Rückepferd Toni, 8 Jahre, Süddtsch. Kaltblut
Rückepferd Toni, 8 Jahre, Süddtsch. Kaltblut

01.12.2018

 

Es gibt Dinge, in die sollte man als Kaltblutbesitzer einfach mal reingeschnuppert haben. Dinge, für die diese großen Tiere auch gezüchtet sind: z. B. das Holzrücken. Und da ich immer schon der Meinung bin, daß ich mit meinen Pferden auch etwas unternehmen möchte, das ihnen quasi im Blut liegt, ihnen dadurch leicht fällt und Spaß macht, nehmen Gerret und ich heute an einem Schnupperlehrgang im Holzrücken teil.

 

Am frühen Morgen machen wir uns noch im Dunkeln auf und fahren nach Gäufelden-Öschelbronn im Landkreis Böblingen. Dort leben und wirken mit ihren Pferden Sibylle Rath und Carsten Rempp - s. www.pferdestaearken.info. Und Carsten wird uns heute einiges Wissen über das Holzrücken vermitteln. 

 

Nach einer kurzen Vorstellung aller Teilnehmer und der IG Zugpferde (s. www.ig-zugpferde.de) starten wir mit einer ausführlichen theoretischen Einführung ins Thema: das Holzrücken ist aus ökologischer Sicht eine schonende Waldwirtschaft, bei der mit dem Einsatz von Rückepferden die Belastung des Bodens und des verbleibenden Bestandes minimiert wird. Im Gegensatz zu großen Maschinen, die mit ihren breiten Fahrrillen richtige Schneißen in den Waldboden reißen und damit viel Bodenleben vernichten, stempeln Pferde mit ihren Huftritten wesentlich geringere Spuren und erhalten so ein wichtiges biologisches Reservoir. Sie dienen als sog. Vorlieferer dazu, gefällte Baumstämme aus dem Unterholz an die Feldwege zu ziehen, wo diese dann aufgeladen und abtransportiert werden können. Dazu sind sie wesentlich umweltverträglicher als kraftstoffverbrauchende Maschinen und können im Rahmen der von ihnen zu leistenden Arbeiten wirtschaftlicher eingesetzt werden als Schlepper oder Forwarder. Beispielsweise kann mit Pferden auch bei schlechtem Wetter im Wald gearbeitet werden, wenn Maschinen nicht einsetzbar sind. Wir lernen außerdem einiges über die notwendige Sicherheit für Pferd und Mensch, verschiedene Anspannungsarten (Brustblatt oder Kumt) und das sonstige Equipment. 

 

Dann gehts in den direkt neben gelegenen Stall: wir lernen Toni kennen, unseren heutigen equiden Lehrmeister, einen 8-jährigen Süddeutschen Kaltblut-Wallach. Um erst einmal ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie das mit dem Lenken und den Stimmkommandos ("Hüa" = vorwärts, "Hüscht" = links, "Hott" = rechts, "Rum" = umdrehen und "Zurück") ist, dürfen wir im Hof einen kleinen Kegelparcours mit Toni fahren. 

Anschirren im Wald
Anschirren im Wald

Nach einem leckeren Mittagessen wirds dann ernst: wir verladen Toni in den Pferdeanhänger und fahren in Carstens eigenes Waldstück. 

 

Dort angekommen helfen wir beim Aufschirren und dürfen zunächst Carsten dabei beobachten, wie er einige Baumstämme aus dem Unterholz holt. Eigentlich sieht das ja ganz leicht aus. ;-) Es gilt aber einiges zu beachten: die noch stehenden Bäume sollte man nicht berühren, um Rückeschäden zu vermeiden. Gerade bei Buchen kann das schnell bis zum Verlust des Baumes führen, so daß dieser lediglich noch als Brennholz herhalten kann. Endlich erfahren wir auch, was es mit den farblichen Markierungen auf sich hat, die ich bei uns im Wald schon immer gesehen habe: es handelt sich dabei um besondere Bäume, die noch länger stehenbleiben sollen, da man sich von ihnen einen guten Ertrag (z. B. als Furnier) erwartet. Bei diesen ist es noch wichtiger, sie nicht zu verletzen. 

