*plumps* Da sind zwei Pferde umgefallen. ;-)
*plumps* Da sind zwei Pferde umgefallen. ;-)
Gemeinsames Duschen
Gemeinsames Duschen

01.06.2019

 

Jetzt startet langsam der Sommer: bei warmen 25° gehen Anne auf Amor, Laura auf Joe und ich mit Willi 1,5 Stunden ins Gelände. Wir genießen die Kühle im Wald. Ich versuche immer wieder Willi, etwas beständiger am Zügel gehen zu lassen, was im Schritt ganz passabel gelingt. Im Trab aber hat er viel zu schauen und spielt eher Hans-Guck-in-die-Luft. Naja, da bin ich heute auch nicht nachhaltig genug drangeblieben. 

 

Wir gehen heute eine Strecke, die wir gaaaanz früher mit Amor und Laika zu 75 % im Trab gegangen sind. Da waren Roß und Reiter wirklich fit!  Mal schauen, ob ich das mit Willi auch irgendwann mal schaffe. Auf dem Heimweg lassen wir Amor auf einem Trampelpfad im Wald den Vortritt. Eigentlich hatte ich erwartet, daß der Senior ruhig vor sich hinträbelt. Aber selbst Willi ist das Tempo nicht zu langsam. Anne muß Amor sogar etwas zurückhalten, weil er eigentlich zu gerne galoppiert wäre. Wunderbar, wie fit der Senior ist. :-) 

 

Danach gibts am Stall die erste Dusche des Jahres und sogar Joe findet das ganz annehmbar. Wir haben die Beine aller Pferde heute vor dem Ausritt mit Kokosöl eingerieben; meines ist von den Versuchen im letzten Jahr, Willi damit milbenfrei zu bekommen, noch mit Neemöl gemischt. Tatsächlich haben die drei heute auch relativ wenige Krabbeltiere an sich. Das wäre dann eine prima Alternative zum chemischen Equirepell. 

 

Nach einem chilligen Tag auf der Weide bekommt Amor abends nochmals Besuch: meine Kollegin Saskia kommt mit ihrer Familie vorbei, ihre 12-jährige Tochter Romy möchte gerne reiten. Also pflücken wir das Hafitier von der Weide, putzen und satteln ihn. Dann schaue ich mir Romy auf Amor erst einmal kurz auf der Wiese neben dem Pferdeanhänger in Schritt und Trab an. Das schaut gut aus, sie sitzt ja auch schon seit vier Jahren im Sattel. Deshalb gehen wir dann anschließend eine halbe Stunde spazieren, während Romy Amor frei reitet. Der Senior verhält sich mustergültig, auch wenn er sich ein paarmal nicht beherrschen kann und zum Grasen anhält. ;-) 

02.06.2019

 

Nächster Besuch: meine family kommt zum Frühstück und bringt Freunde aus Norwegen mit. Wir frühstücken unter dem Birnbaum auf der Weide mit Blick auf die Pferde. Anschließend gehts mit Amor und Willi zu einem knapp einstündigen Spaziergang in den Wald, währenddessen die Mädels natürlich reiten dürfen. Alle sind begeistert. 

 

Ich freue mich vor allem über Amor: der ist so gechillt, zutraulich und brav! So kann ich die Mädels sogar frei auf ihm während des Spaziergangs reiten lassen. Anschließend darf er dann mit ihnen auf der Wiese neben dem Pferdeanhänger nochmals zeigen was er in Schritt, Trab und Galopp so drauf hat. Mein Herzenspony!!! 

Wunderherrlich!!! Der Start am ersten Urlaubstag.
Wunderherrlich!!! Der Start am ersten Urlaubstag.

03.06.2019

 

<- So sieht der erste Urlaubstag aus. :-) 

 

Der Heuverbrauch sinkt nun kontinuierlich. Auch nachts fressen die Pferde nicht mehr die sonstige Portion. Dadurch verringert sich natürlich auch ein Stück weit der zeitliche Arbeitsaufwand. Sommer ist einfach was Herrliches! Der ist nun auch vollends ausgebrochen. Schon gestern haben wir die 30°-Marke geknackt, und heute sieht es wieder ähnlich aus. 

