, daß die Jungs noch bis Dienstag auf dem Quellberghof bleiben können. Da ist es mir doch lieber, sie sind gut weggesperrt. Eine schlaflose Nacht werde ich vermutlich so oder so haben... *soifzt* 

Nochmal im Gelände
Nochmal im Gelände

08.02.2020

 

Die Ruhe vor dem Sturm... 

 

Wir nutzen das heute nochmals wirklich schöne Wetter: ich reite Willi, Gerret läuft mit Amor mit. So bummeln wir rund 1,5 Stunden über die Hügel und durch den Wald. Als Gerret vorschlägt, auch einmal ein wenig zu traben, läuft ihm der Senior gleich mal den Rang ab und der beste aller Ehemänner hechelt hinterher. *grins* 

 

Ich lasse den Schwarzen meist am hingegebenen Zügel vor sich hinzuckeln, nehme nur zwischendrin mal kurz die Zügel vorsichtig auf, damit ich den Takt nicht störe und frage sachte ein wenig Schenkelweichen, Schulterherein und Travers ab. Bei den Seitengängen bestätigt mir Gerret mein Gefühl, daß Willi auf drei Hufschlägen läuft. Wie schön! :-) Außerdem nutze ich jede Kurve, um seine sodann jeweils äußere Seite durch Stellung und Biegung zu dehnen, indem ich mir vorstelle, wie seine Muskulatur außen losläßt - ein Prinzip aus der Alexander Technik. Auf dem Heimweg gehen wir einen ziemlich steilen Waldweg bergab, Willi setzt sich schön auf die Hinterhand. Supi! 

Hallöle! ;-)
Hallöle! ;-)

09.02.2020

 

Heute wäre eigentlich unser Abreisetag, wir hatten sogar geplant, nach Hause zu reiten. Das aufziehende Sturmtief Sabine macht uns einen Strich durch die Rechnung. Am Vormittag ist das Wetter auch durchaus noch schön, ab dem Nachmittag frischt der Wind dann schon weiter auf. Für heute Nacht zwischen 3 und 6 Uhr sind Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h gemeldet... 

 

Auf dem Quellberghof findet heute wieder ein Lehrgang statt, so daß die Reithalle belegt ist. Wir passen die Mittagspause ab und longieren Amor und Willi. Gerret longiert Amor an der einfachen Longe, ich probiere mich mit Willi an der Doppellonge, was wir schon länger nicht mehr gemacht haben. 

 

Willi ist ein wenig zäh und hängt sich absichtlich voll in die Leinen, so daß ich die ersten Runden nur damit beschäftigt bin, ihn vorwärts zu schicken und auf Linie zu halten. Trotzdem es sich um eine offene Reithalle direkt neben dem Wald handelt, windet es drinnen nicht so sehr. Aber natürlich raschelt es draußen. Willi stutzt, spitzt die Ohren - und stürmt vorwärts. Ich reagiere zu langsam und muß die Doppellonge loslassen. Ich sammle das Schwarztier wieder ein, fahre ihn zurück auf unseren Zirkel und setze erneut an. Doch der Schwarze ist nun wach: er stürmt ein weiteres Mal los, ich versuche noch, ihn zu halten, muß aber wieder loslassen. Das findet Willi spaßig und tobt nun munter durch die Halle. Nachdem ich drei Runden hinterher gehechelt bin, währenddessen er spitzbübisch von links unten nach rechts oben galoppiert (und was für eine schööööne Galoppade...) bleibe ich stehen und gucke zu. Nach einer weiteren Runde ist das Go offensichtlich verbraucht und ich kann ihn wieder zu mir holen. Ich schnalle die Doppellonge zur einfachen Longe um und lasse Willi, der nun ausreichend aufgewärmt ist, auf beiden Händen längere Zeit traben und galoppieren - alles schön relaxed und immer wieder mit guter Dehnung. Also schnalle ich wieder zur Doppellonge um und arbeite noch ein wenig mit ihm, wobei ich nur auf seine Mitarbeitsbereitschaft und ein lockeres Vorwärts achte. Zum Abschluß fahre ich ihn noch ein wenig und kann sogar auf beiden Händen Schulterherein abfragen. :-) Ich denke, das war einfach Willis Ausdruck von: "Juhu, ich muß mich jetzt endlich mal strecken!". Nicht schlimm. So isses halt. ;-) 