 

Nacheinander werden wir von Carsten einzeln eingewiesen und dürfen mehrere Baumstämme bis an den Weg rücken. 

Gerret beim Holzrücken
Gerret beim Holzrücken

Um ehrlich zu sein: ich bin doch ziemlich aufgeregt, habe ein wenig Morres, irgendwas zu beschädigen, diese geballte Pferdeenergie vor mir zu kontrollieren und alles richtig zu machen. So einfach ist es denn nämlich nicht: man muß zunächst einmal das Pferd richtig einparken. Mit den Leinen in der Hand muß die Kette vom Ortscheid entfernt und um den Baumstamm geschlungen werden (immer von der Seite aus, in die der Stamm dann wegrutschen soll). Der Haken an der Kette muß immer rückwärts wieder in die Kette eingehakt werden, dann verbindet man die Kette wieder mit dem Ortscheid, rückt die Kette in die richtige Position (damit der Baumstamm beim Anziehen des Pferdes gleich seitwärts rollt, was weniger Zugwiderstand bedeutet und leichter für das Pferd ist) und dann - ja dann muß man auch noch überlegen, wie man im Slalom um die ganzen Bäume bis zum Weg kommt. Am besten sucht man sich recht gerade Strecken. 

 

Ich komme mir etwas vor wie ein Anfänger beim Autofahren: lenken, kuppeln, schalten, blinken... Puh!

Toni und Carsten
Toni und Carsten

Unser Rückepferde Toni macht seine Arbeit erstklassig. Man merkt ganz genau, daß er weiß, was er tun soll. 

 

Nachdem alle Teilnehmer ettliche Baumstämme gerückt haben, geht nochmals der Profi an die Leinen. Toni hat zwischendurch immer mal angezeigt, daß wir ihm eigentlich zu langsam sind. ;-) Und: wow! Jetzt verstehe ich auch, wieso Pferde bei ihrem Einsatz im Wald im Gegensatz zu Maschinen im Vorteil sind: Carsten und Toni holen da mal kurz einige  richtig schwere Stämme aus dem Wald, das kann wirklich, wirklich flott gehen! 

 

Dann schirren wir Toni wieder ab, verladen und bringen ihn nach Hause zum Stall. Bei Kaffee und Kuchen lassen wir den Tag nochmals Revue passieren und unterhalten uns über unser liebstes Hobby: die Pferde. 

 

Fazit: toller Kurs mit viel Input zu ettlichen kleinen Details und viel Praxis. Es war toll, das einmal selbst ausprobieren zu können. Ich kann mir durchaus vorstellen, das mit Willi auch einmal zu machen. Fest steht, daß ich den Schwarzen über den Winter mit Spaziergängen ans Geschirr gewöhnen werde und wir mal schauen, wie schnell er etwas ziehen kann. Bei Kurti war das ja recht problemlos. 

Abendspaziergang
Abendspaziergang

02.12.2018

 

Es regnet am Vormittag ständig, am Nachmittag läßt der Regen ein wenig nach. Nachdem wir die Stallarbeit erledigt haben, entsanden wir die Pferde ein wenig und legen die Leuchtsachen an. Da die Leuchtgamaschen für Willi zu klein sind, lege ich ihm dafür vorne und hinten diagonal zwei Blinkebänder an, die wir auch am Arm tragen. 

 

Auf dem Weg zum Wald ist Willi ein klein wenig aufgekratzt und möchte gerne viel vorwärts, während das Mörchen wie immer völlig relaxed hinter Gerret herstiefelt. Am Waldrand lassen wir sie ein wenig am Gras knabbern und laufen dann weiter unsere Standardrunde durch den Wald. Das ist zwar langweilig, abereseits gibt das in der Dunkelheit Sicherheit, falls doch mal etwas sein sollte. Ich sehe ziemlich viele Baumstämme und überlege, wie ich die mit Willi wohl herausziehen könnte. ;-) 

 

Die Bodenbefestigung im Weidezelt bewährt sich nun. Es läuft immer mal wieder etwas Regenwasser von der Seite und natürlich regnet es von vorne hinein. Aber durch die Gitter und die Verfüllung mit Sand ist das kein Thema. 