 

Das Mörchen hat heute seine verdiente Pause. Aber Willi darf was tun, wenngleich er ob der am Vormittag schon deutlich über 20° vorhandenen Temperaturen nicht der Inbegriff von Motivation ist. Ich nehme ihn mit auf die Reitwiese, um das erste Mal dieses Jahr wieder mit der Equikinetic zu beginnen. Ich lasse Willi sich zuerst ganze Bahn mit vielen Volten im Schritt, dann im Trab auf jeder Hand warmlaufen, dann geht es für zunächst erst mal nur sechs Runden in die Quadratvolte. Er und ich müssen uns erst ein wenig einfummeln, aber es klappt recht schnell. Linke Hand sieht die Stellung natürlich besser als rechts, aber das wird schon. Ich lasse Willi auch nur einmal links herum kurz antraben um zu schauen, wie das aussieht. Da braucht er aber noch etwas Zeit.

 

Als wir wieder zum Stall laufen, hält er am Brunnen an und schaut auffordernd hin. Duschen? Oder gilt das eher dem dort wachsenden Klee? Ok. Das war eigentlich nicht geplant und soviel hat er nicht wirklich geschwitzt, aber wenn er das gut findet...! ;-) Ich spritze ihm erst die Beine ab und wandere dann von unten nach oben. Da läßt er sogar das Grasen, steht genüßlich da und läßt sich berieseln. :-) Es freut mich unheimlich, daß Willi einen Wunsch geäußert hat, ich diesen sogar erkannt habe und ihm einen Gefallen tun konnte. 

 

Anschließend säubere und bearbeite ich wieder mal seine mittleren Strahlfurchen, die aber gut ausschauen. Dabei macht die erste Bremse des Jahres Halt bei uns. *soifzt* Ok... 

 

Am Nachmittag treffe ich mich mit der lieben Birgit am Stall zum Kaffeetrinken. Unser eigentliches Vorhaben, wie gestern gemütlich unter dem Birnbaum zu sitzen, wird von einem heftigen Gewittersturm mit viel Wind, aber nur ganz wenigen Regentropfen vereitelt, so daß wir es uns im Stall bei den Rauchschwalben gemütlich machen. Die meckern zwar etwas, kommen aber trotzdem ständig zu ihrem Nest. Demnächst werden wir hoffentlich kleine Schwalben am Stall haben. 

Unsere Insektentränke - durch den Stein kommen die Insekten nahe an das Wasser heran.
Unsere Insektentränke - durch den Stein kommen die Insekten nahe an das Wasser heran.

04.06.2019

 

Sommer - Sonne satt. Puh, auch heute sind wieder über 30° gemeldet. Deshalb habe ich heute mal wieder diverse Trinkschälchen für die Katzen und auch Insekten aufgestellt. Die Insekten können auf einem Stein im Trinkschälchen landen und kommen so nahe genug ans Wasser heran, ohne zu ertrinken. 

 

Die Jungs dürfen nun doch schon den ganzen Tag auf Weide Nr. 2. Dort stehen sie gerne zwischen den Mirabellenbüschen und dösen vor sich hin. 

 

Am Vormittag tauschen wir mal wieder zwei Koppelpfosten aus und bekommen - wieder, irgendwie haben wir gerade echt Besuchswoche ;-) - Besuch: Harry kommt mit seinem Copter (ich mußte den Unterschied zur Drohne auch erst mal googeln) vorbei. Ich habe mir Von-Oben-Fotos vom Stall gewünscht. 

 

Da Willi sich vor einiger Zeit mal über ein surrendes Geräusch vom Himmel während eines Ausritts etwas aufgeregt hat (ich zwar nichts am Himmel entdecken konnte, mir aber ziemlich sicher bin, daß das ein Copter gewesen sein muß), testen wir erst einmal vorsichtig, was die Pferde dazu meinen. Als der Copter hoch am Himmel steht, läßt Harry ihn langsam in Richtung Pferde sinken: die schauen allerdings erst dann neugierig zum Himmel, als das Teil nur noch gute 10 m über ihnen steht und bleiben ansonsten komplett ruhig. Vor allem der Hafi findet es keinesfalls irgendwelche Aufregung wert. Während einer Zwischenlandung zwecks Akkuwechsel kommen Joe und Willi neugierig von der Weide und bestaunen den Copter. Ich bin auf die Bilder und den Film ziemlich gespannt. :-) 

Am Abend unternehmen wir noch einen schönen Ausritt. Abritt ist erst um 19.00 Uhr, davor wäre es viel zu warm gewesen. Amor und Willi tragen das erste Mal Fliegenschutz, der aber heute noch gar nicht nötig gewesen wäre. 

 

Wir träbeln ein wenig und genießen das tolle Licht im Wald. Danach gibts für die Jungs wieder eine Dusche und den verdienten Feierabendsnack. 

