An der Heukiste
An der Heukiste
Mit Willi am Langen Zügel im Gelände
Mit Willi am Langen Zügel im Gelände

01.12.2019

 

Heute sind wir ziemlich lange mit der Stallarbeit am Morgen beschäftigt, weil wir auch gleich das Wasser auffüllen, einen neuen Koppelpfosten einrammen müssen und ich mich endlich dazu entschließe, meine Rosen zurückzuschneiden. 

 

Anschließend gehts auf einen einstündigen Spaziergang. Gerret hat Amor am Strick dabei, ich laufe wieder hinter Willi am Langen Zügel her. Damit ich die Leinen besser führen kann, habe ich ihm den Longiergurt übergezogen, durch dessen seitliche Ringe ich die Leinen laufen lasse. 

 

Willi kennt das ja schon, ist sehr artig und läßt sich brav auf "Hüscht!" und "Hott!" links oder rechts wenden, hält an, geht an und macht auch auf mein Kommamdo "Rum!" eine Wendung um die Hinterhand. Einzig das Anhalten gefällt mir anfangs noch nicht so sehr, weil der Schwarze trotz meinem Stimmkommando zunächst immer in die Leinen hineinläuft und sich dann selbst am Gebiß abbremst, bevor er ordentlich steht. Das üben wir ein wenig und auf dem Heimweg klappt es zweimal mustergültig, daß er rein auf das Stimmkommando hin anhält, die Leinen bleiben locker. 

 

Mein Hauptaugenmerk liegt ohnehin darauf, daß er selbständig mitarbeitet und bestenfalls nur auf Stimmkommandos reagiert. 

Frühstück am Stall
Frühstück am Stall

02.12.2019

 

Heute steht für die drei Jungs der jährliche Impftermin an. 

 

Amor und Willi erhalten wie immer ihre Auffrischungs-Impfungen gegen Tetanus und Influenza. Gegen Tollwut lasse ich seit einiger Zeit nicht mehr impfen, da Deutschland seit ettlichen Jahren ein tollwutfreier Bezirk ist. 

 

Gleichzeitig wird Blut für ein großes Blutbild inkl. Spurenelementen genommen. Aber ich denke, da wird nichts im Argen liegen, denn alle Pferde machen einen sehr guten Eindruck, haben glänzende Augen, ein super Haarkleid, das Hufwachstum ist in Ordnung und die Hinterlassenschaften sind weitgehend in Ordnung (wenngleich Amor derzeit wenn auch selten mal wieder etwas zuviel Wasser mit dem Kot absetzt). 

03.12.2019

 

Amor geht mit Sarah eine Stunde bei herrlichem Herbstwetter spazieren: kalt, aber trocken, knallblauer Himmel. :-) 

 

Ich mache später mit dem Schwarztier 15 Minuten Freiarbeit. Er läuft brav im Paddock neben mir her, tritt rückwärts, wenn ich meinen Oberkörper leicht nach hinten lehne, geht ganzen Travers und steigt mehrmals schön aufs Podest. Da Amor zwischendurch interessiert näher kommt, versuche ich, mal beide Jungs auf dem Podest zu parken. Das traut sich Amor aber noch nicht. Dann frage ich noch Willis neue Übung "Turn!" ab und muß hierzu nur noch beim ersten Mal den Strick zu Hilfe nehmen. Die anderen beiden Male dreht er sich von alleine um sich selbst, wenn ich das Stimmkommando gebe und ihn leicht mit der Gerte an der Schulter touchiere. 

Die drei Jungs gemeinsam an der Rundraufe
Die drei Jungs gemeinsam an der Rundraufe

05.12.2019

 

Nachts hat es nun seit einigen Tagen schon knackige Temperaturen mit Minusgraden. Das bedeutet morgens gefrorenen Paddockboden und gefrorenes Wasser in den Tränken (das sich aber noch leicht aufschlagen läßt und die tagsüber ohne Probleme wieder frei werden). Für die Vögel stellen wir nun Vogelfutter bereit und Amor bekommt morgens über seine Heucobs, die im Stall zum Glück noch nicht frieren, zur Sicherheit nochmals einen Schuß heißes Wasser drüber. Unter der Woche ist nun für meine beiden Jungs doch weitgehend Ruhe eingekehrt, weil die frühe Dunkelheit am Abend unsere Aktivitäten doch einigermaßen beschränkt. 

 

Sarah macht mit Amor ein wenig Bodenarbeit. 

Winter-Entwurmung
Winter-Entwurmung

06.12.2019

 

Heute gibts für die Jungs die jährliche Winter-Wurmkur. Ansonsten entwurmen wir ja nur selektiv nach vorheriger Kotprobe.

 

Als wir am Abend das erste Mal bei den nun knapp unter 0° vorhandenen Temperaturen unsere Wasservorräte auffüllen wollen, stellen wir fest, daß der Schlauch zugefroren ist. Gut, daß wir im IBC-Container ja immer einen guten Vorrat haben, der uns auch über einige Tage helfen würde. Aber morgen soll es ja ohnehin wieder wärmer werden. 

 

Am Abend gehen Anne und ich mit Amor und Willi eine Runde im Dunkeln spazieren. 

 

 

Unser Stall-Weihnachtsbäumchen
Unser Stall-Weihnachtsbäumchen

08.12.2019

 

Ich habe am Morgen Stalldienst, den ich ziemlich gemütlich verrichte, da ich heute mal wieder Strohwitwe bin. ;-) Dabei stelle ich mal wieder fest, wie sehr sich die Anschaffung der drei Big-Boxen gelohnt hat: der Heuverlust bleibt nach wie vor sehr gering. Das Heu, das die Jungs aus den in den Big-Boxen eingehängten Heunetzen zupfen, kann man in diesen problemlos immer mal zusammenkehren und wieder in einem Heunetz anbieten. Die außen herumliegenden Halme halten sich ziemlich in Grenzen.

 

Insgesamt hat sich der Heuverbrauch zwischenzeitlich so eingependelt, daß wir alle zehn Tage einen großen Quaderballen Heu benötigen. Insgesamt wundert mich das zwar, haben doch Kurti und Amor vor einigen Jahren über den Winter zu zweit einen in manchmal nur acht Tagen vernichtet... Aber gut. Zu dünn ist jedenfalls keines unserer drei Pferde und Amor sieht nach wie vor gut aus, bekommt natürlich aber zusätzlich 2x/Tag Heucobs, deren Menge wir allerdings seit einigen Tagen halbiert haben, da er die große Portion nicht mehr ganz fressen wollte. Heuwickel finden sich nach wie vor kaum. 

 

Schon gestern war es ziemlich windig, was sich heute fortsetzt. Nach der Stallarbeit sattle ich den Schwarzen, wir gehen gut 1,5 Stunden ins Gelände. Das ist heute etwas heikel, und meine Augen sind im Wald ständig auf die Baumwipfel vor und über uns gerichtet. Da der Sommer wie im letzten Jahr wieder viel zu trocken war, was den Bäumen zu schaffen macht, sind herunterfallende Äste nicht auszuschließen. 

 

Nach dem Aufwärmen im Schritt am langen Zügel mit ein wenig Schenkelweichen traben wir eine längere Strecke, woran sich Schritt-Trab-Übergänge anschließen. Mir fällt auf, wie locker-flockig die nun schon funktionieren und wie schnell Willi auf ganz leichte Hilfen reagiert. Wir nähern uns dem "An die Hilfe Denken". :-) Angekommen an unserer Galoppstrecke springt er beim dritten Versuch, bei dem ich ihn schon im Schritt leicht ins Travers stelle und mein Gewicht deutlich nach links bringe, endlich links an, und ich freue mich schon total --- als es plötzlich unter uns kurz knackt, Willi sich verhält, ich ihn aber weitertreibe, er dem auch nachkommt, das Knacken aber anhält. *soifzt* Ich pariere durch und stelle fest: der linke Hufschuh hat sich gelöst, der Neopren-Gaiter ist halb abgefrissen, hängt aber noch an Willis Fessel. Muß das immer gerade dann passieren, wenn wir endlich mal links galoppieren...??? Mist. Also steige ich ab, lobe den Schwarzen erst mal ausführlich, wie toll er das alles macht, und montiere dann die Hufschuhe ab. 

 

Barhuf bummeln wir dann weiter durch den Wald in Richtung Stall, üben ein wenig Schulterherein und Zügel-Aufnehmen und -aus-der-Hand-kauen-Lassen. Seit einiger Zeit ist mir wirklich klargeworden und für mich auch endlich nachfühlbar, was es heißt und bedeutet, dem Pferd mit dem Zügel/dem Gebiß "nur" eine Hilfe zur Balance geben zu wollen und es nicht einfach beizuzäumen. Kopfmäßig konnte ich das schon irgendwie verstehen, aber diesen Ansatz wirklich reell zu erreiten oder dem Pferd als Hilfe anzubieten, das hat sich mir erst vor einigen Wochen wirklich erschlossen. Es fühlt sich auch anders an, wenn ich nun den Zügel aufnehme und Willi das "anbiete". :-) 

09.12.2019

 

Schon im Dunkeln laufen Juline mit Joe, Gerret mir Amor und ich mit dem Schwarzen los. Auch Kätzchen Paula folgt uns zunächst bis zum Nachbarhof, läuft dann aber lieber wieder zurück zum Stall und begleitet uns nicht auf den halbstündigen Spaziergang. Willi ist ein wenig unruhig, was sich aber nur in lauter zu hörender Atmung äußert. Aber alles ist gut.