 

Wir packen schon einmal einen Teil unseres Equipments ins Auto, weil wir noch zum Stall nach Hause fahren, um alles soweit dingfest zu machen. Unsere Kätzchen liegen in ihren Körbchen und schauen zu, wie wir aufräumen. Als wir den Trailweg ablaufen, werden wir von Paula begleitet. Ich denke, die beiden werden froh sein, wenn sie ab Dienstag wieder regelmäßigen Kontakt zu uns haben. Damit sie den Sturm heute Nacht gut überstehen, gibts heute auch ein besonderes Futter. 

 

Und jetzt hoffen wir mal das beste, daß nichts zu Bruch geht. 

10.02.2020

 

Die letzte Nacht war heftig. Ein ums andere Mal habe ich mich im Bett hin- und hergewälzt, ob am Stall auch alles hält. Es war auf alle Fälle die richtige Entscheidung, die Jungs erst morgen nach Hause zu holen. Sonst hätte ich wohl gar nicht schlafen können. Als Gerret und ich am Morgen auf dem Weg zur Arbeit noch einen Abstecher zum Stall machen, kommen wir gar nicht bis dorthin, denn 50 m vor dem Stall liegt ein Baum quer über dem Weg. Aber von Weitem sieht alles gut aus: das Vordach, das Heulager und das Weidezelt stehen noch, der Zaun scheint unbeschädigt.

 

Am Spätnachmittag fahren wir nach Weingarten. Amor, Willi und Joe stehen unter in ihren Boxen und futtern Heu. Diesbezüglich ist mir aufgefallen, daß Amor nur noch dann kleine Heuwickel produziert, wenn er das Heu nicht mag, vornehmlich wenn es leicht feucht ist. Liegt frisches, trockenes Heu bereit, sind keine Wickel vorhanden. Das hat also nicht wirklich was mit "Nicht-Können" zu tun. 

 

Trotzdem es noch immer ziemlich stürmisch ist, läßt es sich in der offenen Reithalle gut aushalten und ein wenig arbeiten. Gerret stellt für sich und Amor zwei Pylonen auf, damit er Anhaltspunkte zum Longieren hat. Ich bin richtig stolz auf die beiden, wie gut das klappt. Gerret meint auch, daß Amor richtig Spaß dabei hat. :-)

 

Ich wiederhole derweil mit Willi ein letztes Mal das Trainingsprogramm, das ich in den letzten fünf Wochen mit Petra erarbeitet habe. Mein Augenmerk liegt auf "Selbstverständlichkeit", also locker, losgelassen, ohne Zwang, kein Ziehen oder Drücken. So klappt das Schulterherein sehr gut und sogar der Travers nimmt langsam Formen an, wie ich im Spiegel überprüfe. Der Trab ist zwischenzeitlich immer öfter für ein paar Tritte mit unheimlich viel "Doing-Doing-Doin" versehen, sprich: Willi federt durch seinen Körper. Beim Rechtsgalopp springt er gleich an, beim Linksgalopp braucht er wieder eine Weile. Mir fällt heute auf, daß ihm das um einiges leichter fällt, wenn ich die Stimmhilfe dazu gebe. Mmmh. Ist meine reiterliche Hilfe zu schwammig? Sicherlich ist es nicht so, daß Willi nicht wüßte, was ich gerne hätte. Aber da das unter Zuhilfenahme des Stimmlobs gleich viel besser funktioniert, lohnt sich beim demnächst wieder mit Desmond anstehenden Kurs mal ein Blick darauf. 