05.06.2019

 

Der Heuverbrauch ist zwischenzeitlich von 36 kg/24 Stunden auf rund 12 kg gesunken. Tagsüber sind die Buben auf der Weide, nachts werden nur noch Heukiste und Rundraufe frequentiert, die im Viereck auf der Kuppe hängenden zwei Heunetze und das Heubag werden kaum angerührt, obwohl die Pferde sich dort auch aufhalten. Dafür steigt der Wasserbedarf bei den derzeitigen Temperaturen von rund 30° natürlich deutlich. 

 

Alle drei bekommen nun morgens kein Kraftfutter mehr. Amor hat bereits durch eine Woche Weide etwas zugenommen und trägt nun ebenso wie Willi und Joe einen schönen Grasbauch. Leider spuckt er auch auf der Weide Graswickel aus. :-( Deshalb werde ich seinen Futterzustand auch über den Sommer sehr genau beobachten und mich jetzt schon einmal in die Materie der Heucobs-Fütterung einlesen. Ich denke, das wird  ab dem kommenden Winter notwendig sein, und man sollte mit dem Zufüttern ja sehr frühzeitig zu Ende des Sommers beginnen. Da sein Kotwasser nun nahezu bis auf einzelne Haufen fast verschwunden ist, gebe ich ihm abends nun auch wieder eine kleine Menge Mineralfutter. Auch das werde ich weiter beobachten. 

 

Das ist der Vorteil eines eigenen, kleinen Stalles: man kann auf die Bedürfnisse eines jeden Pferdes sehr weit eingehen, was in einem Pensionsstall so kaum möglich ist. 

06.06.2019

 

Das Wetter macht heute eine Sonnenpause, am Nachmittag tröpfelt es auch ein wenig. Sarah hat am Nachmittag Stalldienst und verwöhnt den Senior noch mit einer 20-minütigen Massage. 

Unser Gelände von oben
Unser Gelände von oben

07.06.2019

 

Meine Nacht wird um 03.30 Uhr für eine Stunde unterbrochen. Eigentlich bin ich um 04.00 Uhr zum Fotografieren eines Mohnfeldes bei Sonnenaufgang verabredet, werde aber leider einsam und verlassen am Abfahrts-Treffpunkt am Waldrand versetzt - was mich etwas verdrießlich um 04.30 Uhr wieder ins Bett fallen läßt. 

 

Dementsprechend grätig bin ich heute Morgen. Während der beste aller Ehemänner nach der Stallarbeit die Motorsense schultert und vier Stunden lang fast alle Zäune unseres Areals vom hohen Grasbewuchs befreit, sattle ich Willi. Mein Plan, auf der Reitwiese noch ein wenig unseren derzeitigen Stand abzufragen, bevor wir ja morgen zum einwöchigen Reiturlaub zu Elke nach Baiersbronn aufbrechen, scheitert an des Schwarztiers Gemüt: es ist sonnig, warm, dafür aber ziemlich windig. Schon beim Warmlaufen auf unserer Reitwiese zeigt Willi an, daß entlang der Hecke an der langen Seite und gaaaanz bestimmt auch noch auf den dahinterliegenden Feldern schreckliche Dinge lauern. Ständig ist er in Hab-Acht-Stellung, dreht sogar immer wieder sein Hinterteil zur Seite, wenn wir diese Richtung im Rücken haben. Ok, so traue ich mich nicht aufzusteigen. Nachdem wir ein wenig herumgewandert und auch längere Zeit an der Spooky-Hecke stehengeblieben sind, will ich schon fast aufgeben und laufe mit ihm wieder in Richtung Stall. Da schnaubt er ab. Ok, kann ja eigentlich nicht sein... Also drehen wir wieder um, was Willi einen ziemlich verdutzten Blick entlockt. Auf der Wiese steige ich dann auch auf und halte mich ausschließlich in der Nähe der Quadratvolte auf, die insbesondere mir Sicherheit gibt. Ich frage das Abkauen und Flexionieren nach Baucher ab, dessen Buch ich demletzt endlich fertiggelesen habe, und schaue, wie Willi so reagiert, denn ich erhoffe mir vom Abkauen auch etwas Beruhigung. Das klappt ganz leidlich, so daß wir im Schritt um die Quadratvolte herumzirkeln. Dabei achte ich auf eine recht meditative Stimmung und sehr genau auf Willis Balance. Dennoch horcht er hin und wieder in Richtung Felder und wird auch schneller, sobald wir diese im Rücken haben. 

