Rückansicht des Stalles
Rückansicht des Stalles

Zu unserem Offenstall gehört zwischenzeitlich eine Grasfläche von knapp 1 ha.

 

Wir haben diese Fläche in fünf sog. Umtriebsweiden aufgeteilt. Umtriebsweiden haben den Vorteil, daß sich bereits abgefressene Weidestücke mehrere Wochen erholen können, nachdem die Pferde auf das nächste Teilstück getrieben wurden. Darüber hinaus sind die einzelnen Weidestücke bei uns gut von einem Treibgang aus zu erreichen.

 

Die Weide wird bei uns gewechselt, sobald ein Teilstück zu gut 2/3 heruntergefressen ist. Dadurch vermeiden wir zu hohen Vertritt und Verbiß. Leider kann man einem Stück Grasland nämlich im Prinzip nichts schlimmeres antun, als solch wählerische und bewegungsfreudige Tiere wie Pferde darauf zu stellen. Werden Vertritt und Verbiß zu hoch, nimmt die Grasnarbe Schaden. Es entstehen lückige Stellen, wo sich gerne Unkräuter oder Ungräser ansammeln.

Treckerfaaahrn...!
Treckerfaaahrn...!

Jede zum Großteil abgefressene Weide wird hiernach gemäht. Pferde fressen am liebsten nur das, was ihnen schmeckt. Unkräuter werden stehengelassen. Würde man diese nicht nachmähen, vermehreren sie sich immer mehr, das gern gefressene Gras wird zurückgedrängt.

 

Wie beim Menschen aber auch ist nicht immer nur das gesund, was den Pferden am besten schmeckt! Um hier einen genauen Überblick zu bekommen, war ich zweimal, Gerret einmal beim Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg auf Lehrgang: "Weidemanagement für Pferdehalter". Hier lernten wir alles mögliche über gute Pferdeweiden, Gräser  und Ungräser, Kräuter und Unkräuter, Gräserbestimmung im frischen und geernteten Zustand, Düngung, Nachsaat, etc. Anschließend verbrachten wir einige Stunden auf unseren Weiden, um herauszufinden, was denn dort nun eigentlich genau wächst. Und auch heute prüfen wir noch, was wir auf den Weiden haben. Auf dieser Grundlage erfolgt im Frühjahr sodann unsere jährliche Nachsaat, meistens weidelgrasarme Mischungen mit Rohrschwingel, Wiesenlieschgras, Wiesenschwingel und -rispe und Rotschwingel.

Ein Teil der Weiden im Winter
Ein Teil der Weiden im Winter

Düngen sollte man eigentlich nur nach vorheriger Bodenprobe. Hierzu nimmt man an verschiedensten Stellen der Weide Bodenproben und läßt sie von der zuständigen Landwirtschaftskammer (kostenpflichtig) analysieren, erhält hiermit auch einen genauen Düngeplan.

 

Das haben wir bisher noch nicht gemacht. Da wir für zwei Pferde fast 1 ha Weideland zur Verfügung haben, das täglich abgemistet wird und wir sehr auf ein gutes Weidemanagement achten, düngen wir alle 1-2 Jahre lediglich mit einem Kurzzeitdünger.

 

Das tägliche Abmisten ist für uns Pflicht! So werden Geilstellen vermieden und die Parasitenbelastung der Weiden und somit auch der Pferde niedrig gehalten. Wir entwurmen seit 2014 nur noch selektiv nach vorheriger Kotprobe. Durch unser sehr hygienisches Stall- und Weidemanagement mußten wir seither nur noch vereinzelt entwurmen. Das entlastet in erster Linie das Pferd von chemischen Mitteln, schont langfristig den Geldbeutel und verhindert Resistenzen beim Pferd.