 

Während Amor sich schon zweimal ausgiebig gewälzt hat, nehme ich auch dem Schwarzen Sattel und Trense ab. Etwas unschlüssig steht er da und überlegt, kommt dann zu mir. Als Amor sich nochmals wälzt, schaut Willi interessiert zu. Er hat sich in den ganzen zwei Jahren, die er nun schon fast bei mir ist, noch nie nach der Arbeit in einer Reithalle oder auf unserer Reitwiese gewälzt, obwohl ich ihm das immer wieder angeboten hatte. Heute ist daher Premiere: Willi sucht sich ein Plätzchen und wälzt sich. :-) 

 

Nachdem wir den Großteil unseres Equipments und alles Futter ins Auto gepackt haben, fahren wir nochmals zum Stall und werden von Paula und Fine begrüßt. Wie schon am Morgen aus der Ferne gesehen ist alles in Ordnung. Nur aus unserem Brettervorrat hat es 2, 3 Bretter heruntergeweht. Als wir noch am Stall sind, passiert uns schon wieder die nächste stärkere Sturmböe - auch für die kommende Nacht sind nochmals Böen mit bis zu 100 km/h angesagt, dann soll das Schlimmste vorbei sein. 

11.02.2020

 

Die schlimmste Phase von Orkantief Sabine ist überstanden. Heute holen wir die Pferde wieder nach Hause, zuerst Amor, dann Willi und Joe. 

 

Ein dickes Dankeschön geht an Petra und Harry Schöner vom Quellberghof in Weingarten für fünf Wochen tolle Unterbringung, Training und Unterricht! :-) 

Wieder zu Hause ❤️
Wieder zu Hause ❤️

12.02.2020

 

Wie wenn sie nie weggewesen wären: am Morgen liegt der Schwarze noch im Sand, Amor wandert erwartungsvoll in seine Box, um auf seine Heucobs zu warten. ;-) Einzig der Trailweg sieht etwas arg verunstaltet aus: da haben die Rösser vermutlich den nun wieder vorhandenen Freilauf genutzt und sind diesen hoch- und runtergeflitzt - unabhängig der Tatsache, daß sie da auch fünfmal hingeäppelt hatten. Hach ja, die Stallarbeit hat uns wieder.

13.02.2020

 

Unsere Reitbeteiligungen sind wahrlich nicht aus Zucker... *staun* Während ich zu Hause das Bett hüte, versuche, eine ziemlich böse Erkältung auszukurieren und am Nachmittag dicken Regentropfen auf dem Fenster zuschaue, meldet mir Sarah am Abend, daß sie und Anne feuchtfröhlich mit den Jungs ein wenig im Gelände waren. Der Abritt war trocken, als es zu regnen anfing, wurden die Regenponchos angezogen. Und belohnt wurden sie anschließend mit einem schönen Regenbogen. 🌈

14.02.2020

 

Am Nachmittag bringen wir Willi zur Hardt-Ranch nach Graben-Neudorf. Er steigt sehr artig in den Hänger, ist während der Fahrt mustergültig brav und bezieht am Kursort wieder eine schöne Paddockbox. 

Willi mit Kurs-Kumpel Herkules beim Sonnenbaden
Willi mit Kurs-Kumpel Herkules beim Sonnenbaden

15.02.2020

 

Bevor wir am Morgen nach Graben-Neudorf fahren, machen wir einen kurzen Abstecher zum Mörchen. Desmond checkt die Paßgenauigkeit von Amors Sattel. Der muß in der Kammer etwas enger gestellt werden. Vermutlich wird sich das auf den Sommer wieder ändern, was ich im Auge behalten soll. 