 

Die Jungs fressen weiterhin weniger. Normalerweise haben wir im letzten Monat immer alle acht Tage einen neuen Quaderballen benötigt. Der jetzige hält schon seit neun Tagen und es ist immer noch etwas übrig, obwohl das Heu gut ist, wenngleich es etwas mehr nach Heu riechen könnte. 

04.12.2018

 

Die letzte Nacht war unheimlich stürmisch und es hat viel geregnet. Bis zum Abend kommen in den letzten 24 Stunden deutlich mehr als 20 l/qm zusammen. Ich bin insoweit aber mal wieder total von unserem Paddock begeistert: war er gestern Abend noch ziemlich pfützig, ist heute Abend trotz des vielen Regens der letzten 24 Stunden nichts mehr zu sehen, alles ist schön abgetrocknet. 

 

Gemeinsam mit Sarah gehe ich abends eine Stunde mit den Pferden im Wald spazieren. Ich muß dringend meinen Kopf lüften - es war eine blöde Nacht und ein noch blöderer Arbeitstag. Meine vierbeinigen Personal-Trainer machen ihre Sache gut: anschließend bin ich wieder gut gelaunt. ;-) 

 

Ich bekomme auch gute Neuigkeiten: mein Bericht vom Holzrückelehrgang vom 01.12.2018 (s. o.) wird mit einigen Fotos wohl in der Zeitschrift "Starke Pferde" (s. www.starke-pferde.com) erscheinen. *freu* 

Willi das erste Mal im Geschirr
Willi das erste Mal im Geschirr

05.12.2018

 

Am frühen Abend putze ich Willi kurz über und lege ihm erstmals Kurtis altes Brustblatt-Geschirr an. Ich finde es von der Paßform her gar nicht so verkehrt, aber ich denke, manches muß ein wenig länger eingestellt werden. Da werde ich mal den Fachmann bzw. die Fachfrau befragen. 

 

In Begleitung von Gerret gehen wir auch gleich mal auf die Wiese und laufen einige Runden. Nachdem es für das Schwarztier gar kein Problem ist, daß da was über sein Hinterteil baumelt, gebe ich Gerret die Sisal-Stränge in die Hand, damit er hinter uns herläuft und dabei immer mal wieder mit den Strängen gegen Willis Hinterbeine schlenkert. Auch das ist für Willi nicht aufregend. Also gehen wir gleich noch einen Schritt weiter und lassen das Ortscheid einige Male direkt hinter ihm mit Geklapper auf den Wiesenboden fallen. Er horcht nach hinten, bleibt aber auch dann ruhig. So beschließe ich, daß wir das Ortscheid auch gleich mal anhängen und von Willi über die Wiese ziehen lassen. In der ersten Kurve findet er die Sisal-Stränge an den Hinterbeinen etwas komisch und dreht sich verwundert herum, das wars aber auch schon. Wir zirkeln noch 2, 3 Runden auf beiden Händen über die Wiese, bleiben immer mal wieder stehen, ich lobe viel. Nach 10 Minuten machen wir dann auch Schluß, nehmen Willi das Brustblatt ab, lassen Selett und Schweifriemen aber noch dran und gehen in Begleitung von Amor 20 Minuten spazieren. Hat er toll gemacht! :-) 

 

Heute habe ich auch die Sättel wieder vom Sattler abgeholt. Die sollen wir nun wie immer einige Male ohne Satteldecke ausprobieren, damit ein leichtes Schwitzbild auf dem Sattel zu erkennen ist, damit wir es dem Sattler nochmals zur Kontrolle zeigen können. 

06.12.2018

 

Amor wird von Sarah auf der noch mäßig bereitbaren Reitwiese bespaßt. 