 

Mir verlangt die Situation heute schon einiges ab. Ich bin ohnehin schon angefressen, und dann muß ich auch noch meinen ursprünglichen Plan, ein wenig locker auf der Wiese zu arbeiten, aufgeben. Ich weiß, daß Willi das nicht absichtlich macht und er sich wirklich sorgt. Trotzdem fällt es mir heute ziemlich schwer, nicht ungehalten zu werden. Auch als ich schließlich absteige, bin ich nicht wirklich zufrieden, obwohl die stark 30-minütige Einheit vermutlich mit dem besten Ergebnis für heute geendet hat. Naja, in den nächsten Tagen werden wir genügend zum Reiten kommen. 

 

Die Bilder und der Film von unserem Stall sind nun auch da: 

Willi in seinem Urlaubsdomizil
Willi in seinem Urlaubsdomizil

08.06.2019

 

Am frühen Morgen packen wir nach der Stallarbeit Willis sieben Sachen ins Auto und hängen den Pferdeanhänger an. Dann hole ich Willi, der noch eine gute Stunde mit Amor und Joe auf der Weide verbringen dürfte und parke ihn vor dem Pferdeanhänger ein. Nach fünf Minuten geduldigen Wartens und guten Zuredens entschließt sich das Schwarztier alleine einzusteigen. :-) Los gehts.

 

Nach starken 1,5 Stunden kommen wir ohne Probleme in Baiersbronn beim Blauen Reiter von Elke und Tis Gaiser an. Willi bezieht seine schöne große Paddockbox und begrüßt stante pede seinen Boxennachbarn, einen quirligen Isländer, von dem er überschwänglich beknabbert wird. Na, da hat er ja Beschäftigung. *grins* 

 

Als wir nach gut einer Stunde sehen, daß es Willi gut geht, er auch geäppelt hat, säuft und frißt, fahren wir zu unserem Hotel und checken ein, machen unsere erste Wanderung der Woche zur Glasmännlehütte und genießen nochmals das traumhafte Wetterchen. Für heute ist noch keine Reitstunde geplant, denn der Schwarze hat mit der Hängerfahrt und dem Umzug ins vorübergehende Urlaubsdomizil genug zu tun. 

 

Am Abend schauen wir nochmals nach Willi, misten und lassen ihn derweil auf die Gastpferdeweide direkt an der Murg, was ihm sichtlich gefällt. 

Willis Arbeitsplatz für die nächste Woche
Willis Arbeitsplatz für die nächste Woche

09.06.2019

 

Willi hat seine erste Nacht in Baiersbronn gut überstanden, hat gefressen, gesoffen, geäppelt und sich auch in den Sägespänen abgelegt. Zu fressen bekommt er neben Heu auch frisch gemähtes Gras, so daß wir kein Problem mit dem Weidegang haben werden, wenn er wieder nach Hause kommt. 

 

Heute steht unsere erste Reitstunde (immer rund 45 Minuten) bei Elke an. Wir beginnen mit ausführlicher Schrittarbeit, denn sie kennt Willi ja noch nicht. Der arbeitet wirklich toll mit und gibt sich viel Mühe. :-) 

 

Elke gibt mir hinsichtlich meines Sitzes den Tipp, meine Ellenbogen schön am Körper zu lassen und immer, wenn Willi etwas die Anlehnung verliert, "gegenzusitzen", wie wenn ich meinen Bauchnabel zwischen den Händen mit dem Sattel nach vorne bringen wollte. Je schneller ich hier reagiere, umso konstanter wird die Anlehnung. Wir starten mit Volten in den Ecken, denn Willi soll sich schön biegen. Aus der Volte am Ende der langen Seite gehen wir dann auf die Mittellinie, von der aus ich den Schwarzen im Schulterherein zum Hufschlag reiten soll. Schon habe ich den ersten Knoten im Kopf, denn ich weiß nicht so recht, in welche Richtung ich mein Pferdchen stellen und biegen soll... *grins* Aber klar: komme ich rechte Hand aus der Volte auf die Mittellinie, reite ich Schulterherein rechts. Wir stellen fest, daß sich Willi linke Hand leichter tut, da er ja links hohl ist. 

 

Die Übung verfeinern wir noch etwas, indem ich Willi kurz vor Erreichen des Hufschlags am äußeren Zügel auffange, um die Schultern ins Bahninnere zu verlegen, damit ich das Schulterherein an der Bande weiterreiten kann. 