 

Willi hat seine erste Nacht gut überstanden. Er lag auch draußen im Sand und hat sich, wie sein Gesicht zeit, auch komplett flachgelegt. Mir gehts mit meiner Erkältung ganz gut, ich habe mich ausgiebig "gedopt" und hoffe so, den Tag zu überstehen. Zum Glück habe ich tatkräftige Hilfe vom besten Ehemann von allen. ❤️

 

Desmond begutachtet auch Willis Sattelpaßform, wobei auch dieser etwas enger gestellt wird. Hier muß ich ebenso darauf achten, daß er auf den Sommer hin nicht zu eng wird. Außerdem vermessen wir Willis Ortweite. Dazu werde auch ich von Desmond hinsichtlich Oberschenkellänge und Gesäßbreite vermessen. Hintergrund: mir träumts von einem Damensattel... Den werde ich sicherlich nicht von heute auf morgen finden, aber so weiß ich schon, daß er zwischen 48 und 50 cm lang und 33 cm breit sein soll und welche Ortweite wir brauchen. ;-) 

 

In unserer ersten Einheit widmen wir uns am Vormittag zunächst meinem Sitz. Ich stehe noch immer zu sehr senkrecht auf und muß darauf achten, meinen Oberkörper besser nach vorne mitzunehmen. Das fühlt sich zwar überhaupt nicht so an, aber anhand der Videos, die Gerret während meiner Reiteinheiten mitschneidet, kann ich das tatsächlich gut nachvollziehen. Als Ergebnis sollte dann auch Willi etwas flotter vorwärts laufen. Desmond weißt mich auch auf meine Hand hin, die der Nickbewegung des Pferdes folgen soll.

 

Da ich gerne etwas am Travers feilen möchte, erarbeiten wir diesen über die Kurzkehrt. Da bei jeder Wendung mein äußeres Bein Willis Hinterhand begrenzt, ist diese ohnehin passend in der Lage, um den Travers abzufragen. Ich habe kurz mehrmals einen Knoten im Kopf, zu welcher Seite Willi denn nun gestellt und gebogen sein soll. *rotwerd* Sobald der Schwarze auch nur traversartig geht, lobe ich im Seitengang, damit Willi genau erkennt, was gemeint ist. 

 

Im Trab soll ich darauf achten, daß Willi mir nicht zu sehr abtaucht, das Genickt soll oben bleiben. Die Zeiten, auf denen er mit der Nase auf Höhe Buggelenk herumbummeln dürfte, sind definitiv vorbei. Ich stelle mir immer wieder vor, wie ich ihn vom Brustbein her im Hals etwas aufrichte. Durch viele halbe Paraden gibt Willi schön nach und kann diese Haltung dann auch immer für einige Tritte halten, worauf ein Lob und eine Pause erfolgt - alles erarbeiten wir sehr kleinschrittig. 

 

Galoppiert sind wir auch mal, aber nur kurz. Das heben wir uns für den Nachmittag auf. Ich bin ja auf den Linksgalopp gespannt... 

 

In meiner zweiten Einheit am Nachmittag testen wir kurz das Schulterherein auch im Trab an, entwickelt aus einer Volte. Linke Hand klappt das, rechte Hand fehlt ihm dazu die Biegung. Das ist neben dem Travers aus der Kurzkehrt meine zweite Hausaufgabe. 

 

Unterstützt von Desmond, der meine Touchierpeitsche als Motivator für Willi in der Hand hält, gehts an den Galopp. Wir galoppieren und galoppieren, mal rechts, mal links - und Willi springt immer richtig an (nebenbei bemerkt: den ganzen Kurs hindurch!). So kommen wir auch dazu, etwas mehr in der Gangart zu arbeiten. Desmond stellt fest, daß der Linksgalopp runder und gesetzter ist als der Rechtsgalopp - was mal wieder von meinem Gefühl abweicht, ich empfinde das genau anders herum. Aber das heißt ja nix. *seufzt* Auch der Trab zwischendurch ist richtig, richtig schön rund und immer etwas länger in Selbsthaltung. Dann wird Willi ganz leicht, und ich habe fast gar nichts mehr in der Hand. Wie schön! :-) 

Corinna, Marion, Tina auf Katla, Diana, Anne, Saskia, Mary, Desmond, Constanze und ich auf Willi
Corinna, Marion, Tina auf Katla, Diana, Anne, Saskia, Mary, Desmond, Constanze und ich auf Willi

16.02.2020

 

Anne, die heute Amor und Joe versorgt, geht mit dem Senior eine knappe Stunde ins Gelänge. 

 

Auch die zweite Nacht war für Willi offenbar angenehm. Er lag wieder und ist fit. :-) Ich versuche heute mal auf Medizin zu verzichten. 

 

In meiner dritten und vierten Kurseinheit arbeiten wir erst wieder am Travers und wiederholen das, auch während der Einheit via Handwechsel, immer wieder via Kurzkehrt. Auch ein Schultervor entlang der langen Seite klappt heute im Trab ganz passabel. Als Desmond Willis Hinterhand kurz für ein paar wenige halbe Tritte touchiert, ist der Trab danach sehr engagiert und schwungvoll: die Hinterhand ist da. 

 

Im Galopp wollen wir heute versuchen, dessen Qualität auch auf der rechten Hand etwas zu verbessern. Dazu soll ich Willi mit der Gerte immer dann touchieren, wenn wir nach oben schwingen. Desmond gibt mir den richtigen Zeitpunkt auf Zuruf vor, so daß ich mich ein wenig einfühlen kann. Anschließend bekomme ich das auch alleine hin. Zwar ist der Galopp heute im Vergleich zu gestern erst nicht mehr so schön, denn Willi wird schon ein wenig müde. Er gibt sich aber trotzdem nochmals richtig Mühe, so daß wir schließlich in der letzten Einheit leise (mein Streitroß wiegt ja immerhin 850 kg!), leichtfüßig und geschmeidig auf dem Zirkel galoppieren, da Willi nochmals schön federt. Auch der Trab wird heute immer runder, die Selbsthaltung ist immer öfter da. Das fehlt im Galopp noch an allen Ecken und Enden, aber das bekommen wir dann auch noch hin. 

 

Leider bleibt mir in der vierten Einheit dann doch irgendwann die Luft weg. *grmpf* Aber: egal, mein schwarzes Elfchen war soooo toll, da gibt es gar nix zu meckern! 😍😍😍

 

Hausaufgaben: Travers aus der Kurzkehrt verbessern, Schulterherein jetzt auch im Trab, Willis Genick soll oben bleiben, mein Oberkörper schön nach vorne in die Bewegung mitgehen. 

 

Am frühen Abend bringen wir Willi wieder nach Hause. Dort wird er von Amor und Joe begrüßt.

 

Es steht uns mal wieder eine etwas stürmische Nacht bevor. 

Das Dreigestirn an der Runderaufe
Das Dreigestirn an der Runderaufe

17.02.2020

 

In der letzten Nacht hat es wieder mit Windgeschwindigkeiten von 50-60 km/h gestürmt. Es ist alles heil geblieben und den Jungs gehts gut. 

 

Willi hat heute und morgen auf alle Fälle Pause und darf sich erholen. 

19.02.2020

 

Es wird Frühling: die Rösser fangen an zu haaren. Amor verliert ziemlich deutlich Fell, Willi zieht fast gleich.

