Sonntag vormittags: auf der Weide mit Blick auf die Rösser
Sonntag vormittags: auf der Weide mit Blick auf die Rösser

01.09.2019

 

Am Morgen wienern wir nochmals den Stall, räumen ein wenig all die Sachen auf, die wir sonst so hervorgekramt und nicht wieder wirklich aufgeräumt haben. 

 

Die Rösser finden das derzeit vorhandene Heu etwas oll. Es ist auch ziemlich hart und stengelig, so daß ich am Morgen alle Netze in die Rundraufe leere, damit sie es von dort frei ohne Netz aufnehmen können. 

 

Amor ist heute Morgen seine doppelte Ration Heucobs (2 kg, ich hatte gestern versehentlich zuviel Wasser zugegeben und dann eben nochmals 1 kg Heucobs nachgefüllt) zu viel. Ach so??? Das geht beim Haflinger tatsächlich...??? *staun* Ich hoffe, daß das bedeutet, daß er nachts vom aktuell gröberen Heu doch auch einiges frißt. 

 

Als letzte Amtshandlung vor unserem Urlaub nehmen wir unsere beiden Buben mit auf die Reitwiese. Gerret macht mit Amor 30 Minuten Bodenarbeit, ich reite den Schwarzen. 

 

Zunächst lasse ich ihn auf jeder Hand im Stehen abkauen, was gleich sehr gut klappt. Dann lasse ich ihn ebenfalls auf jeder Hand übertreten und steige auf, lasse ihn dort nochmals abkauen und stelle ihn hierbei ganz sachte nur im Genick nach links und rechts. Im Schritt wärme ich ihn auf großen gebogenen Linien auf, achte auf meinen Sitz. Seitdem der Sattel neu aufgepolstert wurde, klemme ich mir hin und wieder mal meine Unterschenkel in die Steigbügelriemen. *mrpf* Das autscht. Evtl. habe ich die Steigbügelriemen vertauscht? 

 

Das Schwarztier trabt brav an, jedoch mit weitaus weniger Elan als gestern im Gelände. Das ist etwas, was mir auf der Reitwiese ja immer öfter auffällt. Da bummelt Willi lieber mal umher, als mal wirklich mit Schmackes seine Beinchen zu heben. Dafür bin ich heute mit den Zirkeln und hierbei mit dem Abwenden vom Bahnpunkt aus immer sehr zufrieden. Nur auf dem Zirkel linke Hand schlägt Willi zweimal ziemlich konkret vor, daß er lieber rechte Hand läuft - dann aber auch gerne galoppiert. ;-) Alles klar. ;-) 

 

Anschließend gibts wieder die obligatorische Dusche. Ich warte hiernach noch 20 Minuten, bis er trocken ist, bevor ich ihm seine Fliegendecke wieder anziehe. Heute ist es aber ohnehin nicht mehr so warm. 

 

Und damit verabschiede ich mich jetzt erst mal in den einwöchigen, pferdelosen Kroatien-Urlaub. Rösser und Katzen werden von Laura, Sarah, Anne, Kirstin und Juline sicherlich erstklassig betreut, so daß wir uns gar keine Sorgen zu machen brauchen. 

Sonnenaufgang im Rückspiegel auf unserer Fahrt durch Slowenien
Sonnenaufgang im Rückspiegel auf unserer Fahrt durch Slowenien

02.-10.09.2019

 

Wir verbringen herrliche Urlaubstage im - meistens - sonnigen Kroatien. Es ist dort so wunderbar, daß ich hier einige Bilder posten und meine Eindrücke schildern muß. ;-) 

 

Am 01.09.2019 fahren wir abends um 20.30 Uhr los. Wir wollen nachts fahren, weil es dann kühler ist und vor allem deutlich weniger Verkehr hat. Hinter München fängt es an wie aus Kübeln zu gießen. Wir kommen gut bis nach Slowenien, dann macht sich doch das Schlafdefizit bemerkbar und um 05.30 Uhr steuern wir für ein Nickerchen einen Rastplatz an. Um 06.30 Uhr geht es weiter, und um 09.45 Uhr kommen wir in Premantura an, dem südlichsten Dorf ganz unten am Zipel von Istrien, direkt am Naturschutzgebiet des Kap Karmenjak.