 

Danach testen wir auch noch Travers an, aber der klappt heute noch gar nicht. Macht nichts, wir haben ja noch eine Woche Zeit. Nach starken 30 Minuten merke ich, wie Willi dann auch die Kraft ausgeht. Soviel Stellung und Biegung und konzentrierte Arbeit frage ich zu Hause, wenn ich alleine mit ihm arbeite, ja nicht ab - der Unterschied, wenn man mit einem Trainer arbeitet. ;-) Wir traben daher zum Abschluß an, wobei der Schwarze erst nach einer Runde etwas lockerer wird und auch die Hinterhand wieder mitnimmt. Das hat ihn also durchaus angestrengt. Aber schön hat er es gemacht! 

 

Nachdem wir am späten Nachmittag von unserem Ausflug zum Ruhestein und einer Wanderung zur Darmstädter Hütte zu Willi kommen, darf er wieder eine knappe Stunde auf die Weide und findet es dann auch etwas oll, als ich ihn wieder einsammeln will. 

Alles sehr relaxed
Alles sehr relaxed

10.06.2019

 

Auch in der zweiten Nacht hat sich Willi in seiner Box abgelegt.

 

Unsere zweite Reitstunde beginnen wir mit Abkauübungen. Elke zeigt mir einige verschiedene Handhabungen und worauf ich achten muß. Ich soll z. B. meine äußere Zügelhand am Mähnenkamm fixieren und stabil halten, mit der inneren wirke ich auf die Maulwinkel ein und warte, bis Willi nachgibt. Die äußere Zügelhand kann an verschiedenen Punkten am Mähnenkamm eingesetzt werden, so daß man immer andere Partien lösen kann. 

 

Nach dem Aufsteigen gehts auf den Zirkel. Willi tut sich heute etwas schwer, meinen linken Schenkel anzunehmen, weshalb wir anfangen, hier in Konterstellung zu arbeiten. Wichtig ist wie immer, daß ich den äußeren Zügel gut und konstant dranlasse. So verkleinern wir den Zirkel dann auch, dann soll ich Willi gerader stellen und in Innenstellung den Zirkel wieder vergrößern lassen. Das machen wir mehrere Male auf jeder Hand und versuchen es zwischendrin auch mal im Trab. Da hebt sich der Schwarze aber wieder gerne heraus. 

 

Deshalb gibts als nächste Übung für uns ein Schulterherein aus der Ecke auf die lange Seite der Bahn, ab der Bahnmitte der langen Seite wende ich in Richtung Mitte der kurzen Seite ab, stelle Willi gerade und trabe ihn nach einigen Versuchen dann auch nach dem Geradestellen an. Durch die Vorarbeit auf dem Zirkel ist Willi sehr leicht und ich kann ihn auf jeder Hand ganz unaufwendig ins Schulterherein nehmen. Beim ersten Antraben lupft er zwar erst einmal seinen Hintern, weil das einfacher ist, als die Hinterbeine zu beugen ;-), aber anschließend klappt das ganz gut und er schafft es auch, etwas konstanter am Zügel zu bleiben. Toll! :-) Ich bin total happy, wie arg er sich bemüht, wie interessiert er ist und wie gut er mitarbeitet. ❤️

 

Da das Wetter etwas zu wünschen übrig läßt, verziehen wir uns am Nachmittag in die Sauna des Panorama-Bads in Freudenstadt. 

Abkauenlassen an der Hand
Abkauenlassen an der Hand

11.06.2019

 

Auch die heutige Einheit fängt mit dem Abkauenlassen an der Hand an. Willi reagiert wesentlich schneller als gestern. 

 

Beim Reiten geht es heute hauptsächlich um meine äußeren Hilfen: den äußeren Zügel und den äußeren Schenkel. Elke läßt uns zuerst ganze Bahn gehen, wobei ich immer ein wenig Konterstellung abfrage. Geht Willis Anlehnung verloren, muß ich mit dem äußeren Schenkel (der aufgrund der Konterstellung natürlich der bahninnere ist) nachtreiben, bis er wieder nachgibt. So bekomme ich auch ein gutes Gefühl für den äußeren Zügel. 