Ausflug bei schlechtem Wetter mit Regenbogen
Ausflug bei schlechtem Wetter mit Regenbogen

08.12.2018

 

Die letzte Nacht war wieder sehr stürmisch, und auch am Vormittag windet es arg und regnet immer wieder. Aber: ich will unbedingt Willis nachgepolsterten Sattel ausprobieren. Und es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Am Stall ist auch alles in Ordnung, vor allem der Sand im Paddock ist prima: er liegt schön plan und gut fest, es gibt kaum Pfützen. 

 

Also sattle ich am Vormittag den Schwarzen. Auch Gerret legt vorsichtshalber den BW-Regenponcho an, und natürlich fängt es gerade als wir mit beiden Jungs am Stall starten wieder zu regnen an. Und natürlich regnet es fast so lange, bis wir wieder am Stall ankommen. *augenroll* 

 

Trotz des heftigen Windes und des BW-Ponchos, der über ihm flattert, mich und den Sattel aber sehr gut abdeckt und schützt, ist Willi sehr brav und läuft schön vorwärts. Ich lasse ihm heute meistens den Zügel ganz lang, was für mich auch eine Art Vertrauensbeweis ist, denn wäre ich bei diesem Wetter ängstlich und würde ein weghüpfendes Pferd befürchten, wäre das nicht möglich. 

 

Im Wald haben wir unseren Blick auch immer mal wieder nach oben auf die hohen Bäume gerichtet; nicht, daß da mal zufällig ein lose hängender Ast herunterfällt. 

Neuer Lesestoff
Neuer Lesestoff

09.12.2018

 

Das Wetter ist weiterhin usselig: nass und feucht und windig und bäh. Die Jungs haben daher frei und ich nutze die Zeit zur Paddockpflege, um das herumliegende Laub zusammen zu recheln und den Sand gerade zu ziehen. Muss auch mal sein. Daneben kann man auch schlechtes Wetter ausgiebig genießen: ich habe nun die Zeitschrift "Starke Pferde" abonniert und mir außerdem neuen Lesestoff besorgt: "Traditionelles Arbeiten mit Pferden" von Michael Koch und "Jedes Pferd verdient eine Chance" von Mark Rashid. ;-)

 

Beim Mörchen habe ich nun doch das Gefühl, daß er langsam wieder abbaut. Ich denke, das ist dem nassen und sehr windigem Wetter der letzten Tage geschuldet. Ich hadere deshalb auch mal wieder mit dem Gedanken, ihn vielleicht doch nachts über einzudecken...? Aber derzeit finde ich die Temperaturen von nachts noch deutlich über 0° für ein Pferd schon noch "warm". Ab sofort bekommt er morgens und abends nun also erst einmal während der Stallarbeit in der Box Heu zur freien Verfügung angeboten - mal schauen, ob er dieses Angebot auch nutzt.

11.12.2018

 

Am frühen Abend bleibt es zum Glück endlich mal wieder trocken. Ich zeige Sarah heute, wie man die Balance-Pads einsetzen kann und vor allem dem Pferd immer nur anbietet - kein Muß, nur Kann! Dabei sollte man vor allem auch nicht allzu viel loben, damit das Pferd dieses Angebot nicht als eine verlangte, zu absolvierende Lektion mißversteht. Vor allem bei Amor ist das ja schwierig. Willi bleibt gleich einige Minuten auf zunächst nur einem Pad unter einem Vorderhuf, dann auch mit beiden Vorderhufen auf zwei Pads stehen. Amor ist da wie immer etwas munterer, aber auch er zeigt phasenweise in sich gekehrt, daß die Pads durchaus Effekte haben. Danach wird der Senior noch etwas mit der Faszienrolle massiert, was er deutlich genießt. :-) 

 