 

Noch ein wenig verschnupft gehen Laura und ich mit Joe und Willi 1,5 Stunden ins Gelände und genießen die frische Luft, um unsere verstopften Nasen frei zu bekommen. Ich habe Willi versuchsweise mal mit den Easyboot Epic Gr. 6 mit Einlagen ausgestattet. Die überdauern allerdings nur den ersten Trab, beim zweiten tritt er sich einen Hufschuh herunter, beim anderen reißt das Seil. *soifzt* Da muß ich mir was für unseren im Juni anstehenden Wanderritt überlegen. Ansonsten läuft der Schwarze sehr brav, läßt sich immer zuverlässiger aufnehmen. Ich merke noch deutlich das Nachwirken der letzten Wochen und des Kurses. :-)

Mit dem Schwarzen im Gelände
Mit dem Schwarzen im Gelände

22.02.2020

 

Aufgrund Gerrets Wochenenddienst habe ich heute viel Zeit, falle auch schon um 07.00 Uhr aus dem Bett. Nachdem die Rösser versorgt sind und der Stall auf Vordermann gebracht ist, schnappe ich mir nach einer ausgiebigen Enthaarung fürs Mörchen denselben und teste mal, wie fest der Boden unserer Reitwiese denn schon ist. 

 

Naja, für den Senior und Joe wird es longierenderweise reichen, für Willi ist das noch nix. Amor mosert naturgegeben, daß er es eigentlich nicht zumutbar findet, über frisches Grün zu laufen, reißt sich aber nach meinem deutlichen: "Nein, hier nicht!" am Riemen und dreht brav in Schritt und Trab seine Runden um mich herum. Dafür darf er dann anschließend am Wegrand entlang grasen. 

 

Meine Einheit mit Willi verlege ich deshalb ins Gelände. Einen steil bergan verlaufenden Wiesenweg tut er sich auch schwer, weil der Boden noch nicht ganz griffig ist. Ansonsten träbeln und galoppieren wir durch den Wald. Desmond im Ohr reite ich Willi wie in der Reitstunde und kann das gut umsetzen. :-) Ich habe Wege herausgesucht, die nicht zu dicht von Bäumen bestanden sind, weil durch den Wind der letzten Wochen doch noch einige Äste herunterfallen könnten. Außerdem ist verhältnismäßig viel Verkehr durch Autos, Radler und Spaziergänger. Alle drängt es beim heute schönen Wetter nach draußen. Willi ist sehr artig, hört aber auch die sich im Wind wiegenden und manchmal knarzenden und quietschenden Bäume. Ich belasse es ansonsten bei ein wenig Schulterherein, teste den Travers an und frage Schenkelweichen ab. 

 

Wieder am Stall blödeln Amor, Willi und ich noch ein wenig am Podest herum. Außerdem frage ich das Drehen über "Turn!" und meinen sich drehenden Zeigefinger ab. Amor dreht sich, Willi guckt, muß dann aber nur sachte mit der Hand am Kopf angestupst werden. Jetzt sollte das nur noch zeitgleich funktionieren. *grins* ;-) 

!!!GRAAAAAS!!!
!!!GRAAAAAS!!!

23.02.2020

 

Es stürmt mal wieder. Schon wieder. Immer noch... So langsam aber sicher geht einem das wirklich auf den Geist. :-(

 

Am frühen Abend lege ich Amor und Willi jeweils das Stallhalfter nebst Führstrick an, lege Amor den Führstrick über den Hals. Während wir auf Gerret warten, stapft Amor wissend zum Tor und verlangt Auslaß. Er weiß genau, was jetzt kommt: wir gehen zur nächsten Wiesen, wo die Jungs 15 Minuten grasen dürfen und wir ihnen weitere Wolle vom Pelz kratzen. *grins* Schlaumeier! Obwohl es das erste Mal dieses Jahr ist. Der Hafi kennt sich halt aus. ;-)

24.02.2020

 

In der letzten Nacht hat es weitere 15 l/qm geregnet. Insgesamt waren die Niederschlagsmengen seit Anfang des Jahres ziemlich gut. Ich bin gespannt, ob sich das fortsetzt. Da unser Paddock ja komplett drainiert ist und durch den Kunstrasen nichts vermatscht, macht das den Pferden so gut wie nichts aus.