 

Diese Übung führen wir dann auf dem Zirkel weiter, den ich dann auch wieder verkleinern soll. Das fällt mir zunächst nochmals schwer. Erst, als ich als Bild ein Konterschulterherein im Kopf habe, fällt es dem Schwarzen und mir leichter. Dann können wir diese Übung auch im Trab absolvieren. Einige Male wird Willi richtig leicht in der Anlehnung, ich habe fast nichts in der Hand, er bleibt am Zügel - natürlich noch nicht wirklich lange, aber so bekomme ich zumindest ein Gefühl dafür, wie es sich anfühlen soll. :-)

 

Anschließend wird mal wieder unser Pferdeanhänger von innen und außen gewienert und auch das Auto bekommt eine saubere Dusche. Dann gehts zum Besuch meiner Oma nach Loßburg und zum anschließenden Stadtbummel in Freudenstadt. Das Wetter ist nicht so gut, aber zumindest weitgehend trocken. 

*schleck*
*schleck*

12.06.2019

 

Auch unsere vierte Reitstunde beginnt mit den Abkauübungen. Halte ich den äußeren Zügel in der mittleren Position am Widerrist tut Willi sich nun auch schon etwas leichter. Zusätzlich gibt uns Elke heute auf, an der Hand überzutreten und auch hier schon das Schulterherein abzufragen. Bei letzterem schaue ich mich zunächst etwas an der Hinterhand fest und muß beachten, daß ich dabei selbst besser vorwärts schaue. 

 

Ansonsten üben wir auch vom Sattel aus weiter die Konterstellungen, auf die Willi nun schon ziemlich gut reagiert und sich mehr rundet. Mir selbst fällt es nun auch leichter, den äußeren Zügel konstanter dran zu lassen. Elke gibt mir den Tipp, hier den Teil in Steinbrechts Gymnasium zu den Konterlektionen nochmals durchzulesen.

 

Anschließend dürfen wir dann auch die Übungen aus der Handarbeit im Sattel absolvieren: Übertretenlassen und Schulterherein. Bei letzterem werde ich zu sehr handlastig und komme ins Ziehen. Elke läßt mich deshalb die Zügel in die äußere Hand zu einer kleinen Zügelbrücke nehmen. Die bleibt in der Mitte vom Widerrist. Ich soll nachspüren, wie ich das Schulterherein nur mit Sitz und Schenkeln reiten soll. Tatsächlich klappt das auch. ;-) Das werde ich mir mal merken und öfter abfragen. 

 

Eine gute Übung ist heute auch, den Zirkel in Konterstellung zu reiten und bei X eine Volte in die Biegungsrichtung anzuhängen. So kann ich überprüfen, ob auch alles "sitzt". Im Prinzip reicht auch eine Kehrtvolte, so daß wir anschließend die Übung gleich wieder auf der anderen Hand auf dem Zirkel anhängen können. 

 

Am Nachmittag machen wir dann eine Wanderung von der Sattelei zum Petermännle und erklimmen einen ziemlich steilen Weg. Danach gibts ein zünftiges Vesper in der Sattlei, bevor wir den Schwarzen wie jeden Abend für eine Stunde auf die Weide lassen. 

Unterwegs mit den E-Bikes
Unterwegs mit den E-Bikes

13.06.2019

 

Heute starten wir mit einer Tour mit den E-Bikes von Mitteltal über Buhlbach zur Alexanderschanze nach Kniebis und von dort aus über den Sankenbachsee zurück nach Baiersbronn. Das Wetter ist heute endlich mal wieder herrlich warm und mit Sonne satt. :-) 

 

Mit den E-Bikes lassen sich die rund 350 Höhenmeter ohne Probleme erklimmen und wir genießen herrliche Aussichten. Auf dem Rückweg kommen wir sogar auf der anderen Seite der Murg am Blauen Reiter vorbei; von Willi sehe ich durchs Gebüsch allerdings nur die Beine. ;-) 

Galopp - ausbaufähig...
Galopp - ausbaufähig...

Willi ist in der heute erstmals am frühen Abend stattfindenden Reitstunde etwas agiler wie sonst - liegt wohl an der etwas längeren Pause. ;-) 

 

Beim Abkauen gibt Willi heute sehr schnell nach, auch am mittleren Punkt des Widerrists. Das Übertreten und Schulterherein an der Hand klappen flüssiger. Elke gibt mir den Tipp, die Gerte zum Stoppen zu nutzen, indem ich sie Willi anfangs vor die Brust halte, das mit einem Stimmkommando verknüpfe und das später darin münden lasse, daß er auf Gertenanlegen an bestimmten Körperpartien mit Anhalten reagiert. 