Wir gehen mit den Jungs im Dunkeln dann noch eine knappe halbe Stunde spazieren. Auf dem Heimweg passiert es dann. Ich weiß nicht, was sich da gegenseitig beeinflußt hat... Jedenfalls fühle ich bei Willi plötzlich eine große innerliche Energie, obwohl er ganz ruhig neben mir herläuft, und habe auf einmal das Bild im Kopf, daß er unvermittelt losrennt - da macht es neben mir auch schon einen Satz nach vorne, buckelt einmal und galöppelt von dannen. Schön anzusehen mit den vielen Blinklichtern an allen vier Beinen. ;-) Ich bleibe ganz ruhig, fahre alle Energie herunter, schaue meinem Roß hinterher und rufe sachte nach ihm. Nach 30m bleibt Willi stehen, futtert Gras und läßt sich einsammeln. Einerseits brauche ich solche Erlebnisse ja nicht, andererseits finde ich es schon spannend, wie ich das vorausgeahnt habe. Zeigt es doch, wie sehr Willi und ich schon aufeinander eingespielt sind. 

 

Amor nimmt die Gelegenheit, frei Heu fressen zu dürfen, bislang nicht so an, wie ich es mir wünschen würde, aber vielleicht wird das noch. Ich vermute, daß er eben lieber in Gesellschaft der anderen beiden Jungs fressen würde. 

13.12.2018

 

Sarah geht mit Amor eine Stunde ins Gelände. 

 

Da es nachts nun doch schon buschig kalt ist, werden wir Amor heute das erste Mal nachts eine Decke aufziehen. Mal schauen, wie Willi und Joe das finden - nicht, daß sie daran herumziehen. 

Das Mörchen mit seinem Mantel und Heu zur freien Verfügung
Das Mörchen mit seinem Mantel und Heu zur freien Verfügung

14.12.2018

 

Irgendwie hat sich Amors Decke über Nacht vorne geöffnet und ist ihm nach hinten gerutscht. Zum Glück ist nichts passiert, er ist nirgends hängengeblieben. Ich ziehe sie ihm wieder korrekt an und lasse sie auch tagsüber mal drauf. 

 

Nachdem ich den Stalldienst am Morgen erledigt habe, will ich mit Willi eigentlich ins Gelände, um auch seinen nachgepolsterten Sattel endlich richtig auszuprobieren. Wir kommen allerdings nur bis zum Waldrand: da steht ein großes Schild, daß heute am Vormittag Treibjagd ist. *soifzt* Also gut, kehren wir eben wieder um. Ich frage auf dem Heimweg ein wenig Stellung und Seitengänge ab, Willi kaut schön und gibt immer wieder schön nach. 

 

Am Nachmittag treffen wir uns dann nochmals mit Laura. Sie und ich gehen mit Joe und Willi 1,5 Stunden ins Gelände, Gerret läuft mit Amor eine Stunde spazieren. Eigentlich wollte ich ein wenig länger galoppieren und erwarte eigentlich auch, daß der Schwarze ziemlich gut drauf ist, weil er seit einigen Tagen nicht bewegt wurde. Aber nach dem ersten Anstieg ist die Power schon verflogen, einen langen Waldweg hinauf galoppieren mag er dann nicht mehr wirklich. Ich bin dafür aber mal wieder überrascht, wie gut manches klappt, obwohl wir in letzter Zeit ja so ohne Halle und beleuchteten Reitplatz und wegen der Witterung ziemlich wenig reiterlich machen konnten. Ich probiere im Gelände heute mal einige Schritte Travers, und die passen auch, wie mir Laura, die hinter uns herreitet, bestätigt. :-) 

 

Ich bin froh, daß ich am Vormittag schon das Lammsitzfell auf den Sattel angebracht habe. Da sitzt es sich bei den Temperaturen von um die 0° richtig kuschelig. :-) Auch Amors Decke hat tagsüber gehalten, das taugt also. Er bekommt sie nun ab sofort immer nachts auf, sofern es nachts unter 0° geben soll. 

Schöne Trampelpfade im Wald
Schöne Trampelpfade im Wald

15.12.2018

 

Leider fällt mein heutiger Longier-Kurs mit Willi bei Petra in Weingarten aufgrund diverser Teilnehmer-Ausfälle aus. :-( Ich bin schon ziemlich enttäuscht, hatte mich sehr darauf gefreut. Naja, im Januar nehmen wir ja dort an einem Doppellongen-Kurs teil. 

 

Dafür gehen Willi und ich nochmals mit Laura und Joe ins Gelände. 1,5 Stunden sind wir wieder unterwegs. Beim steilen Bergaufreiten am Anfang achte ich darauf, daß Willi sich nicht mit der Vorhand den Berg hochzieht, sondern gut mit der Hinterhand schiebt. Wir versuchen heute auch öfters einmal nebeneinander zu reiten, aber das ist gar nicht so einfach: Joe muß dazu etwas getrieben werden, ich muß Willi etwas zurücknehmen. Im Schritt geht das gerade so, im Trab ist das ausbaufähig. Das müssen wir mal üben. ;-) 

 

Willi ist gut drauf, vor allem beim ersten Trab schießt er mir etwas zu sehr vorwärts und macht im Rücken dicht, weil er mit gespitzten Ohren weit nach vorne hört - keine Ahnung, was da sein soll. Nach ettlichen Metern, in denen ich sogar mal ein wenig mit einem "Hallo...! Erde an Willi!" vor mich hinschimpfe, läßt er endlich los, hört auf mich und ich komme zum Treiben. 

 

Ansonsten frage ich immer mal wieder die Übung ab, die Desmond mit uns beim Kurs ausprobiert hat: den Hals vom Buggelenk aus Wirbel für Wirbel anheben und im Genick nachgeben. Wie gesagt ist das ja physisch gar nicht möglich, aber allein mit dem Bild im Kopf klappt es trotzdem, Willi nimmt sich etwas mehr auf und gibt nach. 

16.12.2018 - der erste Schnee!!! ❄️
16.12.2018 - der erste Schnee!!! ❄️
Willi und ich im Schnee
Willi und ich im Schnee

16.12.2018

 

❄️❄️❄️ Schnee!!! Wir haben Schnee!!!!!!! ❄️❄️❄️ 

 

Und das an einem Sonntag, und ich habe Zeit. :-) Gleich nach dem Stalldienst am Morgen sattle ich den Schwarzen. Heute bekommt er wieder eine Satteldecke unter den Sattel, worauf ich wegen der Paßformkontrolle die letzten Male ja verzichtet hatte. Aber ich denke mir, daß so ein kalter Ledersattel auf einem schneeverregnetem Rücken bestimmt unangenehm ist. 

 

Wir zuckeln gemütlich in Richtung Wald und gleich am Waldrand krame ich das Handy heraus und schalte Musik an: die Titelmelodie von "Drei Nüsse für Aschenbrödel" erklingt. Herrlich romantisch...! Finde ich zumindest. Willi findet es zuerst ziemlich komisch, wo da auf einmal so ein Geklingel und Geklimper herkommt, horcht nach hinten und dreht sich dann auch um. Tja, nachdem sich das aber auf seinem Rücken befindet, brauchen wir einige Meter, bis er es eben als gegeben hinnimmt und am langen Zügel ruhig voranschreitet. 

 

Erst dann nehme ich die Zügel wieder auf, wir traben an. Sofort nach den ersten Tritten habe ich ziemlich feuchte Augen - und das ist nicht vom Fahrtwind. Es ist einfach ein wunder-, wunderherrliches Gefühl! :-) 

 

Wir traben eine längere Strecke, galoppieren auch zweimal und gehen ansonsten viele Trampelpfade durch den Wald. Damit auch das Pferdepilates nicht zu kurz kommt, wiederhole ich Desmonds Hausaufgaben und frage immer mal wieder Schulterherein, Travers und Schenkelweichen ab. 

 

Dem Mörchen hat die Decke in der letzten Nacht sicherlich gut getan. Ich kontrolliere nochmals ihren Sitz und befühle auch Amors Rücken, der aber schön trocken ist. Sie ist also nach wie vor prima wasserdicht. Ich lasse sie heute auch tagsüber nochmals drauf, weil es immer wieder mal schneit oder schneeregnet. Amor steht am Morgen während der Stallarbeit auch über eine Stunde ruhig in der Box und futtert sein frei verfügbares Heu.