 

Auch heute Abend gehen wir mit Amor und Willi wieder 15 Minuten grasen, was auf allgemeine Begeisterung stößt. Dabei fällt mir mal wieder auf, wie wichtig es mir ist, das Pferd nicht ziehend am Strick zu führen. Das ist auch an der Trense für mich ein No-Go. Ich achte beim (An-) Führen immer darauf, dem Pferd zu sagen/zeigen, daß wir jetzt loslaufen und warte auch immer 1-2 Sekunden, bis es meinem Wunsch nachkommt. Insgesamt stelle ich es mir nämlich sehr unangenehm vor, wenn mich jemand mit einer Verschnallung am Kopf dauernd durch die Gegend ziehen würde. Auch beim Führen oder Spazierengehen achte ich deshalb auch immer darauf, daß die Jungs weitgehend auf Körpersprache reagieren und bitte sie gegebenenfalls mit Stimme oder Handzeichen darum, z. B. näher bei mir zu laufen. Voraussetzung dafür ist eine gewisse Achtsamkeit für sich und das Pferd. Das hat letztendlich den Vorteil, daß man eine umso bessere Kommunikation und Verbindung zum Pferd hat. Außerdem reagiert das Pferd gegebenenfalls auch schon auf wenige Gramm am Strick und nicht erst auf Kilogramm. 

25.02.2020

 

Da hat man mal mittags einen halben Tag frei - und dann stimmt die Wettervorhersage, die nach den Regengüssen des Vormittags eigentlich trockenes Wetter angekündigt hatte, nicht, weshalb man auf dem Sofa zu Hause versumpfen muß. *grmpf* Um 16.30 Uhr mache ich mich dann doch auf zu den Pferden, da ich heute Stalldienst habe. Dort erwartet mich ein sehr motiviertes schwarzes dickes Pony, dessen komplette Ausstrahlung verheißt: "Mir ist laaaaaaangweilig!!!" Da ich dem leider nicht ad hoc abhelfen kann, verlegt sich Willi auf diverse Versuche, mir bei der Stallarbeit zu helfen, indem er zunächst alle an der Stallwand hängenden Gerätschaften abbaut und wild durcheinander wirft, um anschließend Mistboy und Rechen und schließlich sogar den Schubkarren umeinanderzutragen. Meine mehrmaligen Danksagungen für solch muntere Unterstützung, die ich aber leider aus naheliegenden Gründen ablehnen muß, quittiert er mit einem vernichtenden Blick.

 

So ein unterforderter Noriker ist schlimmer wie ein Sack Flöhe!!! :o) Der Senior ist da auch nicht besser, als er dauernd seinen Schlaukopf zur Stalltür reinstreckt und mit keckem Blick fragt, ob wir heute denn nicht grasen gehen...? 

 

Nachdem endlich alles einigermaßen aufgeräumt ist, biete ich dann zumindest doch noch etwas Freiarbeit an, aber da ist das Heufressen dann doch wieder wichtiger. *soifzt* Finde ich auch und nehme mir auf dem Heimweg eine Döner-Pizza mit, um meinen Wetter-Frust auf dem Sofa zu beerdigen. Einziger Lichtblick: in gut vier Wochen ist wieder Zeitumstellung. *freu*

26.02.2020

 

20 Minuten Grasen - Pferde zufrieden. ;-)

28.02.2020

 

In der letzten Nacht ist Sturmtief Bianca über uns hinweggezogen. Bei uns zu Hause haben sogar die Fensterscheiben vibriert, weshalb ich mal wieder eine recht schlaflose Nacht hatte. Bei einer kurzen Stipvisite um 07.15 Uhr am Stall auf meinem Weg zur Arbeit zeigt, daß alles in Ordnung ist. Nur ein kleines dickes schwarzes Pony hat wohl eine der Big Boxen komplett umgedreht. Das war keinesfalls der Wind. ;-)