 

Da der Schwarze im Schritt schon zügig vorwärts läuft, lassen wir in alsbald antraben. Zunächst soll ich ihn jeweils in der Mitte der langen Seite zu einer In-die-Ecke-Kehrt abwenden. Hieran schließt sich die Übung an, Willi durch die ganze Bahn im Schulterherein zu wechseln, was mir nun auch schon wesentlich leichter als in den ersten Reiteinheiten gelingt. :-) 

 

Dann wirds Ernst: Galopp. Also gut. Ich soll Willi mit Hilfe einer einfachen Schlangenlinie vorbereiten, indem ich beim Zurückkehren auf den Hufschlag die Konterstellung beibehalte und dann in die Ecke hinein angaloppiere. Rechts klappt das leidlich, links tut er sich schwer(er). Allerdings galoppiert er bis auf einmal auch links auf diese Weise immer richtig an. Die ersten paar Male lupft Willi sein Hinterteil deutlich - aber ich kann es einigermaßen sitzen und habe keine Angst. Allerdings macht mich das auch wieder etwas fahrig und von meinem Sitz bleibt nicht mehr allzu viel übrig, was es meinem Pferdchen ja nicht einfacher macht. Aber, egal. Ich bin ganz zufrieden, daß das Angaloppieren auf beiden Händen gut funktioniert hat. 

Rückwärtstreten
Rückwärtstreten

14.06.2019

 

Nicht nur ich bin heute müde. Auch mein Schwarztier ist groggy - vermutlich auch deshalb, weil die gestrige Reitstunde am Abend stattfand. So fehlt ihm im Gegensatz zu gestern doch einige Erholungszeit.

 

Nach den Abkauübungen und der Handarbeit verlegen wir uns daher nach ein wenig Schrittarbeit in den Seitengängen aufs Rückwärtsrichten. Auch das ist für Willi insoweit anstrengend, weil er dabei ebenfalls wie in den Seitengängen die Hinterhand beugen muß. Aber es geht nicht so sehr auf seine Kondition. 

 

Nachdem ich anfangs erst mal wieder ein wenig an den Zügel gezuppelt habe, damit der Schwarze rückwärts tritt (was er natürlich nur etwas widerwillig und kaum flüssig tut), gibt mir Elke Hilfestellung: ich soll die Hände schön ruhig stehenlassen und nicht zuppeln und ziehen, dann mit den Schenkeln und notfalls mit Unterstützung der Gerte etwas Energie aufbauen und Willi mit ganz fein nach hinten weisendem Oberkörper gegen die Hand nach hinten reiten, damit er sich vom Gebiß abstößt. Elke übernimmt anfangs die Gerte, damit ich mich besser einfühlen kann. Willi reagiert schließlich auch gut auf einen leicht "flatternden" Schenkel und geht immer öfter sehr willig, rund und flüssig rückwärts. :-) 

 

Wir fahren nach der wieder sehr schönen Reitstunde hinauf zum Schliffkopf und wandern dort den Schliffkopf-Rundweg entlang. Zwar ist das Wetter heute nicht mehr so toll und klar wie gestern, aber zumindest trocken. 

Sky, Hook, Elke, Gerret, Willi und ich
Sky, Hook, Elke, Gerret, Willi und ich

15.06.2019

 

Am Vormittag steht unsere letzte Reitstunde an. Wir wiederholen neben den Abkauübungen und der Handarbeit nochmals kurz alle Lektionen, die wir die Woche über erarbeitet haben. 

 

Ich merke, wie ich Willi durch die Konterstellung nun schon sehr schnell etwas mehr runden kann - es genügt hin und wieder schon nur, ihn für einige wenige Schritte oder Tritte umzustellen. Als wichtige Lektion wiederholen wir auch nochmals das Zirkelverkleinern und -vergrößern nebst Schlangenlinien in Konterstellung. 

 

Das Schulterherein reite ich nochmals einhändig. Mein Gefühl, daß die Lektion ganz gut gelingt, wird von Elke bestätigt. Auch das Rückwärtsrichten gelingt heute ohne Gerte. 