 

Kroatien ist vor allem eines: blau. Blaues, kristallklares Wasser und knallblauer Himmel. Gut, wir hatten auch zwei Tage, in denen es von morgens bis abends nur geregnet hat inkl. Gewittern, deren Donner und lautes Knallen ich so schnell nicht vergessen werde - so etwas habe ich bislang noch nicht erlebt. Es waren aber auch meine ersten Gewitter am Meer, vielleicht lag es daran. Aber auch diese waren gut und nötig, denn so ein Tag auf dem Sofa ist auch mal ganz nett. 

 

Ansonsten nutzen wir das wunderbare Wetter (meist angenehme 26°, ebenso die Wassertemperatur). Unser erster Ausflug am Ankunftstag führt uns mit den Mountainbikes, die es in unserer wirklich netten, sauberen und schön mit entferntem Blick aufs Meer gelegenen Ferienwohnung gratis dazu gibt, gleich mal an die felsige Küste. Das blaue Wasser Kroatiens ist vor allem dem Umstand geschuldet, daß es eben keine Sandstrände gibt. Der Zugang zum Meer führt meistens über Felsen ins Wasser, bestenfalls über Kies. Unbedingt notwendig: Schuhe fürs Schwimmen, nicht nur wegen der Seeigel!

In Rovinj
In Rovinj

 

 

 

 

Auf dem Plan steht auch ein Ausflug nach Rovinj, einer niedlichen kleinen Stadt, deren ganz enge Gassen wir erkunden, wobei ich entdecke, wie toll sich Türen oder Fensternischen fotografieren lassen. Am Hafen tummeln sich viele Möwen, die ich ebenfalls ablichte, und wir treffen ein nettes Paar aus Eggenstein-Leopoldshafen (die Welt ist eben sehr klein *gg*), mit denen wir zu Mittag essen. 

 

Wieder auf dem Heimweg nach Premantura nehmen wir die Landstraße und können so auch das von der Küste etwas abgewandte Land kennenlernen. Wir fahren an vielen Olivenfeldern vorbei, immer wieder fällt der Blick auf die karge, aber schöne Landschaft mit ihren vielen Kiefernbäumen. 

Mit dem Mountainbike durchs Kap
Mit dem Mountainbike durchs Kap

Unser zweiter Ausflug mit den Mountainbikes führt uns dann erstmals ins Kap Kamenjak, einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet. Zwar sind auch Autos und Motorräder zur Einfahrt zugelassen, diese müssen jedoch Eintritt zahlen. Die Schotterpisten sind auch mit dem Mountainbike eine Herausforderung (und beim Auto für die Stoßdämpfer...) und abseits der Hauptverbindungswege kommt man voll auf seine Kosten (worauf ich lieber verzichte). 

 

So mit Sack und Pack auf dem Radl ohne Gepäckträger ist das allerdings ein wenig schwierig, zumal wir ja unsere Schnorchelausrüstung dabei haben. Immer mal ins kühle Naß zu springen finde ich zwar immer ganz nett, aber ich möchte auch gerne sehen, was sich da so unter Wasser tummelt - und das ist überraschenderweise gar nicht so wenig. 

Mit dem Schiff durch den Nationalpark Brijuni
Mit dem Schiff durch den Nationalpark Brijuni

Von Fazana aus starten wir auf eine Schiffstour rund um den Nationalpark Brijuni. Bei teilweise stärkerem Seegang (nein, uns wurde nicht übel *gg*) umschiffen wir mehrere Inseln und hören unserem Guide zu, der einiges zu erzählen hat. 

 

Zu Mittagessen gibts anschließend in Fazana in einer netten Konoba am Meer mit Sesam paniertes Thunfischsteak mit Kartoffeln und Mangold. Dabei kommen wir so richtig auf den Geschmack - frischer Fisch ist schon was Leckeres. 

 

Dann geht es weiter nach Pula. 

Das Amphitheater in Pula
Das Amphitheater in Pula

Pula selbst hat zwar einiges zu bieten, hat mir jedoch nicht so gut gefallen, da es doch ziemlich überlaufen ist. Es lohnt sich dennoch der Besuch des Amphitheaters, wobei wir hier am Abend sogar bei Gladiatorenspielen zusehen, die imitieren, wie das damals vor knapp 2000 Jahren so zuging. Um ehrlich zu sein, fand ich es zwar imposant, dort abends die Innenmauern zur blauen Stunde erleben zu können, aber die Einbeziehung der Zuschauer, ob ein Gladiator, der seinen Kampf verloren hat, nun hingerichtet werden soll oder nicht, war zu bizarr - zumal ettliche immer die Hinrichtung verlangten... Nicht mein Ding. 

 

Der Ausblick vom Kastell über ganz Pula ist schön, nur wird der Blick in den Hafen von den dortigen Industrieanlagen etwas getrübt. 

Wanderung durchs Kap Kamenjak
Wanderung durchs Kap Kamenjak

Mein absolutes Highlight des Urlaubs ist eine Tageswanderung direkt von unserer Ferienwohnung (s. das "Herzchen" auf der Karte)  aus durchs Kap Kamenjak. Wir wandern entlang der Ostküste bis ganz hinunter zu den Klippen (s. den roten Pfeil, der blaue Punkt markiert hier nur unseren Zwischenstopp an der Uvala Portic), machen eine Pause in der bekannten Safari-Bar, die absolut einen Besuch lohnt (!), futtern dort lecker Cevapcici-Sandwich und wandern anschließend die Westküste wieder hinauf. 

 

Dort zu wandern ist mal was ganz anderes. Man hat ständig einen wunderherrlichen Ausblick aufs knallblaue Meer, wandert aber gleichzeitig durch schattige Kiefernwäldchen über mit Nadeln besäten weichen Boden, klettert hin und wieder mal an der Küste entlang über Gestein. Auf dem Rückweg verfransen wir uns etwas und erleben so auch ein wenig Abenteuerfeeling, als wir uns wirklich einmal quer durch den Busch einen wohl schon seit längerem nicht mehr benutzten Trampelpfad schlagen. Handy (und wesentlich besserem Empfang als in vielen Gegenden Deutschlands!) seit Dank ist die Orientierung aber kein Problem. 

 

In Njive Beach machen wir eine zweite Pause, springen in unsere mitgebrachten Schwimmklamotten und ins frische Naß. Heute hat es einigermaßen Seegang und man muß schauen, wie man überhaupt gegen die Wellen ankommt. ;-) 

 

Das ist eine wunder-, wunderschöne, ca. 15 km lange Tour! 

Fisch, Fisch, Fisch! 🦀🐡🐠
Fisch, Fisch, Fisch! 🦀🐡🐠

Da wir in einer Ferienwohnung ja Selbstversorger sind, was sich aufs Frühstück und abends meistens auf Nudeln mit Tomatensauce beschränkt, sind wir auch hin und wieder mal Essen gegangen. Standard hierbei: Fischgerichte. Mmmmmh!!!

 

Unser letzter Tag führt uns dann nochmals zum Ausspannen ins Kap. Da ich aber keine Lust mehr auf die Schlepperei unserer Schnorchelausrüstung via Bike hatte, habe ich Gerret eine abenteuerliche Fahrt mit unserem Auto auf den Schotterpisten abgenötigt. ;-) Der Hinweis am Eingang zum Naturschutzgebiet, doch bitte nicht mehr als 20 km/h zu fahren, ist eigentlich nicht notwendig: schneller kommt man ohnehin nicht voran, will man anschließend nicht die Stoßdämpfer wechseln... 

 

Der Umstand, daß man direkt am Wasser meistens auf blankem Steinboden liegt, ist übrigens nicht sonderlich tragisch. Uns hat eine Picknickdecke mit darüber ausgebreiteten Handtüchern durchaus gereicht. Es gibt aber auch viele Leute, die dicke Schaumstoffmatten, die es überall hier zu kaufen gibt, mitgeschleppt haben. 

Besuch des Lipizzaner-Gestüts in Lipica, Slowenien
Besuch des Lipizzaner-Gestüts in Lipica, Slowenien

Kommen wir endlich mal wieder zu was Pferdigem: 

 

Auf der Heimfahrt war natürlich eines Pflicht: der Besuch des Lipizzaner-Gestüts in Lipica, Slowenien. 

 

Das Gestüt wurde 1580 gegründet und versorgte seinerzeit den Adel mit den gewünschten wunderschön weißen Pferden. Mit Ausbruch des ersten Weltkriegs mußten die Pferde evakuiert werden und kamen so auch nach Piber (Österreich) und Monterotondo (Italien). Es dauerte lange, bis sich das Ursprungsgestüt hiervon wieder erholen konnte. Heute besteht aber wieder ein erfolgreiches Zuchtprogramm. 

 

Die Haltung ist natürlich noch althergebracht und erfolgt in Gitterboxen. Die Stuten mit ihren Fohlen leben in Laufställen und kommen tagsüber immer auf die wirklich, wirklich weitläufigen Weiden. Auch für die Hengste gibt es - eingeschränkteren - Weidegang. 

 

Während unseres Besuchs nehmen wir an einer deutschsprachigen Führung teil und schauen uns ein Schauprogramm mit Freiheitsdressur an. Anschließend haben wir Glück und können beim selbständigen Herumschlendern auf dem weitläufigen Gelände einer kurzen Trainingssequenz eines Hengstes an der Hand zuschauen.

 

Das Gestüt bietet neben dem Verkauf der Pferde auch Reitunterricht und geführte Geländeritte. Schaaaade, daß wir heute noch nach Hause müssen. Und Gott sei Dank haben wir keinen Pferdeanhänger dabei... ;-) 

Zaunreparatur
Zaunreparatur

Unsere derweil zu Hause gebliebenen Rösser werden super-gut versorgt und von Sarah und Anne ausgiebig bespaßt. Sarah geht auf Willi auch das erste Mal in Begleitung von Laura und Joe ins Gelände und berichtet mir begeistert, wie brav der Bub war. 

 

Die vielen Knubbel von Willi haben sich durch Aufbringen der Salbe und das Tragen der Decke leider nicht wirklich verbessert, weshalb ich von Kroatien aus nochmals mit dem Tierarzt telefoniere, der sich dann nochmals mit Laura in Verbindung setzt. Er verordnet eine höherdosierte Salbe und Geduld. Die Knubbel in der Gurtlage bessern sich daraufhin etwas, verschwinden aber leider nicht ganz. Also: nochmals zuwarten. 

 

Während unserer Abwesenheit siedeln die Pferde von Weide Nr. 1 auf Weide Nr. 3 um, damit wir den noch etwas vorhandenen Bewuchs ein letztes Mal ausnutzen. Mehr als einige Tage sind allersings pro Weide nicht mehr drin. 

 

Trotzdem ist den Rössern wohl etwas langweilig - irgendwer demoliert den Zaun auf Weide Nr. 3, so daß Anne und Kirstin Hand anlegen müssen. 

 

Ich bin total begeistert und sehr erleichtert, wie unkompliziert das alles während unserer Abwesenheit von statten geht. Es ist sehr, sehr viel wert, wenn auf jemanden so viel Verlaß ist. ❤️

Endlich mal wieder im Sattel!
Endlich mal wieder im Sattel!

11.09.2019

 

Eeeeendlich mal wieder im Sattel! :-) :-) :-)

 

Am Abend mache ich Willi reitfertig. In Begleitung von Gerret und Amor gehen wir auf die Reitwiese. Ich lasse den Schwarzen mit dem Zügel in verschiedenen Stellungen über dem Mähnenkamm von beiden Seiten abkauen, dann übertreten. 

 

Für die heutige Einheit habe ich mir vorgenommen, den Zügel mal ein wenig kürzer zu nehmen, weil mir das letzte Video von uns gezeigt hat, daß Willi mehr geschlossen werden könnte/sollte. Das hat heute tatsächlich auch gleich einen deutlichen Effekt: Willi ist in der Hinterhand wesentlich aktiver.

 

Ich erarbeite mir das Zügel-Aufnehmen nach dem Warmreiten über viele, viele Übergänge: zunächst Halt-Schritt, dann Schritt-Trab. Willi ist munter und arbeitet total klasse mit, reagiert besser am Bein. Ich gehe recht schnell zum Aussitzen über. Unser erstes Angaloppieren rechte Hand fühlt sich sehr energievoll an. :-) Links klappt es leider nicht, weshalb ich dafür etwas am Schulterherein arbeite, dessen korrekte Ausführung von Gerret auf Zuruf immer wieder bestätigt wird. 

 

Wieder am Stall klettert Willi mit mir sogar erstmals aufs Podest. Das wollte er vorher noch nie so richtig machen. Toll!!!

 

Den Abend verbringen wir gemütlich am Stall und grillen überm Lagerfeuer. Pferde versorgen, misten, fegen und Pferde knuddeln hat halt doch was! 

Die Abendsonne genießen
Die Abendsonne genießen

12.09.2019

 

Seit heute sind die Jungs nun auf Weide Nr. 4, der Winterweide. Wir bieten dort nun auch schon Heu aus Netzen an, die wir an den drei Bäumen aufhängen. Die werden die nächsten Tage noch verschmäht werden, da noch einigermaßen Bewuchs vorhanden ist. Allerdings ist zufüttern nun Pflicht, da vor allem Amor bereits viel Winterfell schiebt und dazu einiges an Energie benötigt. Deshalb werden wir ab nächster Woche dann auch wieder morgens Kraft- und Mineralfutter anbieten und so die bislang halbierte Menge des Mineralfutters wieder auf die normale anheben. 

 

Abends treffe ich mich mit Sarah am Stall. Wir gehen mit Amor und Willi 1,5 Stunden ins Gelände. 

 

Amor ist wirklich gut drauf, trabt auch flott vorne weg, Willi bummelt mit mir im Sattel gemütlich hinterher, so daß ich ganz bequem aussitzen kann. Den Zügel kann ich dabei auch immer ganz lang lassen und einfach genießen. Wir können zwischenzeitlich sogar am hingegebenen Zügel Schenkelweichen quer über den Weg, wobei ich hier aber mit der Gerte immer leicht Willis Schulter touchieren muß, damit er auch vorne kreuzt. Zwischendurch frage ich auch immer mal etwas Stellung ab und versuche daraus ein Schulterherein einzuleiten. 

Weideglück
Weideglück

13.09.2019

 

Am Nachmittag kommt Julia nochmals zur osteopathischen Nachkontrolle für Amor vorbei. Da bei dem aber alles super-gut aussieht und nur sehr wenig nachbehandelt werden muß, legt sie auch noch kurz Hand bei Willi an. Dessen linke Seite des ISG ist wieder etwas schepps, was mobilisiert wird. Insgesamt sieht es bei beiden Pferden sehr gut aus. Morgen sollen wir einen Tag Pause einlegen, dürften aber gerne auch im Schritt eine Runde durchs Gelände bummeln. 

14.09.2019

 

Ich treffe mich am Morgen mit Anne am Stall, wir bummeln, wie vorgeschrieben, mit dem Schwarzen und dem Mörchen eine Runde im Schritt durchs Gelände. Beide Jungs sind gebißlos gezäumt. Auch wenn ich den Zügel an Willis Sidepull aufnehme, läßt er sich vorsichtig beizäumen und wir können auch hieraus ein schönes Schenkelweichen entwickeln. Ich reite hin und wieder mal gerne gebißlos, um meinen Sitz zu überprüfen, ob dessen Einwirkung flüssig ankommt und ich nicht zu handlastig reite. 

Vorbereitung für den Kotprobenversand
Vorbereitung für den Kotprobenversand

16.09.2019

 

Der Alltag hat uns wieder und somit muß ich heute Morgen auch wieder um 05.30 Uhr aus dem Bett. *gähn*

 

Ab heute bekommen die Pferde auch morgens wieder Kraftfutter. Das ist vor allem dem Mineralfutteranteil geschuldet. Aber da sie seit einiger Zeit auch schon wieder kräftig dabei sind, Winterfell zu schieben, ist das notwendig.

 

Außerdem bereite ich heute mal wieder den morgen zur Post gehenden Kotprobenversand vor.

 

Am Abend nehme ich zunächst Willi an der Longe mit auf die Reitwiese. Er trägt den Longiergurt, an dem ich die Körperbänder befestigt habe. Wir kringeln uns lange im Schritt warm, wobei ich ihn auch gleich über Cavaletti und Plane laufen lasse. Beim Cavaletti hebt er nun die Beinchen brav an, wenn es auf niedrigster Einstellung steht. Auf mittlerer Einstellung bleibt er noch hin und wieder hängen, aber trotzdem bin ich insgesamt mit der Entwicklung sehr zufrieden. Schon beim Traben bietet der Schwarze heute immer wieder den Galopp an (sogar links!), aber ich bestehe zunächst auf einen ruhigen Trab in schöner Anlehnung. Erst, nachdem er mehrmals auf jeder Hand übers Cavaletti getrabt ist, gehen wir zum Galopp über, lassen hierbei das Cavaletti aber natürlich außen vor. Und siehe da: mein Schwarztier kann nun auch links ganz ruhig angaloppieren und hält das auch für einen ganzen Zirkel. Die anschließende Runde rechte Hand ist ohnehin kein Problem. Supi!

 

Dann hole ich den Senior. Auch er trägt die Körperbänder. Keine Ahnung, was Amor intus hat: er speedet jedenfalls in einem Tempo um mich herum, daß mir fast schwindelig wird. Oftmals buckelt er auch übermütig los. Öhm, das sieht nach 'nem 5-jährigen Jungspund und nicht nach einem 25-jährigen Oldie aus... ;-) Ich tue mich etwas schwer, ihn aus diesem Modus herauszuholen, weshalb ich zu Handarbeit übergehe. Allerdings ist auch da heute Amors Motto: lieber schieben statt tragen. Im Schulterherein mogelt er sich dauernd heraus, weshalb ich sogar die Bande mit einbeziehen muß. Dort schiebt er dann dafür voll gegen meine Hand. Hach ja... Ich lasse ihn immer wieder entlang der Bande im Schulterherein anhalten, im Schulterherein rückwärts richten und daraus wieder antreten. Das hilft ihm, etwas ruhiger zu werden, sich zu konzentrieren und vor allem die Hinterhand zu beugen, so daß er an meiner Hand am Kappzaum deutlich leichter wird. Der Trab anschließend an der Longe ist dann etwas besser, aber für meinen Geschmack noch immer zu schnell, weshalb ich die Einheit mit etwas Bodenarbeit abschließe, indem ich Amor vor der Plane parke und wirklich nur Schritt für Schritt (nach jedem Schritt anhalten, notfalls auch mal wieder einen zurück) darüber laufen lasse.

17.09.2019

 

Willis Knubbel verabschieden sich endlich langsam. Heute hat er erstmals auch keine Decke mehr auf, weil die Temperaturen ab sofort kaum noch über 20° ansteigen sollen, am Morgen nieselt es sogar leicht. 

 

Am Abend treffe ich mich mit Sarah, wir gehen mit beiden Buben auf die Reitwiese und arbeiten diese zunächst an der Hand auf Trense, später dann mit Bodenarbeit auf Knotenhalfter bzw. normalem Halfter. 

 

Ich lasse Willi zunächst wieder abkauen, dann übertreten und frage Schulterherein ab. Das klappt nun schon sehr selbstverständlich, weshalb ich mit ihm an die Bande gehe und Antreten und Rückwärtsrichten übe. Dabei ist mir wichtig, daß er mit freiem Schultergürtel antritt und rückwärts läuft, er darf mir dabei also nicht einfach "abtauchen" oder sich aufs Gebiß legen. Und geschlossen soll er natürlich auch noch stehen. Das alles absolviert der Schwarze überraschend gut. Jeden Handwechsel leite ich über eine Hinterhandwendung ein, damit die Schultern beweglich(er) werden. Nach weiterem Schulterherein aus einer Volte heraus auf jeder Hand frage ich Schenkelweichen quer über den Platz ab, indem ich Willi immer einige Schritte seitwärts, dann wieder geradeaus und wieder seitwärts schicke - und bin ganz begeistert, wie gut er das kann. Travers rechts klappt auch auf Anhieb, links müssen wir uns einmal sortieren und ich muß sehr auf meine halben Paraden auf den inneren Vorderfuß achten. Ich laufe hierzu außen entlang der Band, damit ich seine Hinterhand nach innen treiben kann. Später soll das dann auch von innen funktionieren. 

 

Nachdem er kurz hat grasen dürfen, während ich das Knotenhalfter hole, lasse ich ihn ein wenig frei ohne Seilkontakt neben mir herlaufen, auch im Schritt. Beim anschließenden Trab auf Entfernung springt er sogar wie selbstverständlich in den Linksgalopp! Yeah! :-) Danach arbeiten wir noch etwas an drei auf dem Boden liegenden halbrunden blau-gelben Stangen. Ich muß diese auf drei Fußlängen auseinander legen, damit Willi in Schritt und Trab ordentlich hinüberlaufen kann. Das ist verbesserungswürdig, aber für das erste Mal schon ganz gut. Meine aufmerksam machende Stimmhilfe "...und Hopp-Hopp!" hat sich zwischenzeitlich gut etabliert. :-) 

 

Heute habe ich das erste Mal auf der Weide auch wieder drei aufgeschüttelte Heuhaufen angeboten. Die drei Herren haben allerdings lieber zwei Heunetze geleert und die Haufen kaum angetastet. Es handelte sich hierbei um älteres Heu, welches ich aus den Heubags ausgeschüttelt habe. Hunger scheinen sie deshalb wohl nicht wirklich zu haben. Verwöhnte Pferds! :-)