 

Dann geht es nochmals an den Galopp, den wir wieder aus einer einfachen Schlangenlinie heraus entwickeln. Rechts ist das kein Problem. Links tut sich der Schwarze wieder schwer, wobei das heute aber - mal wieder *soifzt* - mehr ans meinem inneren Zögern liegt, weshalb Elke schließlich etwas mit der Longierpeitsche nachtreibt. Was mir hierbei noch immer sehr schwer fällt, ist ein schnelles Reagieren meinerseits - da werde ich unheimlich schnell fahrig und gerate unter Streß. Willi seinerseits springt jedoch jedes Mal korrekt im Linksgalopp an, quittiert unsere beharrliche Forderung nach der höchsten Gangart aber auch hin und wieder mit einem Buckler. ;-) Danach bin ich ziemlich außer Puste, während das Schwarztier nicht mehr tiefer Luft holen muß. Soso. ;-) 

Wieder zu Hause ❤️
Wieder zu Hause ❤️

Willi darf dennoch für eine Stunde zum Verschnaufen auf die Weide, währenddessen Gerret und ich seine Sachen ins Auto packen, noch ein wenig bei Elkes anderen Reitstunden zuschauen und die Woche Revue passieren lassen. 

 

Der Schwarze und ich sind diese Woche ein ganzes Stück weitergekommen, vor allem, was seine Anlehnung betrifft. Elke hat uns wie immer sehr eng begleitet, genau auf unsere Situation abgestimmte Unterstützung gegeben und viel, viel, viel erklärt. Wie immer: erstklassig! :-) 

 

Denn gehts heim: Willi steigt brav in den Pferdeanhänger und ist wie immer ein sehr artiger Passagier. Zu Hause angekommen wiehert er gleich Amor und Joe entgegen und zuckelt auf die Weide, wo er erst einmal für etwas Ordnung sorgen muß - schließlich ist ja nun der Chef wieder da. 

Amor mit Anne auf der Reitwiese
Amor mit Anne auf der Reitwiese

16.06.2019

 

Nachdem ich den Tag weitgehend gemütlich zu Hause verbracht habe, treffe ich mich am Nachmittag mit Anne am Stall. Wir gehen zusammen mit Amor und Willi auf die Reitwiese, wobei ich Willi nur am Knotenhalfter an der Hand habe.

 

Nach ein paar Führübungen und ein wenig freier Arbeit in den Seitengängen lasse ich es aber nach 15 Minuten auch schon wieder gut sein. Wir sind beide einfach zu voll von den Eindrücken der letzten Woche. ;-)

 

Amor kringelt dafür mit Anne schön über die Wiese. Der Senior hat sichtlich Spaß, gibt sich Mühe und läuft wirklich schön. 

Der weltebeste Haferschlinger
Der weltebeste Haferschlinger

17.06.2019

 

Nachdem ich mich gestern schon über mich selbst geärgert habe, daß ich Willi mit auf die Reitwiese genommen habe, bleibe ich heute konsequent: die Jungs haben frei und verbringen einen relaxten Tag auf der Weide. 

 

Da es nun tagsüber mit bis zu 30° ziemlich warm ist, werden wir ab sofort Heukiste und Rundraufe tagsüber nicht schon für den Abend befüllen - das finden die Jungs nämlich ganz prima, zwischendurch zum Stall an die frisch gefüllte "Minibar" zu kommen und dort im Schatten Heu fressen zu können... ;-) 

 

Dafür senst Gerret am Abend das restliche Stück Weidezaun frei und wir sitzen noch gemütlich im Gärtchen und grillen,. 

Samenreste aus unserem Heulager
Samenreste aus unserem Heulager

18.06.2019

 

Auch heute ist es wieder ziemlich warm. Da ich immer noch etwas groggy bin und ja nun auch wieder arbeite, haben die Jungs weiterhin frei. Das muß insbesondere für Willi nach einer Woche anspruchsvoller Arbeit nicht schlecht sein, denn dann "sackt" alles ein wenig besser durch. 

 

Der letzte Quaderballen, den wir am 25.05.2019 bekommen hatten, ist nun auch verfüttert. Gut, Willi war eine Woche lang nicht da, aber trotzdem sind vier Wochen schon sehr lange. Ich denke, wir werden ab sofort ca. alle drei Wochen einen Quaderballen benötigen anstatt wie sonst alle 10 Tage einen. So habe ich heute auch das Heulager mal wieder sauber gefegt und dabei die Reste des "Heustaubs" in einem Eimer gesammelt und das dann auf der nun abgefressenen Weide Nr. 2 ausgebracht. Da sind auch sicherlich noch einige Grassamen enthalten, die so noch etwas nutzen können. 

 

Während Gerret auch heute in Sachen Rasenmähen im Gärtchen unterwegs ist, dürfen die Buben am Abend dann auch schon mal Weide Nr. 1 testen, die im vollen, nun schön überständigen Gras steht: